Hessisches Polizeipräsidium für Technik (HPT)

HPT: Hessisches Polizeipräsidium für Technik modernisiert Schießstand in Lorch - Sicherheitslage verändert das Einsatztraining und stellt andere Anforderungen an Polizeischießstände

Wiesbaden (ots) - Am Freitag, dem 26. Oktober, lud das Hessische Polizeipräsidium für Technik (HPT) zu einer Begehung der Schießstätte in Lorch ein, um den aktuellen Fortschritt der Modernisierung auf der Anlage vorzustellen.

Gleichzeitig wurde das veränderte Einsatztraining, die aktuelle Schutzausstattung der Notinterventionsteams (NIT-Ausrüstung), sowie das G36K Gewehr, welches derzeit von den Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten der Polizei Hessen genutzt wird, vorgestellt.

Modernisierungskosten von insgesamt 2,2 Mio. Euro

Die in den 60er Jahren durch die Bundeswehr errichtete und somit in die Jahre gekommene Schießstätte bedarf einer grundsätzlichen Sanierung, damit deren innere und äußere Sicherheit gewährleistet werden und ein ordnungsgemäßer Schießbetrieb stattfinden kann. Das HPT hat als verantwortlicher Betreiber der Schießstätte bei dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) entsprechende Baumaßnahmen in Auftrag gegeben. Die Kosten hierfür belaufen sich auf insgesamt 2,2 Mio. Euro. Insbesondere soll durch die Maßnahmen ein modernes polizeiliches Einsatztraining ermöglicht werden. Die Sanierungsmaßnahmen zur Schießstätte in Lorch sind seit dem 11.06.2018 bereits in vollem Gange. Dazu wurde der Schießbetrieb mit Wirkung zum 02.07.2018 eingestellt.

Im Rahmen der Gesamtsanierung sind Maßnahmen wie die Instandsetzung der Brücke im Zufahrtsbereich und des Scheibenraums der 300 Meter Anlage, die Modernisierung der Elektrotechnik auf dem Gelände, die Erneuerung der Geschossfangkammer der 300 Meter Anlage und der Zaunanlage (inkl. Wildschutzzaun), der Wechsel des Geschossfangmaterials von Sand zu Granulat, die Erneuerung der Schießbahnsohlen, das Ersetzen der Wälle auf den 25 Meter Anlagen durch Betonwände und der Einbau von Hochblenden auf den 25- und 300- Meter Anlagen vorgesehen und bereits zum Teil umgesetzt. Die Baumaßnahmen sollen im Frühjahr 2019 komplett abgeschlossen sein.

Ausrüstung der Polizei Hessen entspricht den neuen Herausforderungen

Der Präsident des HPT machte deutlich, dass die veränderte Sicherheitslage, insbesondere im Bereich des islamistischen Extremismus/Terrorismus, es notwendig macht, dass auch die Regelkräfte der Polizei Hessen, wie z. B. der Streifendienst der Polizeistationen und -reviere, mit Gewehren statt mit Maschinenpistolen ausgestattet werden und das Schießtraining intensiviert und angepasst werden muss. Insbesondere die Einführung einer neuen Mitteldistanzwaffe im Kaliber 5,56 mm x 45 Nato hat frühzeitig dazu geführt, dass die Einsatzfähigkeit der Schießstätte überdacht wurde.

Außerdem wurden hessenweit Notinterventionsteams ausgebildet, die eine spezielle NIT-Ausrüstung tragen. Insgesamt wurden über 2.000 Ausrüstungen beschafft.

