Polizei Gütersloh

POL-GT: Roter Twingo fährt 11-Jährigen an und fährt weiter

Gütersloh (ots) - Gütersloh (CK) - am Mittwochnachmittag (12.03., 16.05 Uhr) war ein 11-jähriger Junge zusammen mit seinem 12-jährigen Freund Rad fahrend auf dem linken Radweg des Stadtrings Sundern in Richtung Stadtring Kattenstroth unterwegs.

An der Kreuzung Verler Straße hielten die Kinder kurz an, um an der dortigen Ampel die Straßenseite zu wechseln. Als die Ampel dann Grünlicht zeigte, fuhren die Jungen in die Fußgängerfurt.

Hier wurde der 11-Jährige dann von einem aus seiner Sicht von links kommenden Auto erfasst. Der Junge fiel auf die Motorhaube und blieb dort liegen.

Der Autofahrer stieg daraufhin kurz aus, hob die Sonnenbrille des Jungens auf und fragte ihn kurz nach seinem Befinden. Anschließend stieg er wieder in seinen roten Renault Twingo und fuhr über den Stadtring Sundern in Richtung Stadtring Nordhorn davon. Erst danach bemerkte der Junge, dass er verletzt worden war und sein Rad beschädigt worden war.

Der Autofahrer war in einem roten Renault Twingo mit Aufschrift unterwegs. Der Fahrer selbst war älter als 30 Jahre, etwa 185 cm groß und schlank mit wenig Haaren auf den Kopf.

Die Polizei sucht Zeugen. Wer kann Angaben zu diesem Unfall machen oder hat sonst Beobachtungen gemacht?

Hinweise und Angaben nimmt die Polizei in Gütersloh unter der Telefonnummer 05241 869-0 entgegen.

Aus gegebenem Anlass macht die Polizei darauf aufmerksam, dass IMMER die Polizei hinzuzuziehen ist, wenn Kinder in einen Verkehrsunfall verwickelt werden.

So laufen manche Kinder unbedarft auf die Straße und werden dann leicht angefahren; manche fahren mit ihrem Fahrrad auf der "falschen" Straßenseite oder andere kommen mit Wake-Boards ins Straucheln und geraten dann vor ein fahrendes Auto.

In der Regel halten beteiligte Autofahrer an, kümmern sich um das gestürzte Kind und fragen es, ob es verletzt sei. In vielen Fällen und unter Schock verneinen die Kinder dann aber diese Frage.

Oft passiert es, dass die beteiligten Autofahrer ihre Fahrt dann fortsetzen, ohne die Polizei zur Unfallaufnahme hinzuzuziehen - in dem guten Glauben, dass ja glücklicherweise nichts passiert sei.

Allerdings stellt sich die Sachlage oft anders dar, als es auf den ersten Blick scheint:

Nach einem - wenn auch leichten - Verkehrsunfall sind die allermeisten Kinder schlicht überfordert, die Situation und ihren Gesundheitszustand richtig einzuschätzen. Viele sind sehr erschrocken, verwirrt und verängstigt. Ihre Eltern oder andere Vertrauenspersonen sind nicht bei ihnen, außerdem werden sie von fremden Menschen angesprochen. Zudem sind Kinder unter 14 Jahren keine Feststellungsberechtigten i.S.d. § 142 StGB (Unfallflucht)!

Erst in der Schule oder zu Hause, in der gewohnten und vertrauten Umgebung, stellen sich dann unfallbedingte Schmerzen ein oder werden Beschädigungen am Fahrrad o.ä. festgestellt, die in der akuten Unfallsituation nicht gesehen wurden.

Melden die Eltern der Kinder daraufhin im Nachhinein den Unfall bei der Polizei, könnte es für beteiligte Autofahrer problematisch werden: Für den PKW-Fahrer besteht der Verdacht des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und ein entsprechendes Strafverfahren wird eingeleitet.

In den meisten Fällen hatten die Unfall beteiligten Autofahrer gar nicht die Absicht, vom Unfallort zu flüchten - erfüllen durch ihr Verhalten aber den Tatbestand der Verkehrsunfallflucht.

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist kein Kavaliersdelikt und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Die Höhe der Strafe hängt u.a. von dem verursachten Schaden ab, die Strafzumessung liegt jedoch allein beim Gericht. Weiterhin muss mit dem Entzug der Fahrerlaubnis gerechnet werden!!

In Ihrem eigenen Interesse und dem des Kindes und seiner Eltern sollte zu Unfällen, bei denen Kinder beteiligt waren, immer die Polizei hinzu gezogen werden - auch wenn die Kinder beteuern, dass es ihnen gut geht und auf den ersten Blick kein Schaden entstanden ist.

Rückfragen bitte an:

Polizei Gütersloh
Pressestelle Polizei Gütersloh
Telefon: 05241 869 0
E-Mail: pressestelle.guetersloh@polizei.nrw.de

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