Hauptzollamt Gießen

HZA-GI: Kleine Spielzeuge machen dem Zoll im Internationalen Postzentrum in Niederaula Arbeit Exotische Dienststelle

HZA-GI: Kleine Spielzeuge machen dem Zoll im Internationalen Postzentrum in Niederaula Arbeit
Exotische Dienststelle
beschlagnahmte Handkreisel

Gießen (ots) - Seit fast zehn Jahren gibt es die dem Zollamt Bad Hersfeld nachgeordnete Zollabfertigungsstelle im Internationalen Postzentrum (IPZ II) in Niederaula. Sie ist eine von bundesweit fünf ähnlichen Zentralstellen, die Postpakete aus der ganzen Welt abfertigen. Und das bei boomendem Internethandel mit stetig anwachsenden Stückzahlen.

Die 12 Zöllnerinnen und Zöllner in Niederaula haben es überwiegend mit kleinen Päckchen aus China zu tun und ein monatliches Aufkommen von ca. 1,2 Millionen Postsendungen zu überwachen. 15 % davon werden durch den Zoll einzeln behandelt. Nicht selten finden die Zöllner Dinge, deren Einfuhr von Genehmigungen abhängig oder gar verboten ist und ziehen unzählige Sendungen aus dem Verkehr.

"Der Zoll ist hier oft zum Schutz der Verbraucher unterwegs", unterstreicht der stellvertretende Leiter des zuständigen Hauptzollamtes Gießen, Torsten Pfeiffer die Wichtigkeit der Arbeit seiner Kolleginnen und Kollegen.

In den letzten Wochen und Monaten sind es vor allem die "Fidget Spinner", die dem Zoll im IPZ viel Arbeit bescheren. Bei den kleinen Handkreiseln handelt es sich um Spielzeug, für das besondere Einfuhrvorschriften gilt. Dabei geht es hauptsächlich darum, dass Spielzeug sicher sein muss. "Wir haben nahezu keine Sendungen bei der die Voraussetzungen erfüllt sind", so Zolloberinspektor Mario Wild, der Abfertigungsleiter im IPZ. Zum Beispiel ist wegen fehlender CE-Kennzeichnung, Teilen, die abbrechen könnten oder scharfkantig sind, der Verbraucher-schutz nicht gewährleistet und eine Freigabe der Sendungen daher nicht möglich. Die zuständigen Marktüberwachungsbehörden müssen eingeschaltet werden. Bei den Krei-seln ist dies das Regierungspräsidium Kassel. Hier klappt die Zusammenarbeit bestens, so dass bei der Vielzahl von betroffenen Sendungen schnell Entscheidungen herbeigeführt werden und die Postsendungen wieder zurückgeschickt werden können damit kein Stau ent-steht. Ca. 18.000 Sendungen mit Internetbestellungen von Fidget-Spinnern pro Woche werden so zurzeit aus dem Verkehr gezogen. Im vergangenen Jahr würden überwiegend wegen mangelnder Produktsicherheit insgesamt 53.000 Sendungen zurückgeschickt.

Aber die momentan so beliebten Finger-Kreisel sind nur eine von vielen Waren, bei denen der Zoll aufpasst. "Wir bekommen hier jeden Hype mit", so Mario Wild. Dabei sind in Postpaketen alle Waren denkbar, was den Job der Zöllner nicht immer ungefährlich macht. Von gefälschten Arzneimitteln und Konsumgütern über pornographische oder verfassungs-feindliche Schriften und Aufzeichnungen über artengeschützte Waren und Drogen bis hin zu Waffen und chemischen Substanzen bietet sich den Kontrolleuren ein großes Portfolio an verbotenen Dingen. Darüber hinaus ist besonders auch bei elektrischen Geräten wie LED-Birnen, Handys oder ferngesteuerten Geräten wie z.B. Drohnen die Produktsicherheit oftmals nicht gegeben. Dabei wissen sie vorher nie genau, was sich in einem Päckchen wirklich verbirgt, denn oft stimmen die Inhaltserklärungen nicht mit dem Inhalt überein. Das birgt z.B. bei unklaren chemischen Substanzen auch nicht einschätzbare Risiken. Zweimal rückte das Landeskriminalamt mit Spezialeinheiten an, da in Postpakten Zündvor-richtungen gefunden wurden.

Die Zöllner im IPZ Niederaula rechnen für dieses Jahr mit einem Anstieg von Beschlagnah-men und Rücksendungen nicht einfuhrfähiger Internetbestellungen.

Zusatzinformation: Statistik 2016

Bei 14.904 Sendungen insgesamt bestand der Verdacht auf Verbote und Beschränkungen (Vorjahr: 10.675)

Von 12.147 Arzneimittelsendungen wurden 11.902 beanstandet Davon übernahm die Staatsanwaltschaft Fulda 33 Vorgänge wegen Straftatverdacht und in 11 Fällen wurde die Zollfahndung eingeschaltet.

In 102 Fällen wurden Betäubungsmittel gefunden

1.063 Fälle betrafen das Waffengesetz

171 Fälle betrafen den Schutz der öffentlichen Ordnung und Sittlichkeit (Pornographie/Gewaltverherrlichung)

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Gießen
Pressesprecher
Michael Bender
Telefon: 0641-9484-121
E-Mail: presse.hza-giessen@zoll.bund.de
www.zoll.de

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