Alle Meldungen
Folgen
Keine Meldung von Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau mehr verpassen.

26.08.2015 – 15:02

Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau

POL-FB: Enkeltrick scheitert
Polizei warnt vor Betrugsmasche

Friedberg (ots)

   -- 

Bad Nauheim: Mit der Masche "Enkeltrick" versuchten Betrüger am Dienstagnachmittag (25.08.2015) Beute in Bad Nauheim zu machen. Die Anruferinnen gaben sich bei als Verwandte aus und wollten ihre Opfer um ihr Erspartes bringen. Zweimal scheiterten die Betrüger.

Gegen 14.40 Uhr klingelte es bei einer 72-Jährigen. "Hallo? Hörst du wer hier ist?", begann die unbekannte Frau das Gespräch. Zunächst glaubte die Bad Nauheimerin eine Bekannte erkannt zu haben, nannte deren Namen und fragte zurück: "Bist du es?" Die unbekannte Anruferin bejahte und erklärte, dass sie gerade in Bad Homburg bei einem Notar sitze und für den Kauf einer Immobilie noch 2.000 Euro brauche. Die Rentnerin erkannte, dass die Geschichte nicht stimmen konnte und schlug der Unbekannten ein Treffen vor, da auch ihr Mann zuhause sei. Daraufhin legte die Betrügerin sofort auf. Ein Anruf bei der Bekannten bestätigte, dass der Anruf fingiert war.

Etwa 10 Minuten später, gegen 14.50 Uhr, rief eine Betrügerin eine weitere ältere Dame an. Die 70-Jährige nahm das Gespräch entgegen und glaubt zunächst ebenfalls eine Verwandte zu erkennen. Auch hier bat die Unbekannte um eine Geldsumme für eine Notlage. Die resolute Rentnerin erkannte den Schwindel und legte sofort auf.

Die Enkeltrick-Betrüger gehen immer nach der gleichen Masche vor: Ihre Opfer suchen sie sich aus elektronischen Ausgaben der Telefonbücher und orientieren sie sich hierbei an Vornamen, die eher Senioren tragen, zum Beispiel Hannelore, Elfriede oder Hilde. Am Telefon geben sie sich als Verwandter aus und wollen hohe Geldsummen ergaunern. Die Täter gehen hierbei sehr geschickt vor. Meist so geschickt, dass man ihnen ihre Geschichte fast abkaufen könnte. Das ist das Tückische an dieser Tatbegehung. Da sich die Täter ausschließlich an betagte Opfer wenden, profitieren sie von der Gutgläubigkeit, der Hilfsbereitschaf und dem teilweise schon schwindenden Hörvermögen der Opfer. Zudem nutzen die akzentfrei Deutsch sprechenden Täter, sowohl männliche, als auch weibliche Anrufer, den vielfach vorhandenen Wunsch nach mehr Kontakt mit den eigenen Familienangehörigen aus. Sie verwickeln die älteren Damen oder älteren Herren in ein Gespräch, bei dem sie nicht ihren Namen nennen, sondern die Angerufenen geschickt dazu bringen, einen Namen zu nennen. Dies geschieht mit der Formulierung wie etwa: "weißt Du denn nicht, wer hier ist?"

Haben sie sich das Vertrauen erschlichen, täuschen sie eine finanzielle Notlage vor und bringen ihre Opfer noch am selben Tag dazu, Bargeld von der Bank abzuheben und dieses dann einem "vertrauenswürdigen" Abholer zu übergeben. Auf diese Weise erbeuten die Täter nicht selten Summen bis zu 10.000 Euro.

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter weiter ihr Unwesen treiben. Um nicht Opfer eines Enkeltricks zu werden, gibt sie folgende Tipps:

   - Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst
     mit Namen vorstellt.
   - Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr 
     Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
   - Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter 
     ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten 
     und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt 
     bestätigen.
   - Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen 
     Verhältnissen preis.
   - Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
   - Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, 
     wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
   - Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und
     erstatten Sie Anzeige. 

Guido Rehr, Pressesprecher

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Wetterau
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Grüner Weg 3
61169 Friedberg
Telefon: 06031-601 150
Fax: 06031-601 151

E-Mail: poea-fb.ppmh@polizei.hessen.de oder
http://www.polizei.hessen.de/ppmh

Original-Content von: Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau, übermittelt durch news aktuell