Hauptzollamt Gießen

HZA-GI: Neustädter "Zollmeister" geht nach mehr als 45 Dienstjahren in den Ruhestand

"Auf zu neuen Ufern" Herbert Losekam mit einem von der IHK Fulda geschenkten "Fuldaer Rucksack"
"Auf zu neuen Ufern" Herbert Losekam mit einem von der IHK Fulda geschenkten "Fuldaer Rucksack"

Gießen (ots) - Am 30. September ging der langjährige Zollrechtsexperte des Gießener Hauptzollamtes, Herbert Losekam, nach mehr als 45 Dienstjahren in den Ruhestand.

Nach seiner Schulausbildung machte der aus Speckswinkel stammende und heute in Neustadt lebende Losekam zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Die kam ihm dann für sein späteres Wirken beim Zoll zugute.

Seinen Beamtendienst begann er dann 1973 beim damaligen Hauptzollamt Frankfurt am Main Domplatz mit der dreijährigen Ausbildung zum gehobenen Zolldienst, die größtenteils am Bildungszentrum des Zolls im Baden-Württembergischen Sigmaringen stattfand.

Bereits nach dieser Ausbildung beschäftigte ihn als junger Zollinspektor das Zollrecht quasi von der Pike auf, denn er arbeitete fünf Jahre in der Frachtabfertigung am größten Fracht-flughafen Europas in Frankfurt am Main. Danach übernahm er für zweieinhalb Jahre als Abfertigungsleiter die Zollabfertigungsstelle beim Hauptzollamt Gießen bevor er an das Zollamt Marburg wechselte.

Dort, in seinem Heimatkreis Marburg-Biedenkopf, avancierte er schließlich vom Abferti-gungsleiter zum Leiter des Zollamtes. Er leitete das Amt mehr als 14 Jahre mit viel Herzblut und suchte stets die Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft bei der für die Unter-nehmen oft komplexen Zollabfertigung zu verbessern. Dabei verkörperte er eine Praxis, die nicht von einer Obrigkeitsverwaltung sondern durch eine gegenseitige Partnerschaft von Wirtschaft und Zoll geprägt war.

Ab 2002 füllte er mit seinem reichhaltigen Praxiswissen sieben Jahre dann die Stelle des Sachgebietsleiters für Zollabfertigung beim Hauptzollamt Gießen aus, in das er drei Jahre zuvor als Sachbearbeiter gewechselt hatte.

Nach Umstrukturierungen im Hauptzollamt übernahm er für vier Jahre kommissarisch die Leitung eines neueingerichteten, größeren Sachgebietes für Steuererhebung und Zoll. Die letzten fünfeinhalb Jahre wirkte er dann als Fachgebietsleiter für Zollrecht und Stellvertreter der Sachgebietsleitung. Gleichzeitig war er in der Zeit als Koordinator für die Zollabfertigung bei den sechs Zollämtern im Bezirk des Hauptzollamtes für einheitliche Qualitäts-Standards verantwortlich.

Sehr früh bemühte sich der Zollrechtler gemeinsam mit den fünf IHK'en darum, die Qualität bei der Zollabfertigung zu verbessern und den Unternehmen im Bezirk dazu das notwendige Know-How zu vermitteln. Mehr als 30 Jahre war er als sogenannter Verbindungsbeamter zu den Handelskammern das Bindeglied zwischen Wirtschaft, Kammern und Zoll. Eine "Einrichtung", die bundesweit zur damaligen Zeit neu und in ihrer Ausgestaltung nicht alltäglich war. Der Federführer Inter-national des IHK-Verbundes Mittelhessen, Robert Malzacher bezeichnete diese Funktion in seiner Rede anlässlich der Verabschiedung Losekams gar als "dessen Erfindung" und das Ergebnis als "Win-Win-Win-Situation" für alle Beteiligten.

Ständige Neuerungen im Zollrecht wie zum Beispiel die die Einführung eines neuen, europaweit einheitlichen Zollanmeldevordruckes, die Umstellung von der Papieranmeldung auf elektronische Zollanmeldungen oder die Zertifizierungen der Unternehmen durch die Zollbehörde brachten für die Firmen oft schwer zu lösende Herausforderungen mit sich.

Herbert Losekam sah sich immer in der Verantwortung und organisierte gemeinsam mit den IHK'en und großem persönlichen Engagement immer wieder Zollseminare und Infoveranstaltungen, die von den Außenhandelsunternehmen im Bezirk dankend angenommen wurden. Insgesamt schulte er so mehr als 25.000 Teilnehmer im Zoll-, Außenwirtschafts- und Präferenzrecht und war jederzeit für die Zollsachbearbeiter der Unternehmen in ganz Nord-, Ost- und Mittelhessen ansprechbar. Das brachte ihm schnell den Ruf des "Zollmeisters" ein, der aber nun abtritt.

Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Herbert Losekam 2013 anlässlich des Weltzolltages durch die Weltzollorganisation mit der Certification of Merit für besondere Verdienste im Bereich "Innovation for Customs progress" (Innovation für den Zollfortschritt) geehrt. Eine Auszeichnung die bundesweit nur wenigen Zollbeamte in ihrem Berufsleben zu Teil wird.

Über sein berufliches Wirken hinaus gehörte der jetzige Pensionär zehn Jahre dem örtlichen Personalrat an und gehörte für einige Jahre als ehrenamtlicher Beamtenbeisitzer dem Hes-sischen Verwaltungsgerichtshof an. Er war als Fußballer im Zollsportverein tätig und verfasste eine Chronik über den Zoll in der oberhessischen Provinz.

Der stellvertretende Leiter des Hauptzollamtes Gießen, Oberregierungsrat Torsten Pfeiffer, verabschiedete den 65-Jährigen Zolloberamtsrat in einer Feierstunde mit vielen Gästen, Ver-tretern der IHK'en und Weggefährten. Er dankte ihm für seine Arbeit, die er in seinen Dienstjahren geleistet hat und hob insbesondere seine fachliche Kompetenz und sein Wirken über die dienstlichen Aufgaben hinaus hervor.

Anstelle von Abschiedsgeschenken wünschte sich der Zöllner Losekam von den Gästen seiner Abschiedsfeier Spenden zugunsten der Marburger Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder e.V., die in Kürze überreicht werden. Die Einrichtung wurde bereits mehrfach durch Spenden des Marburger Zollamtes unterstützt. Künftig will der geschichtsinteressierte Pensionär seiner Leidenschaft verstärkt nachgehen und an der Marburger Universität Geschichts-Vorlesungen besuchen.

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E-Mail: presse.hza-giessen@zoll.bund.de
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