Polizei Köln

POL-K: 180905-1-LEV Don Quichotte im Opel Tigra - Windmühle war ein Streifenwagen...

Köln (ots) - Wie gerne erinnert man sich an Cervantes` Romanhelden Don Quichotte von La Mancha, den unterbelichteten "Ritter von der traurigen Gestalt". Auf seinem klapprigen Gaul namens Rosinante und mit eingelegter Lanze auf Windmühlen losgehend, die er halluzinierend für verzauberte Riesen hielt. Auch aus seinem vermeintlich heroischen Angriff auf eine Hammelherde, die der verarmte Adlige für eine feindliche Armee hielt, ging er dann arg lädiert hervor.

Diesem literarischen Meilenstein nicht ganz unähnliche Bilder hatte in der Nacht auf Mittwoch (5. September) eine zivile Streifenwagenbesatzung in Leverkusen vor Augen. Was der Fahrer (25) eines Opel Tigra gleichzeitig an der Kreuzung Herbert-Wehner-Straße/Oulustraße seinerseits vor Augen hatte, lässt sich ohne weiteres erraten.

Aus Richtung Karl-Carstens-Ring kommend, hatte der Leverkusener den Sportcoupe angesichts der roten Ampel auf der rechten von zwei Linksabbiegespuren angehalten. Als er linkerhand ein ebenfalls wartendes junges Pärchen in einem Sportwagen bemerkte, erwachte in dem tatsächlich leicht Benebelten der "Held von La Mancha". Immer wieder betätigte er nun den Gashebel und ließ den Motor des schwarzen Flitzers laut aufröhren. Den Blickkontakt zu den ihm Unbekannten suchend, rollte der Tigra-Fahrer ein Stück vor, bremste, rollte vor... Und beim Phasenwechsel auf Grün nach links in die Oulustraße abbiegend, gab er "Rosinante" die Sporen. In augenscheinlicher Erwartung eines Rennens ließ sich der "alte Klepper" angesichts einer vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 60km/h auf satte 130 Sachen beschleunigen. "Im gestreckten Galopp" und ohne den Blinker zu setzen wechselte der 25-Jährige mehrfach den Fahrstreifen. Den Kreisverkehr Oulustraße/Steinbücheler Straße durchfuhr er kurzerhand entgegen der Fahrtrichtung, "souverän" über die Mittelinsel. Nur zufällig kam es im Verlauf der Raserei nicht zu einer Fremdgefährdung. Am Theodor-Heuss-Ring stoppten dann seine vermeintlichen Renngegner den Mann.

Ja, und wie beim besagten, gutmütigen Rittersmann kam es dann knüppeldick für den Ertappten. Gut, eine gültige Fahrerlaubnis musste und konnte er den Polizisten zwar nicht vorweisen: Sein Führerschein ist ihm bereits entzogen worden - in einem Verkehrsstrafverfahren wegen überhöhter Geschwindigkeit. "Ein Rennen wollte ich überhaupt nicht fahren. Ich wollte nur verhindern, dass der Motor ausgeht", behauptete der bereits mit Verkehrs- und Drogenverstößen mehrfach in Erscheinung Getretene. Nein, einen derart kleinlauten Rückzieher hätte sich der aufrechte Don Quichotte definitiv niemals geleistet. Und der Ärmste wurde bekanntlich im Käfig auf einem Ochsenkarren in seine Heimat zurückbefördert. Ein Atemalkoholtest bei dem Leverkusener ergab gut 0,3 Promille. Zumal sich darüber hinaus Hinweise auf Drogenkonsum ergaben, ordneten die Beamten entgegen seinem Widerspruch eine Blutprobe an. Woraufhin er immerhin auf dem gepolsterten Rücksitz eines Dienstfahrzeugs zur Wache chauffiert wurde.

Den auf seinen Vater zugelassenen Tigra beließen die Polizisten verschlossen vor Ort. Und untersagten dem Raser wiederum das Führen erlaubnispflichtiger Kraftfahrzeuge. Wegen des Überlassens seines Autos muss auch der Halter sich in einem Strafverfahren verantworten.

Man sagt, es gäbe Don Quichottes, die Wind säen, um mit Mühlen kämpfen zu können. Das Ende dürfte immer - und ganz unabhängig vom Ergebnis eines Rennens - ernüchternd ausfallen. Siehe oben. (cg)

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