Zusätzlich wurden die hessischen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten mit insgesamt 130 G36K Gewehren ausgestattet und an der Waffe ausgebildet. "Wir tun alles, dass unsere hessischen Polizistinnen und Polizisten bestmöglich ausgestattet in den Einsatz gehen und damit in jeder polizeilichen Lage die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürgern in Hessen gewährleisten können. Sei es im Streifendienst, im Ermittlungsdienst, bei gewalttätigen Fußball- oder Demoeinsätzen bis hin zur Bewältigung einer Terror- oder Amoklage. Die Schießstätte in Lorch spielt bei diesen Veränderungen eine wesentliche Rolle, da sie zurzeit eine der wenigen Anlage in Hessen ist, die für ein polizeiliches Training mit Mitteldistanzwaffen in Frage kommt", so Präsident Karl-Heinz Reinstädt.

Spezialeinsatzkommando (SEK), Beweis und Festnahmeeinheit (BFE) oder Operative Einheiten (OPE) nutzen die Anlage regelmäßig für Trainingszwecke. Die Einsatztrainer der Polizei Hessen bilden die hessischen Polizistinnen und Polizisten an allen Dienstwaffen einschließlich Gewehr auf der Schießanlage aus.

Stadt Lorch arbeitet Hand in Hand mit Polizei Hessen

Der Bürgermeister der Stadt Lorch, Jürgen Helbing stellt die besonders gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Lorch und der Polizei Hessen heraus. "Werktags wird die Schießanlage durch die Polizei Hessen genutzt und in den Abendstunden und am Wochenende können unsere Schützenvereine vom SV Lorch, die Interessengemeinschaft Schützen Lorch (IGSL) und die Schützen der Reservisten die Anlage nutzen. Die IGSL übernimmt dafür im Gegenzug die aufwändigen Pflegemaßnahmen im Schießstand und entlastet damit das Polizeibudget. Somit spielt seit Jahren der gesellschaftlich-soziale Aspekt hier eine wichtige Rolle und ist von Nutzen für die Stadt Lorch. "Wir arbeiten hier Hand in Hand hervorragend mit der Polizei Hessen zusammen", so Bürgermeister Helbing.

Hessisches Polizeipräsidium für Technik bereits seit 1996 verantwortlich für Schießstätte

Bei der Schießstätte Lorch im Rheingau handelt es sich um eine ehemalige Standortschießanlage der Bundeswehr. Diese diente dem Flugabwehrregiment 5 in Lorch zur militärischen Schießausbildung. Mit der Auflösung des Regimentes zum 31. März 1993 sollte auch die Standortschießanlage aufgegeben werden.

Aufgrund mangelnder Schießstätten für das Training von Spezialeinheiten wurde seitens der hessischen Polizei zu diesem Zeitpunkt erste Bemühungen unternommen, die Standortschießanlage für die Aus- und Fortbildung zu übernehmen. Hierzu ist im Kalenderjahr 1994 ein entsprechender Antrag beim Regierungspräsidium Darmstadt gestellt worden.

Das gesamte ehemalige Übungsgelände der Bundeswehr steht im Eigentum des Landesbetriebs Hessen Forst. Am 20.06.1996 wurde die ehemalige Standortschießanlage Lorch offiziell an das jetzige Hessische Polizeipräsidium für Technik übergeben. Hierbei wurde eine Teilfläche (Standortschießanlage) sowie die befestigte Zufahrtsstraße (Panzerstraße) von der Forstverwaltung an das HPT übertragen. Seit diesem Zeitpunkt wird die Schießstätte Lorch kontinuierlich durch die hessische Polizei genutzt.

Notwendigkeit der Modernisierung wird begrüßt

Bei dem Pressetermin waren neben Bürgermeister Jürgen Helbing und dem Präsident des Hessischen Polizeipräsidiums für Technik KarlHeinz Reinstädt, Vertreter des Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Vertreter der örtlichen Schützenvereine, sowie ein Vertreter des Forstamts Rüdesheim anwesend. Die Teilnehmer sahen unisono die Notwendigkeit der Umbaumaßnahmen sowie der Aus- und Fortbildung einer sich den neuen Herausforderungen stellenden Polizei auf dem Schießstand in Lorch, um der veränderten Sicherheitslage adäquat entgegenzuwirken.

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