Hauptzollamt Rosenheim

HZA-RO: Zoll gibt Tipps zur Reisezeit

HZA-RO: Zoll gibt Tipps zur Reisezeit
Ein sinnvoller Reisebegleiter: die App "Zoll und Reise" (Foto © Zoll) (Links: https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Reisen/reisen_node.html und https://www.zoll.de/DE/Service_II/Apps/Zoll_und_Reise/zoll_und_reise_node.html)

Rosenheim (ots) - Das Hauptzollamt Rosenheim gibt Reisenden Tipps, für eine reibungslose Einfuhr ihrer Urlaubseinkäufe

Nachdem für die ersten Bundesländer die Sommerferien schon zu Ende 
gehen, haben sie in Bayern vor kurzem erst angefangen. Mit den 
Sommerferien hat auch die Hauptreisezeit begonnen. Aber spätestens, 
wenn die erholsame Zeit in einem fernen Land zu Ende geht, stellt 
sich dem Urlauber, der mit dem Koffer voller Andenken und Schnäppchen
wieder heimreisen will, die Fragen: "Welche Waren sind bei der 
Einreise nach Deutschland erlaubt?", "Bis zu welchem Warenwert 
brauche ich keine Abgaben auf meine Einkäufe zu bezahlen?" oder 
"Wieviel muss ich bezahlen, wenn die Freimenge überschritten wurde?". 

"Informieren Sie sich am besten schon vor Reiseantritt beim Zoll" empfiehlt Robert Woerner, Leiter des Hauptzollamts Rosenheim. "Der Zoll stellt auf seinen Internetseiten alle relevanten Informationen zur Verfügung. Einen sehr guten Überblick über die wichtigsten Zollbestimmungen bietet auch die kostenlose Smartphone-App "Zoll und Reise". Fragen von Privatpersonen beantwortet die Zentrale Auskunft des Zolls unter der Rufnummer 0351/44834-510 und unter der Email-Adresse info.privat@zoll.de, können aber natürlich auch an die örtliche Zolldienststelle gerichtet werden."

Die App "Zoll und Reise" wurde pünktlich zur Reisezeit rundum 
überarbeitet und mit vielen neuen Funktionen und einem frischen 
Design ausgestattet. Sie steht ab sofort im Play Store (Android) und 
App Store (iOS) in der Version 2.0.4 zum Download bereit. Sie 
funktioniert nach dem Herunterladen ohne Internetverbindung und ist 
daher auch für den Urlaub im Ausland bestens geeignet. 

Einkäufe aus anderen EU-Mitgliedstaaten Grundsätzlich besteht zwischen allen EU-Ländern der "freier Warenverkehr". Das bedeutet, Privatpersonen können für Ihren persönlichen Bedarf so viele Schuhe aus Italien, Pralinen aus Belgien oder Modeartikel aus Frankreich abgabenfrei und ohne Zollformalitäten nach Deutschland mitbringen, wie sie wollen. Manchmal werden allerdings Waren in so großen Mengen mitgebracht, dass eine rein private Verwendung zweifelhaft erscheint. Für Genussmittel, wie Tabakwaren, Alkoholika, Kaffee, und für Energieerzeugnisse (Kraftstoffe) wurde die abgabenfreie Menge deshalb begrenzt. Eine Kurzübersicht über die derzeit gültigen Reisefreimengen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Vorsicht! Einige beliebte Urlaubsregionen innerhalb der EU, wie z.B. 
die spanischen Kanaren, die britischen Kanalinseln oder die 
französischen Überseedepartements Martinique oder Guadeloupe haben 
den Status eines "steuerlichen Sondergebiets", wodurch sie bei den 
Reisefreigrenzen den Nicht-EU-Ländern gleichgestellt sind. Reisende 
aus diesen Gebieten haben nicht nur geringere Mengen an Genussmitteln
frei, sondern können auch sonstige Urlaubseinkäufe nur bis zur 
Wertgrenze von 430 Euro pro Person steuerfrei mitbringen. 

Einkäufe aus Nicht-EU-Ländern Bei der Einreise aus Staaten, die nicht der Europäischen Union angehören (Drittländer), können Waren zu nichtgewerblichen Zwecken innerhalb bestimmter Mengen- und Wertgrenzen pro Person abgabenfrei eingeführt werden. Beispielsweise können Personen ab 17 Jahren 200 Zigaretten, einen Liter Rum und weitere Einkäufe bis zu einem Warenwert von 300 Euro (bzw. 430 Euro bei Einreise per Flugzeug oder Schiff) mitbringen, ohne diese versteuern zu müssen. Eine Kurzübersicht über die derzeit gültigen Reisefreimengen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Um die Reisefreimengen nutzen zu können, sollten Reisende jedoch folgende Grundsätze beachten:

