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23.10.2017 – 08:01

Landespolizeiinspektion Erfurt

LPI-EF: Die Sonderkommission "Praxen" der Kripo Erfurt hat ihre Arbeit beendet

LPI-EF: Die Sonderkommission "Praxen" der Kripo Erfurt hat ihre Arbeit beendet
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Erfurt (ots)

In den Monaten Januar und Februar 2017 kam es in Erfurt zu einem sprunghaften Anstieg einer alarmierenden Serie von Besonders schweren Einbruchsdiebstählen, insbesondere in Arztpraxen, Physiotherapien, Büroräumen von Firmen und anderen Dienstleistungsunternehmen. Den örtlichen Schwerpunkt bildete hier die Erfurter Innenstadt, das Stadtzentrum. In wenigen Wochen sind über 200 Einzelfälle registriert worden, so der Erfurter Kripochef, Kriminaldirektor Peter Zaab. Der Handlungszwang, der Erwartungsdruck war enorm, so Zaab, da eine andere Sonderkommission, die SOKO "Dämmerung", ja gerade ihre Arbeit erfolgreich beendet hatte. Aufgrund der extrem hohen Anzahl der durch unbekannte Täter begangenen Einbruchsdiebstähle- in dieser kurzen Zeitspanne, der hauptsächlich ausgewählten Tatobjekte, habe ich mich im Februar 2017 dafür entschieden, erneut eine Sonderkommission zur Bekämpfung dieses Phänomens zu bilden, so der Kripochef Zaab. Dies war eine gewagte und sehr schwierige Entscheidung, angesichts der hohen Belastung aus dem täglichen Dienst. Wichtig war in diesem Zusammenhang, die bereits zu einem frühen Zeitpunkt vollzogene Kontaktaufnahme zur zuständigen Staatsanwaltschaft Erfurt durch die Leitung der SOKO. Die StA beauftragte die SOKO, wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls die Ermittlungen zielgerichtet zu führen. Dies ermöglichte die Umsetzung einer Vielzahl kriminaltaktischer und polizeitaktischer Maßnahmen, welche im zurückliegenden Zeitraum von sechs Monaten auch Stück für Stück umgesetzt werden konnten. In deren Ergebnis sind durch die SOKO insgesamt 38 Tatverdächtige im Alter von 19 bis 33 Jahren ermittelt worden. Davon waren 30 männlich und 8 weiblich. Bis auf einen - sind alle Tatverdächtigen in Erfurt wohnhaft. Durch die gewonnenen Ermittlungserkenntnisse, dass es sich bei den Delikten um einen große Serie handelt, die durchgeführten Durchsuchungen mit Auffinden von beweiserheblichen Sachen und Gegenständen, die Ergebnisse der Auswertung von insgesamt 1.500 Spuren durch das Thüringer Landeskriminalamt und das Stellen von Tätern in Einzelfällen auf frischer Tat, führte bei 13 der 38 Tatverdächtigen zum Erlass eines Untersuchungshaftbefehls. Die Ermittlungen haben auch ergeben, dass alle Tatverdächtigen keiner geregelten Arbeit nachgehen und von den Sozialleistungen des Staates leben. Bis auf einen Tatverdächtigen sind nach dem Ermittlungsstand der SOKO alle anderen drogenabhängig oder wegen Drogendelikte in der Vergangenheit auffällig geworden. Auch konnte die SOKO herausarbeiten, dass die Hauptzielrichtung der Einbrüche Bargeld oder andere Gegenstände (z.B. Handy) waren, die sich schnell zu Geld machen ließen. Aber auch im Fokus standen hochwertige Kleinkrafträder, welche nach erteilten Aufträgen entwendet worden und veräußert worden sind. Bei einer dieser Handlungen im Südthüringer Raum konnten drei Tatverdächtige auf frischer Tat gestellt und vorläufig festgenommen werden. Die Ermittlungen zum Motiv der Täter erbrachten den Ermittlern drei Zielrichtungen: Absichern des Lebensunterhaltes - zusätzlich zu den Sozialleistungen, Absichern der Spielsucht und Absichern des Drogenkonsums. Eine wichtige Erkenntnis haben die Ermittlungen der SOKO auch zutage geführt, die überwiegende Anzahl der Tatverdächtigen ist im jeweiligen Nahbereich der Tatorte wohnhaft. Bei ihren regelrechten Beutezügen haben die Tatverdächtigen ein Beuteschaden von ca. 185.000,00 Euro und einen Sachschaden von ca. 260.500,00 Euro verursacht.

Mit Beendigung der Arbeit der SOKO "Praxen" konnten von den vollendeten 165 Besonders schweren Einbruchsfällen 74% aufgeklärt werden, ebenso 51 Fälle des Versuchs. Der Kripochef Zaab stellte in der Abschlussbesprechung der SOKO resümierend fest, die Einbruchserie konnte gestoppt, beendet und aufgeklärt werden. Die verantwortlichen Hauptdrahtzieher sitzen in Untersuchungshaft. Die Entscheidung für eine Sonderkommission war richtig, auch wenn man als Dienststellenleiter weiß, dass überall der Schuh drückt, so Peter Zaab. Sein Dank gilt ausdrücklich allen eingesetzten Einsatzkräften der Schutz- und Bereitschaftspolizei, insbesondere den Mitgliedern der SOKO und dem TLKA.

Rückfragen bitte an:

Thüringer Polizei
Landespolizeiinspektion Erfurt
Pressestelle
Telefon: 0361 7443-1504
E-Mail: pressestelle.lpi.erfurt@polizei.thueringen.de
http://www.thueringen.de/th3/polizei/index.aspx

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