Polizei Bremen

POL-HB: Nr.: 0509 - Unbegleitete Minderjährige in der Innenstadt

Bremen (ots) -

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Ort: 	Bremen-Innenstadt
Zeit: 	17.08.2014, 00.30 Uhr 

Kurz nach Mitternacht fielen am Sonntagmorgen Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei diverse unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an einer Ladenzeile am Bahnhofsvorplatz / Breitenweg auf. Daraufhin führten zusammen gezogene Einsatzkräfte schlagartig Kontrollmaßnahmen durch.

Die unbegleiteten Minderjährigen kommen aus den Ländern Algerien, Marokko und Guinea. Der Jüngste war gerade 12 Jahre alt. Das Gros ist im Alter von 13 bis 17. Einige von ihnen sind im Laufe der Woche mit Körperverletzungs-, Raub- und Diebstahlsdelikten in Erscheinung getreten und auch als so genannte "Antänzer" bekannt. Am Überprüfungsort und in einem Gewahrsamstransporter wurden insgesamt sechs Verkaufseinheiten Marihuana und eine Einheit Heroin gefunden und sichergestellt. Der 12-Jährige stand unter Alkoholeinfluss. Bei ihm und einem 14-Jährigen wurden 0.9 Promille festgestellt. Gegen drei der Minderjährigen wurden Platzverweise ausgesprochen. Insgesamt elf wurden zum Polizeistandort Stephanitor gebracht und blieben dort bis zur Abholung durch den Jugendnotdienst der Sozialbehörde. Das Verhalten einzelner gegenüber den beteiligten Beamtinnen und Beamten während des Einsatzes und auch an der Wache war teilweise unbeschreiblich und wird hier nicht weiter ausgeführt.

Dennoch beurteilt die Polizei das Verhalten der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF) sehr differenziert. Die Integration von teils traumatisierten, bildungsfernen und kommunikationsbeschränkten umF ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die sehr hohe Anforderungen und Erwartungen an alle Verwaltungsbereiche und örtliche Netzwerke stellt. Die Polizei beteiligt sich an Netzwerken in den Stadtteilen mit entsprechenden Unterkünften und am behördenübergreifenden Austausch.

Die Polizei wird gegen die umf, die durch Straftaten besonders in Erscheinung treten, ggf. in Abstimmung mit dem Ausländeramt und der Staatsanwaltschaft unter Ausnutzung aller rechtlichen Möglichkeiten intensiv vorgehen, um dieses Verhalten zu unterbinden.

Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, diese Differenzierung genauso zu entwickeln, um die Integrationsbemühungen nicht durch Stigmatisierung von unauffälligen umF zu konterkarieren.

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