- Quittungen aufbewahren
Für die Feststellung, ob die Wertgrenzen eingehalten oder 
überschritten worden sind, ist der Warenwert einschließlich der 
ausländischen Umsatzsteuer maßgebend. Urlauber, die für ihre 
Reisemitbringsel keine Kaufbelege vorlegen können, laufen Gefahr, 
dass der Warenwert vom Zoll geschätzt wird.
- Nur Waren für den persönlichen Ge- und Verbrauch einkaufen
Reisefreimengen können nur für Waren, die zum persönlichen Ge- oder 
Verbrauch des Reisenden bzw. für Angehörige seines Haushalts oder als
Geschenk bestimmt sind, in Anspruch genommen werden. Waren, die 
entgeltlich für andere Personen mitgebracht bzw. mit dem Ziel des 
Weiterverkaufs mitgebracht wurden, sind von der Abgabenbefreiung im 
Rahmen einer Reisefreimenge ausgenommen.
- Waren nicht per Post nachsenden lassen
Bringen Urlauber ihre erworbenen Waren nicht selber im Reisegepäck 
mit, sondern lassen sich diese per Post aus dem Urlaubsland 
nachsenden, so können für diese Waren die Reisefreimengen ebenfalls 
nicht in Anspruch genommen werden.
- Reisefreimengen mehrerer Personen nicht addieren
"Diese Regel wird anhand eines Beispiels deutlich", so Andreas 
Rudolph vom Hauptzollamt Rosenheim. "Hat ein Ehepaar, das per 
Flugzeug aus den USA zurück kommt, zwei Notebooks für je 400 Euro 
gekauft, so kann jeder ein Notebook abgabenfrei einführen (jedes 
weitere Notebook müsste aufgrund der Überschreitung der Wertgrenze 
verzollt werden).
Hat das Paar jedoch nur ein iPhone für 800 Euro gekauft, dürfen die 
Reisefreigrenzen der Partner nicht einfach zusammengefasst werden. 
Bei sogenannten "nicht teilbaren" Waren (wie z.B. auch einer 
Lederjacke oder einem Goldring) kann immer nur die Freigrenze einer 
Person in Anspruch genommen werden." Überschreitet der Wert einer 
nicht teilbaren Ware die Reisefreigrenze, dann berechnen sich die 
Einfuhrabgaben vom Gesamtwert der Ware und nicht nur von dem Betrag, 
der die Freigrenze übersteigt.
- Reisefreimengen gelten nicht für verbotene Waren
Die Reisefreimenge umfasst beispielsweise nicht sogenannte 
"Hanf-Zigaretten", die seit Juli 2017 in der Schweiz legal erhältlich
sind. Diese sind nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz verboten; 
wer sie nach Deutschland mitbringt, macht sich wegen des Verbringens 
von Drogen strafbar. 
Von der Reisefreimenge für andere EU-Mitgliedstaaten ausgenommen sind
"Schmuggel-zigaretten", die in der EU nicht vertrieben werden dürfen.
Urlauber können sie oft nur am extrem billigen Preis erkennen oder 
daran, dass die Steuerbanderole oder die vorgeschriebenen 
Sicherheitshinweise fehlen. Der Kauf und das Verbringen solcher 
Zigaretten nach Deutschland ist ebenfalls strafbar. 

Wichtige Verbote und Beschränkungen:

   - Artenschutz 

Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf Reisesouvenirs wie in Alkohol eingelegte Kobras, Cowboystiefel aus Schlangenleder, bunte Korallen oder ähnliches zu verzichten. Durch den Kauf derartiger Waren tragen Touristen - meist unwissend - dazu bei, dass der Bestand vieler Arten weltweit gefährdet ist. Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder Waren daraus ist streng reglementiert. Verstöße werden konsequent verfolgt. Wer solche Waren aus dem Urlaub mitbringt, muss nicht nur mit deren Einziehung durch den Zoll, sondern auch mit hohen Bußgeldern oder gar Strafen rechnen. Welche Tiere und Gegenstände besonders geschützt sind finden Sie unter www.artenschutz-online.de.

   - Markenschutz 

Markenbrillen, Luxusuhren oder Designerhandtaschen aber auch Bekleidung, Fan- und Kosmetikartikel namhafter Hersteller werden in Urlaubsländern häufig zu verdächtig niedrigen Preisen angeboten. Jedem Urlauber, der solche vermeintlichen Markenprodukte erwirbt, sollte klar sein, dass es sich wahrscheinlich um Plagiate, also um qualitativ minderwertige Fälschungen handelt. Diese fügen nicht nur den Herstellern der Originalware einen wirtschaftlichen Schaden zu, sondern können auch schädlich für den Käufer sein, da sie oft ohne vorherige Sicherheits- und Gesundheitsprüfung auf den Markt kommen. Findet der Zoll bei einer Kontrolle gefälschte Markenartikel in einem Umfang, der die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken nahelegt, droht nicht nur die Beschlagnahme der Ware, sondern auch ein Strafverfahren.

