Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Presseinformation zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2003 - Wachsende IT-Kriminalität verursacht höhere Fallzahlen -

    Darmstadt (ots) - 1 Straftatenentwicklung im Polizeipräsidium Südhessen Im Jahr 2003 wurden in Südhessen 61.635 Straftaten (Vorjahr 59.564) statistisch erfasst. Damit ist die registrierte Kriminalität um 3,5% (in Hessen um 5,4%) gestiegen. Hier schlägt der starke Zuwachs bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten mit einer Steigerung von 15,6% zu Buche. Diese Entwicklung, besonders Zunahme beim Ebay-Betrug und Computerbetrug liegt im bundesweiten Trend. Die Gesamtaufklärungsquote lag bei 45,5 % (Vorjahr 45,8 %). Die Häufigkeitszahl (HZ = Straftaten pro 100.000 Einwohner) betrug in Südhessen 5.888 (Vorjahr 5.715) und liegt damit weit unter dem Landesdurchschnitt von 7.462 (Vorjahr 7.099).

    In Südhessen, der Wissenschaftsstadt Darmstadt und in den Landkreisen ergeben sich im Überblick folgende Fallzahlen, Aufklärungsquoten und Häufigkeitszahlen (HZ) im Vergleich zum Vorjahr:


      Anzahl der Fälle Aufkl.-Quoten (%) HZ
            2002 2003 2002 2003      2002      2003
Südhessen 59.564 61.635 45,8 45,5 5.715 5.888
Stadt Darmstadt 16.448 15.931 50,2 49,5 11.880 11.465
LK DA-Dieburg 12.713 13.101 44,2 42,8 4.407 4.522
LK Groß-Gerau 14.042 14.627 40,9 41,7 5.606 5.804
LK Bergstraße 12.829 14.417 45,6 46,0 4.844 5.430
LK Odenwald 3.532 3.559 50,6 50,8 3.528 3.540


2      Ausgewählte Deliktsbereiche

    2.1 Straftaten gegen das Leben Im Jahr 2003 wurden 43 Straftaten gegen das Leben erfasst (Vorjahr 58), davon waren 12 Fälle des Mordes (Vorjahr 14), 22 Fälle des Totschlages (Vorjahr 40) und 9 Fälle der fahrlässigen Tötung (Vorjahr 4). Die Aufklärungsquote lag bei 100% (Vorjahr 91,4). Wie auch in den Vorjahren bleibt festzustellen, dass es sich dabei überwiegend um Beziehungsdelikte handelt, die nicht durch polizeiliche Maßnahmen zu beeinflussen sind.

    2.2 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung In diesem Deliktsbereich wurden insgesamt 566 Fälle angezeigt (Vorjahr 402). Die Aufklärungsquote lag bei 76,3% (Vorjahr 73,4%). Besondere Schwerpunkte oder Serientaten waren nicht darunter. Bei sexuellem Missbrauch wurde eine Steigerung von 207 auf 299 Straftaten festgestellt. Beim sexuellen Missbrauch von Kindern (dazu gehört auch Exhibitionismus gegenüber Kindern) wurden 161 Fälle (Vorjahr: 131) registriert. Die nicht unerhebliche Zunahme solcher Straftaten kann möglicherweise mit dem langen warmen Sommer 2003 und der durch Aufklärung bedingten Aufhellung des Dunkelfeldes erklärt werden.

    2.3 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Im Berichtsjahr wurden 5.541 Fälle (Vorjahr: 5.186) gemeldet. Das ist erneut eine Steigerung (6,8%). Die hohe Aufklärungsquote von 87,1% (Vorjahr 85,6%) zeigt deutlich, dass die Polizei auf diesem Feld, insbesondere auch bei häuslicher Gewalt, die Strafverfolgung intensiviert hat. Wie schon in den Vorjahren wurden parallel die Möglichkeiten des Opferschutzes verbessert. Das Polizeipräsidium Südhessen verfügt erstmals seit Ende 2003 über eine hauptamtliche Opferschutzbeauftragte. Beim Raub und der räuberischen Erpressung wurden 517 Fälle (Vorjahr: 519) angezeigt. Die Aufklärungsquote konnte auf 49,5 %(Vorjahr: 46,4%) verbessert werden.

