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04.03.2016 – 10:35

Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau

POL-FB: Zurück aus dem Kosovo - Heike Horlachers Auslandseinsatz beendet

POL-FB: Zurück aus dem Kosovo - Heike Horlachers Auslandseinsatz beendet
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Friedberg (ots)

Bad Vilbel: Das Erlernen von Sprachen fällt ihr normalerweise leicht, doch bei Albanisch ist auch sie an ihre Grenzen gekommen. Polizeihauptkommissarin Heike Horlacher ist trotz allem mit vielen neuen Erfahrungen im letzten Monat von ihrer Auslandverwendung im Kosovo zur Polizeistation Bad Vilbel zurückgekehrt.

15 Monate waren es am Ende, die Heike Horlacher im Kosovo verbracht hat. Stationiert in Pristina stand sie für die Direktionsbereiche Peja und Gjakova im westlichen Kosovo den örtlichen Polizeibehörden als Beraterin zur Verfügung. Eine verantwortungsvolle Aufgabe im Zuge der Mission "EULEX Kosovo", für welche sie vor ihrem Abflug ein Auswahlverfahren durchlaufen hatte und an entsprechenden Fortbildungen teilnehmen musste.

Unterstützung bei der Organisation und Planung von Einsätzen, die Teilnahme an Besprechungen, aber vor allem die Beratungen zur Weiterentwicklung des Polizeiapparates standen bei ihrer Arbeit im Kosovo im Vordergrund. Tätigkeiten, die mit dem normalen Dienst der Bad Vilbeler Dienstgruppenleiterin, wenig gemein haben.

Polizeipräsident Manfred Schweizer ließ es sich dieser Tage nicht nehmen, die Beamtin persönlich zurück in ihrer alten und neuen Tätigkeit zu begrüßen und ihr den ausdrücklichen Dank für das geleistete Engagement auszusprechen. In kleiner Runde erzählte Heike Horlacher dabei nicht nur von manch bürokratischen Schwierigkeiten in dem noch deutlich vom Krieg gezeichneten Land, sondern auch von den menschlichen Seiten ihres Einsatzes.

Dabei berichtete sie beispielsweise vom hohen Stellenwert eines eigenen Autos in der Mentalität der Kosovaren. Ein fahrbarer Untersatz sei ein wichtiges Gut. Und da dort wie hier der Grundsatz "je teurer je besser" gilt, würden Familien und Bekannte schon mal zusammenlegen, um sich gemeinsam ein besonders hochwertiges Exemplar zu kaufen. Anschließend würden regelrechte Fahrpläne erstellt, um die gemeinsame Nutzung zu ermöglichen und jedem den Genuss des Statussymbols zu ermöglichen.

Viel Geld hätten die Bewohnerinnen und Bewohner des Landes im Allgemeinen nicht zur Verfügung. Rund 400 Euro im Monat müssten im Durschnitt ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Lebensunterhaltungskosten seien aber entsprechend geringer. Polizisten im Kosovo würden mit 600 bis 800 Euro überdurchschnittlich viel Geld erhalten. Trotz allem sei es immer noch schwierig auch Serben für den Beruf zu gewinnen. Dies jedoch sei notwendig, um das Miteinander der verschiedenen Bevölkerungsgruppen weiter zu stärken und zu normalisieren.

Unsicher fühlte die Hauptkommissarin sich während ihres Auslandseinsatzes nicht. Wer sich nicht zu weit abseits der Hautstraßen bewege - wo regelmäßig diverse Munitions- und Mienenfunde gemacht werden - der müsse keine Angst haben. Gerade Deutsche seien sehr geschätzt in diesem Land. Da viele während der Unruhen in Deutschland lebten, oder zumindest Verwandte dort hätten, genießen die Deutschen ein hohes Ansehen im Kosovo. Und so konnte Heike Horlacher sich im fremden Land sogar hin und wieder auf Deutsch unterhalten, wo sie sonst mit Englisch und ein paar Brocken Albanisch ihren Weg finden musste.

Auch an einem wichtigen Projekt arbeitete Heike Horlacher in den letzten 15 Monaten mit. "Wer bisher einen Strafzettel im Kosovo bezahlte, der war nicht wirklich schlau", erzählte die Hauptkommissarin. "Da es keine Bußgeldbehörde wie in Deutschland gab und auch keine Möglichkeit einer Barverwarnung, gingen alle Strafzettel zur Bearbeitung an die Gerichte. Hoffnungslos überlastet mit diesem Aufkommen, konnten diese jedoch nicht zeitgerecht abgearbeitet werden. Da nach zwei Jahren die Forderungen unwirksam wurden, war unter Insidern gut beraten, wer bis dahin nicht zahlte." Sowohl die Möglichkeiten einer Barverwarnung bei kleineren Vergehen, als auch die Einrichtung einer Verwaltungsbehörde außerhalb der Gerichte erarbeitete daher das Projekt. Die baldige Umsetzung wird Heike Horlacher nur noch aus der Ferne mitbekommen.

15 Monate im Ausland bedeuten im Regelfall mindestens die gleiche Zeit wieder zu Hause, bis eine neue Auslandverwendung möglich wäre. Auf die Frage, ob sie sich noch einmal zu einer solchen bereiterklären würde, antwortet die Hauptkommissarin: "Jederzeit wieder". Dabei strahlt sie und berichtet anschließend freudig über ihre alte neue Arbeit auf der Polizeistation in Bad Vilbel.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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