Hauptzollamt Potsdam

HZA-P: Zoll warnt zur Reisezeit: Vorher informieren, um sich hinterher nicht zu ärgern / Was man aus dem Urlaub mitbringen darf und was nicht

Potsdam (ots) -

In der Ferien- und Reisezeit trifft der Zoll immer wieder auf 
Reisende, die aus dem Urlaub Souvenirs und Geschenke mitbringen. 
Häufig ist die Ernüchterung bei der Zollkontrolle groß, wenn das 
Urlaubsandenken einbehalten wird oder noch Abgaben gezahlt werden 
müssen.

"Wir möchten den Reisenden diesen Ärger gern ersparen und plädieren 
dafür, sich schon vor der Reise zu informieren, was erlaubt ist und 
was nicht", so Ronny Kaczmarek, Sprecher des Hauptzollamtes Potsdam. 

Folgende Regelungen müssen beachtet werden:

Reisefreimengen
Bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern, aus steuerlichen 
Sondergebieten (z.B. Kanarische Inseln oder britische Kanalinseln) 
und von der Insel Helgoland dürfen mitgebrachte Waren zu 
nichtgewerblichen Zwecken innerhalb der folgenden Mengen- und 
Wertgrenzen pro Person abgabenfrei nach Deutschland einführt werden:



Tabakwaren, wenn der Einführer mindestens 17 Jahre alt ist:
-	200 Zigaretten oder
-	100 Zigarillos oder
-	50 Zigarren oder
-	250 Gramm Rauchtabak oder
-	eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

Alkohol und alkoholhaltige Getränke, wenn der Einführer mindestens 17
Jahre alt ist:
-	1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 
Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt
von 80 Volumenprozent oder mehr oder
-	2 Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt 
von höchstens 22 Volumenprozent oder
-	eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren und
-	4 Liter nicht schäumende Weine und
-	16 Liter Bier

Kraftstoffe
-	für jedes Motorfahrzeug die im Hauptbehälter befindliche Menge und 
bis zu 10 Liter in einem tragbaren Behälter

andere Waren
-	bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro
-	bei Flug- bzw. Seereisenden bis zu einem Warenwert von insgesamt 
430 Euro
-	bei Reisenden unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 
175 Euro

Die Waren, für die eine besondere Mengengrenze gilt, werden beim 
Warenwert nicht mit eingerechnet.

Werden Waren über diese Mengen- und Wertgrenzen hinaus mitgebracht, 
so muss der Reisende hierfür Abgaben entrichten. 

Reisen innerhalb der EU unterliegen grundsätzlich keinen 
Beschränkungen. Eine Ausnahme  besteht allerdings für sogenannte  
Genussmittel (z.B. Branntwein, Bier, Tabak) und Energieerzeugnisse,  
für die EU-weit nationale Verbrauchsteuern erhoben werden. Für 
entsprechende Waren sind daher auch bei Reisen in der EU bestimmte 
Vorschiften und Mengen zu beachten.

	Arzneimittel
Bei der Einreise oder Wiedereinreise nach Deutschland dürfen 
Arzneimittel in einer dem üblichen persönlichen Bedarf des Reisenden 
entsprechenden Menge eingeführt werden. Als üblicher persönlicher 
Bedarf ist dabei ein Bedarf von maximal drei Monaten je Arzneimittel,
unter Berücksichtigung der Dosierungsempfehlungen, anzusehen. Hierbei
kommt es nicht darauf an, ob die Arzneimittel bereits aus Deutschland
mitgenommen wurden und hierher zurück verbracht werden oder ob sie im
Ausland erworben wurden. Ebenfalls ist es unerheblich, ob die 
Arzneimittel in Deutschland zugelassen bzw. registriert sind.
Es gibt jedoch auch Arzneimittel, die selbst für den eigenen Bedarf 
von Reisenden nicht nach Deutschland verbracht werden dürfen. 
Hierunter fallen gefälschte Arzneimittel, z.B. eine Nachahmung eines 
am Markt bereits zugelassenen Arzneimittels, welches aber nicht vom 
eigentlichen Hersteller stammt.

Artenschutz
Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf 
Reisesouvenirs aus Tieren oder Pflanzen zu verzichten. Durch den Kauf
derartiger Waren tragen Touristen - meist unwissend - dazu bei, dass 
der Bestand vieler Arten weltweit gefährdet ist.
Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder 
Waren daraus ist streng reglementiert. Verstöße werden konsequent 
verfolgt. Im Fall des Falles müssen Sie mit der Einziehung der Waren 
und hohen Bußgeldern oder gar Strafen rechnen.
Welche Tiere und Gegenstände besonders geschützt sind finden Sie 
unter www.artenschutz-online.de.

Kulturgüterschutz
Kulturgüter kann ein Urlauber nicht unbedingt auf den ersten Blick 
erkennen. "Kulturgüter" sind Gegenstände, die für die Archäologie, 
Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft ein bedeutungsvolles 
Gut darstellen. Hierzu zählen seltene Mineralien, auch Antiquitäten, 
bedeutende Bücher, Bilder und Zeichnungen. Diese unterliegen in 
vielen Ländern sehr strengen Ausfuhrbeschränkungen oder -verboten. 
Wer aus dem Urlaub ein besonderes Souvenir mitbringen möchte, sollte 
sich daher stets informieren, was man aus dem jeweiligen Land 
mitnehmen darf und was nicht beziehungsweise gänzlich auf derartige 
Souvenirs verzichten.

Produktpiraterie
Bekleidung, Fanartikeln, Kosmetika, Taschen, Uhren und Ähnliches 
namhafter Markenhersteller werden in den Urlaubsländern häufig zu 
Billigpreisen angeboten. Aber Vorsicht! Viele solcher vermeintlichen 
Schnäppchen entpuppen sich häufig als qualitativ minderwertige 
Fälschungen, die sehr gesundheitsgefährdend sein können. So werden 
beispielsweise nachgeahmte Textilien nicht selten mit giftigen 
Farbstoffen hergestellt.
Der Zoll empfiehlt deshalb, im Urlaub auf den Kauf solcher Waren zu 
verzichten.

Barmittel
Zu beachten ist auch, dass mitgeführte Barmittel (Bargeld und 
Wertpapiere) ab 10.000 Euro oder mehr bei der Einreise in die 
Europäische Union oder Ausreise aus der EU eigenständig und ohne 
Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden müssen. Damit 
soll die Geldwäsche bekämpft und die Finanzierung terroristischer 
Vereinigungen verhindert werden. Innerhalb der EU müssen beim 
Grenzübertritt mitgeführte Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder 
mehr nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden. Wer mitgeführte
Barmittel nicht  anmeldet oder unzutreffende bzw. unvollständige 
Angaben macht, handelt ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann 
mit einer Geldbuße bis zu einer Million Euro geahndet werden.

Smartphone-App kann helfen
Einen sehr guten Überblick über die wichtigsten Zollbestimmungen 
können sich Reisende über die kostenlose Smartphone-App "Zoll und 
Reise" verschaffen. Zur Vermeidung von Gebühren benötigt die App 
keine Internetverbindung und ist daher auch für den Urlaub im Ausland
bestens geeignet. Zudem stehen unter www.zoll.de umfassende 
Informationen zur Verfügung. 

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Potsdam
Pressesprecher
Ronny Kaczmarek
Telefon: 0331-2308-133
E-Mail: presse.hza-potsdam@zoll.bund.de
www.zoll.de

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