Polizei Wetterau-Friedberg

POL-FB: Pressemeldung vom 28.02.2014:

Friedberg (ots) - Friedberg - Wetteraukreis: Internet - Betrug - 6.200 Euro weg - Kripo warnt vor sogenanntem "Romance - Scamming"

Um über 6.000 Euro wurde eine Frau aus Friedberg vor einigen Tagen von einem Unbekannten betrogen. Dabei spielte eine neue Form des Betruges eine Rolle. Im Internet hatte der Betrüger über ein soziales Netzwerk eine Art romantische Beziehung zur Friedbergerin aufgebaut. In der Folge gab der Mann vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden. Er veranlasste die Frau dazu, insgesamt 6.200 Euro ins Ausland zu überweisen.

Bei den bisherigen Ermittlungen stellte es sich heraus, dass die Frau offensichtlich auf einen sogenannten "Scammer" (Deutsch: Betrüger) hereinfiel. Dieser Kriminelle suchte offenbar im Internet gezielt nach seinem Opfer. Die bisherigen Erfahrungen in anderen Fällen zeigen, dass die Täter einen seriösen Eindruck hinterlassen und sich ungewöhnliche Lebensgeschichten zulegen, um sich bei dem "Opfer" interessant zu machen. Dabei geben sich die Männer oft als Architekten, Ingenieure oder Ärzte aus. Auf den Profilfotos bekommen die weiblichen Opfer eine attraktive Person präsentiert. Dazu teilt der Betrüger den Frauen auch mit, dass er in Amerika oder in Europa lebt. In Wirklichkeit handelt es sich um gestohlene Bilder und um Personen, die in Westafrika leben. Auch Frauen versuchen sich als Betrüger und gehen ähnlich vor. In allen Fällen sprechen die Täterinnen und Täter perfekt englisch oder benutzen kostspielige Übersetzungsprogramme. Bei den Gesprächen und Mitteilungen geht es zu Beginn keineswegs um Geld, sondern um den Beruf, die Familie und eine gemeinsame "romantische" Zukunft. Erst später, manchmal nach Wochen und Monaten, kommen dann finanzielle Notlagen hinzu. Dabei werden die neuen Bekannten dazu genötigt, Geld ins Ausland zu überweisen bzw. zu transferieren. Es gibt nie ein persönliches Treffen zwischen den beiden Personen.

Solche Betrüger sind nicht leicht zu erkennen. Anhaltspunkte und dafür sind:

a) Die Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel.

b) Die Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

c) Die Bilder: Meist finden sich im Internet Bilder in sehr schlechter und unscharfer Qualität, da sie illegal erlangt wurden. Ausnahme: Scamm-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind.

d) Der Inhalt der Mail: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit Liebesschwüren. Auch seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt meistens eine Rolle.

e) Verbindungen nach Westafrika / Russland / Südostasien: Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw.. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.

f) Bitte um Geld / Visum / Paket- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Stark verbreitet ist der Wunsch nach einem Visum für Deutschland.

Um über diese neue Betrugsform des "Scamming" (scam, engl. Bezeichnung für Betrug) aufzuklären, hat die Polizei auf der Internetseite www.polizeiberatung.de ein spezielles Informationsangebot bereitgestellt.

Jörg Reinemer Pressesprecher

ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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