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15.04.2019 – 13:06

Polizeipräsidium Südhessen

POL-DA: Südhessen/Groß-Gerau: Präventionskooperation von Polizei und Zulassungsstelle-Biker auf Risiken hinweisen-Tipps für das Fahren auf Landstraßen

POL-DA: Südhessen/Groß-Gerau: Präventionskooperation von Polizei und Zulassungsstelle-Biker auf Risiken hinweisen-Tipps für das Fahren auf Landstraßen
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Südhessen (ots)

Im vergangenen Jahr verunglückten im Kreis Groß-Gerau vier Motorradfahrer mit Maschinen über 125 ccm tödlich. Zudem starb ein Mofafahrer. Zwölf Motorradfahrer schwerer Maschinen zogen sich 2018 im Kreis Groß-Gerau schwere Verletzungen zu. Insgesamt waren Fahrer von Maschinen über 125 ccm an insgesamt 61 Verkehrsunfällen beteiligt. In ganz Südhessen starben im vergangenen Jahr 19 Motorradfahrer, über 100 wurden schwerverletzt. Insgesamt ereigneten sich in Südhessen 448 Unfälle mit Motorrädern über 125 ccm. 2017 starben in Südhessen dagegen "nur" sechs Motorradfahrer.

Die drastisch gestiegenen Unfallzahlen mit verunglückten Motorradfahrern sind der Grund dafür, die Biker in diesem Jahr schon frühzeitig auf Gefahren und Risiken hinzuweisen. Zu den Hauptunfallursachen bei Motorradfahrern zählen Jahr für Jahr nicht angepasste Geschwindigkeit, geringer Sicherheitsabstand und riskantes Überholen.

Im Rahmen einer Präventions-Kooperation mit der Zulassungsstelle des Kreises Groß-Gerau, dort gab es im Jahr 2018 14.396 zugelassene Krafträder, erhalten Motorradfahrer, die ihre Maschine für den Verkehr zulassen möchten, schon bei der Anmeldung hilfreiche Informationen.

Ziel der Aktion ist es, die Biker auf Risiken beim Motorradfahren, wie nicht angepasste Geschwindigkeit und mit Fehlern anderer zu rechnen, aufmerksam zu machen. Zudem werden hierbei problematische Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnisse thematisiert.

Mit der Präventionskampagne der Hessischen Polizei "Du hast es in der Hand" appellieren die Ordnungshüter zudem an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer. Hierzu gehört auch, Anwohner nicht über Gebühr durch vermeidbaren Lärm zu belästigen. Zudem gilt es Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer durch verantwortungsvolles Fahren zu minimieren.

Nach dem Odenwaldkreis, dem Landkreis Bergstraße, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt, ist der Kreis Groß-Gerau nun der fünfte Kooperations-Partner der Polizei Südhessen.

Landrat Thomas Will begrüßt die Aktion sehr. "Jeder verunglückte Motorradfahrer ist einer zu viel", sagte der Landrat. Deshalb sei es so wichtig, die Fahrerinnen und Fahrer über mögliche Gefahren und sicheres Verhalten eindrücklich hinzuweisen. "Der Kreis Groß-Gerau hilft der Polizei bei der Prävention nach Kräften. Es ist gut, dass Motorradfahrer bereits bei der Zulassung bei der Kreisverwaltung hilfreiche Informationen mit an die Hand bekommen. Vielleicht können wir so darauf hinwirken, dass die Zahl der Motorradunfälle in unserer Region wieder abnimmt."

Strecken an der Bergstraße und im Odenwaldkreis auch bei Fahrern aus dem Kreis Groß-Gerau beliebt

Die Landstraßen im benachbarten Odenwaldkreis und an der Bergstraße sind auch für Zweiradfans aus dem Kreis Groß-Gerau beliebte Strecken. Zwei Biker aus dem Landkreis zogen sich im letzten Jahr bei Stürzen dort schwere Verletzungen zu. Erst kürzlich, am ersten Aprilwochenende, verunglückte ein junger Motorradfahrer aus Büttelborn bei Lautertal im Odenwald schwer und musste in eine Klinik eingeliefert werden. Er kollidierte in einer Kurve mit einem Auto, das von einer älteren Frau gesteuert wurde. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an. Gerade auf den kurvenreichen Straßen können gefährliche Situationen entstehen, die Motorradfahrer rasch überfordern. Die Kombination aus Unerfahrenheit und Übermut wird vielen Motorradfahrern gerade dort zum Verhängnis.

Oftmals grenzen Felder bis an die Fahrbahn, deren Bewuchs die Sicht einschränkt und in kurvigen Strecken die Sicht auf den weiteren Straßenverlauf beeinträchtigt. Weiterhin muss dort auch stets mit Fahrbahnverunreinigungen durch landwirtschaftlichen Verkehr gerechnet werden.

Viele Gefahren lauern auf dem Land für Biker bei einem Sturz außerdem auch neben der Fahrbahn. Bäume oder auch Schutzplankenpfosten führen oftmals zu schweren Verletzungen, teils mit Todesfolge.

Immer wieder sind auch Biker mit neuen Maschinen an Unfällen beteiligt. Das Risiko ist laut verschiedenen Studien bei ihnen deutlich höher, als bei Besitzern älterer Motorräder. Genau dort setzt die Kooperation des Polizeipräsidiums Südhessen mit der Zulassungsstelle ebenfalls an.

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Bernhard Lammel, sagte in diesem Zusammenhang: "Die Motorradfahrer schon ganz am Anfang der Saison zu sensibilisieren, ist uns sehr wichtig. Wir werden aber auch unsere Kontrollen auf stark frequentierten Strecken zur Reduzierung der Unfallzahlen und zur Bekämpfung des Lärms deutlich intensivieren."

Lammel betonte ausdrücklich: "Unsere Maßnahmen richten sich nicht gegen die große Masse der Motorradfahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten, sondern gegen jene, die zu schnell und zu laut unterwegs sind."

Für die Präventionskampagne konnte das Polizeipräsidium Südhessen einen prominenten Mitstreiter gewinnen. Der dreifache Superbike Champion und FIM Superstock 1000 European Champion 2018, Markus Reiterberger, unterstützt die Polizei bei ihrem Bestreben Unfälle mit Bikern zu reduzieren.

"Ich freue mich sehr, dass ich der Polizei Südhessen als Gesicht für ihre diesjährige Unfall-Präventionskampagne dienen kann und damit auch ein wichtiger Teil bei der Verbreitung der Botschaft "Du hast es in der Hand" bin. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen Motorradfahrer durch überhöhte Geschwindigkeit, Kontrollverlust und Rücksichtslosigkeit. Das muss nicht sein, wenn man sich nur ein bisschen daran hält, dass Racer auf die Rennstrecke gehören und eben nicht in den Straßenverkehr! Diese Botschaft ist sehr wichtig und ich möchte dabei helfen, dass sie auch diejenigen erreicht, die es betrifft", so Markus Reiterberger.

Rückfragen bitte an:

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