   - Kulturgutschutz 

Ob ein Gegenstand ein Kulturgut ist, kann ein Urlauber nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen. In einigen Urlaubsländern sind nicht nur wertvolle Antiquitäten und bedeutende Kunstgegenstände durch Ausfuhrbeschränkungen oder -verbote geschützt, sondern z.B. auch in der Natur zu findende Tonscherben, Versteinerungen und Steine. Wer diese unbedacht einsammelt und als Andenken mitnimmt, muss dafür unter Umständen eine hohe Geldstrafe bezahlen. Der Zoll empfiehlt jedem Urlauber, der ein besonderes Souvenir mitbringen möchte, sich vorher über die geltenden Ausfuhrbeschränkungen in seinem Urlaubsland zu informieren und im Zweifel gänzlich auf derartige Souvenirs zu verzichten.

   - Lebensmittel 

Landestypische kulinarische Spezialitäten sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Zum Schutz vor Tierseuchen ist die Einfuhr bestimmter Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern streng reglementiert. Fleisch und Milchprodukte dürfen aus Drittländern in der Regel überhaupt nicht eingeführt werden, egal in welcher Menge oder Form. Findet der Zoll beispielsweise verpackten Käse oder Trockenfleisch im Reisegepäck, werden diese Waren eingezogen und vernichtet. Reisende, die mit Kleinkindern unterwegs sind oder auf eine spezielle Ernährung angewiesen sind, müssen die strengen Regelungen jedoch nicht fürchten. Säuglingsmilchpulver, Säuglingsnahrung und aus medizinischen Gründen erforderliche Spezialnahrung kann bedenkenlos mitgebracht werden (ungeöffnete Verpackung, bis zwei Kilo). Ebenso Nahrungsmittel, die nur in geringen Mengen Sahne und Milch enthalten (wie z.B. Schokolade oder Kekse). (Link: http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Reisen/Reisen-nach-Deutschland-aus-einem-nicht-eu-Staat/Einschraenkungen/Tiere-und-Pflanzen/Schutz-Tierseuchen/Regelungen-Erzeugnisse-tierischen-Ursprungs/regelungen-erzeugnisse-tierischen-ursprungs_node.html)

   - Arzneimittel 

Arzneimittel dürfen in einer, dem üblichen persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechenden, Menge nach Deutschland eingeführt werden. Der Zoll erkennt maximal die für 3 Monate erforderliche Menge als üblichen persönlichen Bedarf an. Eine Ausnahme bilden jedoch gefälschte Arzneimittel. Diese dürfen vom Reisenden selbst dann nicht eingeführt werden, wenn sie für den eigenen Bedarf bestimmt sind. Für betäubungsmittelhaltige Arzneimittel, wie z.B Morphin oder Methadon, gelten besondere Bestimmungen, insbesondere die Vorlage einer ärztlichen Verschreibung nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung.

   - Barmittel 

Wer aus der EU ausreist bzw. in die EU einreist und Barmittel oder gleichgestellte Zahlungsmittel in einem Gesamtwert von mindestens 10.000 Euro mit sich führt, ist gesetzlich verpflichtet, dies sofort und unaufgefordert der Grenzzollstelle schriftlich anzuzeigen. Der Reisende sollte wissen, dass nicht nur Bargeld sondern z.B. auch Aktien, Schecks, Sparbücher, Goldbarren, Münzen und Edelsteine (roh oder geschliffen, jedoch nicht als Schmuck) anzeigepflichtig sind. Diese Maßnahme wurde von der EU zur Bekämpfung der Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und organisierten Kriminalität beschlossen. Wer der Anzeigepflicht nicht oder nicht vollständig nachkommt, handelt ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu einer Million Euro geahndet werden. Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union muss dem Zoll erst auf ausdrückliches Befragen wahrheitsgemäß (d.h. auch: vollständig) Auskunft über den Wert, die Herkunft, den Verwendungszweck und die Art mitgeführter Barmittel im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr erteilt werden.

Veranstaltungstipp
Wer sich näher für die Arbeit des Zolls interessiert und seinen 
Urlaub in Deutschlands Norden verbringt, dem empfiehlt sich ein 
Besuch beim "Tag des Zolls", der dieses Jahr am 2. September 2017 in 
Hamburg stattfindet. Unter dem Motto "GANZ NAH DRAN AM ZOLL" öffnet 
der Zoll die Tore des Cruise-Terminals in der Hafen-City und 
informiert mit Vorführungen, Präsentationen und Infoständen lebensnah
über seine vielen spannenden Aufgaben. Darüber hinaus werden sowohl 
die Ausbildungsmöglichkeiten beim Zoll, als auch die derzeit aktiven 
Zollboote vorgestellt. 
(Link: 
http://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Tag-des-Zolls/tag-des-zolls_node.html) 

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Rosenheim
Pressestelle
Andreas Rudolph
Telefon: 08031/3006-7020
E-Mail: presse.hza-rosenheim@zoll.bund.de
www.zoll.de

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