    2.4 Diebstahl insgesamt Der Diebstahl insgesamt ist nach wie vor mit mehr als der Hälfte (51,1%) aller angezeigten Delikte mit 31.502 Fällen (Vorjahr 31.601) der größte Posten in der polizeilichen Kriminalstatistik. Hier liegt die Aufklärungsquote insgesamt bei 23,5% (Vorjahr 24,3%). Leichte Rückgänge sind bei den schweren Diebstählen von 16.814 auf 15.740 Straftaten festzustellen. Ebenso hat sich der rückläufige Vorjahrestrend sowohl beim Wohnungseinbruchdiebstahl (von 1.444 auf 1.314 Fälle) als auch beim Tageswohnungseinbruch (von 587 auf 537 Fälle) im gesamten Dienstbezirk fortgesetzt. Das hat seine Ursachen in vorbeugenden Maßnahmen und Sondereinsätzen gegen Tageswohnungseinbrecher. Ähnlich wie im Vorjahr sind nahezu 13 % aller Straftaten Diebstähle an, in und aus Kraftfahrzeugen oder insgesamt 7.952 Fälle (Vorjahr 8.822) mit einer Aufklärungsquote von 7,5% (Vorjahr 7,3%).

    2.5 Vermögens- und Fälschungsdelikte Einen starken Zuwachs gibt es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten auf 10.185 Fälle (Vorjahr 8.812 Fälle). Das entspricht dem bundesweiten Trend. Die jährliche Steigerung (2002 um 11,5% und 2003 um 15,6%) bei dieser Straftatengruppe setzt sich fort. Die Aufklärungsquote betrug 73,2% (Vorjahr: 76,0%). Die Zuwächse sind hauptsächlich beim Betrug (Ebay- Betrug, Lastschriftverfahren und Computerbetrug) und bei der Erschleichung von Leistungen zu beobachten.

    2.6 Rauschgiftdelikte Die Zahl der registrieren Rauschgiftdelikte ist von 2.654 auf 2.371 Fälle, bei einer Aufklärungsquote von 93,8 % (Vorjahr 93,9%), zurückgegangen. Der Schwerpunkt liegt mit 808 (Vorjahr: 1.019)Fällen naturgemäß wieder in der Stadt Darmstadt. Auch im Berichtszeitraum wurden Razzien und Kontrollen an den szenetypischen Treffpunkten - mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei - durchgeführt. Zusätzlich gelang es Südhessen im Rahmen von 36 Großverfahren insgesamt 8,2 kg Heroin, 2,2 kg Kokain, 55 kg Haschisch und 21 kg Amphetamine sicherzustellen. Wie bereits in den Vorjahren wurden außerdem verstärkte Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 1.149 (Vorjahr 1.082) Fahrzeugführer beim Führen von Fahrzeugen unter Drogeneinfluss gestellt. Damit wurden im Bereich des PP Südhessen mehr drogenbeeinflusste Fahrten festgestellt, als in allen übrigen hessischen Flächenpräsidien zusammen.


3      Ermittelte Tatverdächtige (TV)

    3.1 Jugendkriminalität und nichtdeutsche TV Im Jahr 2003 wurden insgesamt 21.623 (Vorjahr: 20.666) Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 77,1% männlich und 22,9% weiblich. Von allen ermittelten Personen waren 5.354 oder 24,8% unter 21 Jahre alt (Vorjahr: 25,4%), 890 waren unter 14 Jahre alt (Vorjahr: 826). 2.423 Personen (Vorjahr: 2.445) waren zwischen 14 und 18 Jahre alt und 2.041 (Vorjahr: 1.981) waren im Alter von 18 - 21 Jahren. Unter den ermittelten Tatverdächtigen waren 6.889 oder 31,8% (Vorjahr: 6.630 oder 32,1%) nichtdeutsche Personen. Damit hat sich der Anteil der nichtdeutschen ermittelten Straftäter kaum verändert.

    3.2 Gemeinsame Arbeitsgruppen Intensivtäter Wie auch in den Vorjahren gefährden einzelne ausländische Intensivtäter den Ruf der hier lebenden ausländischen Mitbürger. Die drei "Gemeinsamen Arbeitsgruppen Intensivtäter" (GAI) in Darmstadt, Groß-Gerau und Bergstraße haben im Berichtsjahr 153 (Vorjahr: 70) Straftäter abgeschoben, die mit über 1.000 Straftaten in Erscheinung getreten waren. Diese repressive aber auch zugleich präventive Arbeit der GAI wird fortgesetzt, da sie damit erheblich das Straftatenaufkommen mindert, in dem sie Intensivtäter außer Landes bringt.

    4 Ziele und Ausblick Das Polizeipräsidium Südhessen mit seinen nachgeordneten Dienststellen wird sich im Jahr 2004 besonders der Bekämpfung der Einbruchs- und Straßenkriminalität widmen. Damit orientiert die Behörde ihre Arbeit an den aktuellen Sicherheitsinteressen der Bürger mit dem gemeinsamen Ziel:

    In Partnerschaft mit dem Bürger Kriminalität verhindern und schnell aufklären!

    In den nächsten Tagen werden die Polizeidirektionen Odenwald, Groß- Gerau und Bergstraße die örtlichen Pressevertreter zu einem Gespräch über die spezifischen Entwicklungen in deren Zuständigkeitsbereich einladen.


ots-Originaltext: Polizeipräsidium Südhessen - Darmstadt

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