Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: "Kommt, wir spielen Einbrecher!" (Aber nur kucken!) - Verlassene Häuser locken Diebe - Was können sie tun?

Rollladen unten, Zeitung noch im Rohr - Ob da jemand zu Hause ist?

Friedberg (ots) - Urlaubszeit ist Reisezeit. Gerade Familien mit schulpflichtigen Kindern sind mit der Urlaubsplanung auf die Ferienzeiten angewiesen. Viele Häuser sind daher auch in Mittelhessen derzeit verlassen, weil die Bewohner sich im wohlverdienten Urlaub befinden. Das wissen auch die Einbrecher, die gerne gezielt in solche "verlassene" Häuser einbrechen, denn dort können sie ungestört arbeiten. Wie kann ich mein Haus vor Einbrechern schützen?

Es gibt ganz ganz viele Tipps. Die Hecke nicht zu hoch werden lassen, damit die Sicht von außen auf das Grundstück möglich ist. Fenster nicht offen oder gekippt lassen, wenn die Bewohner aus dem Haus sind. Fenster und Türen mit hochwertigen Sicherheitsmechanismen einbauen lassen. Nicht den Zweitschlüssel außerhalb des Hauses verstecken....

Noch mehr dieser Infos gibt es für Interessierte unter www.polizei-beratung.de

Doch wie schaffe ich es, mein Haus nicht verlassen aussehen zu lassen?

Erklären dazu kann man viel. Wir möchten heute aber einen ganz anderen Vorschlag machen, um das herauszufinden: *Spielen sie doch selbst einmal Einbrecher!* Nein, sie sollen jetzt nicht das Brecheisen aus der Garage holen und versuchen in Nachbars´ Haus einzubrechen. Aber versetzen sie sich in die Lage eines Einbrechers, ziehen sie seine "Brille" auf, wenn sie das nächste Mal durch die Straßen fahren oder mit dem Hund Gassi gehen.

Welches Haus wirkt verlassen?

Vielleicht ist die Mülltonne noch nicht von der Straße geräumt, obwohl die Leerung schon einige Stunden oder sogar Tage zurückliegt, das Zeitungsrohr quillt über, der Rasen bräuchte dringend einen Schnitt oder alle Rollläden sind selbst bei trüber Witterung heruntergelassen?!

Sie werden sehr viele Details bemerken, wovon jeder für sich betrachtet vielleicht gar nicht auffällt, die Summe aber durchaus den Unterschied zum bewohnten Nachbarhaus darstellen kann.

Und dann?

Setzen sie ihr neu erlebtes Einbrecherwissen um. Wenn sie selbst im Urlaub sind - oder die Nachbarn ihren Urlaub ankündigen. Sprechen sie darüber, wie man sich im nachbarschaftlichen Ausgleich unterstützen kann, um keinen verlassenen Eindruck zu vermitteln. Vielleicht kann der Nachbar nicht nur die Blumen gießen oder die Katze füttern, sondern auch den Briefkasten leeren, den Stand der Rollläden verändern und die Mülltonne wieder zurück zu schieben.

Fahren sie öfter als der Nachbar in den Urlaub und kommen auf seine Hilfeleistung zurück, dann ist er sicher auch mit der Einladung zum Grillabend als Wiedergutmachung einverstanden!

Ein paar Beispiele:

(1) Die Urlaubsstimmung dürfte bei Bewohnern eines Einfamilienhauses in der Steinbergstraße in Ortenberg-Bleichbach dahin gewesen sein, als sie Mitte des Monats aus dem Urlaub zurückkamen. Eine Woche lang waren sie weg. Irgendwann in dieser Zeit verschafften sich die Einbrecher durch die Kellertür Zutritt zu ihrem Haus, durchsuchten etliche Räume und ließen Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro mitgehen. Das alles, obwohl der Familienhund zu Hause war.

(2) Nach eine Woche der Abwesenheit kehrte auch eine Gießenrin in der vergangenen Woche in ihre Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Aulweg in Gießen zurück. Dort der Schock: Laptop, Digitalkamera und Handy - alles weg. Die Täter hatten den Rollladen der Terrassentür nach oben geschoben und die Scheibe eingeschlagen, um in die Wohnung zu gelangen.

(3) Bewohner eines Hauses in der Felix-von-Gruner-Straße in Karben-Petterweil machten in dieser Woche bei der Heimkehr aus dem Urlaub die unschöne Entdeckung. Durch ein Kellerfenster kamen die Täter ins Haus und entwendeten diverse persönliche Gegenstände. Auch hier beläuft sich der Schaden auf mehrere tausend Euro.

(4) Zwei Männer schlichen letzte Woche um ein Haus in der Weedgasse in Hungen-Utphe. Eine Nachbarin wurde auf sie aufmerksam und konnte die Täter verschrecken, als sie versuchten die Kellertür des Hauses aufzubrechen. Ein Glück für die Hausbewohner, sie befanden sich nämlich im Urlaub.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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