Wasserschutzpolizeiinspektion Oldenburg

WSPI-OLD: Seeschiff muss im Braker Hafen liegen bleiben

Oldenburg (ots) - Am Sonntag wurden Beamte der Wasserschutzpolizei Brake im Rahmen der Kontrolle eines Seeschiffes unter liberianischer Flagge von philippinischen Besatzungsmitgliedern angesprochen. Diese beklagten sich darüber, dass Arbeitsverträge von Seiten der Reederei nicht eingehalten werden. Ein Besatzungsmitglied sei bereits seit mehr als einem Jahr an Bord, ein weiteres hätte bereits im März mitgeteilt, dass es von Bord wollte. Die Vertragsklauseln sähen vor, dass die Vertragsdauer um bis zu drei Monate verlängert werden kann. Aber nur bei gegenseitigem Einverständnis. Insgesamt 10 Besatzungsmitglieder brachten zum Ausdruck, dass sie mit der monatelangen Weiterbeschäftigung ihrer bereits abgelaufenen Verträge nicht einverstanden seien. Zudem erhielten sie seit April diesen Jahres nur einen geringen Teil der ihnen zustehenden Heuer. Die von der Wasserschutzpolizei über die Missstände informierte ITF (Internationale Gewerkschaft für Seeleute) setzte am Montag durch, dass die ausstehenden Zahlungen zumindest bis einschließlich Mai von der Reederei angewiesen wurden. Darüber hinaus wurde es 10 der insgesamt 21 Besatzungsmitgliedern freigestellt, das Schiff im Braker Hafen zu verlassen. Die Berufsgenossenschaft Verkehr/Dienststelle: Schiffssicherheit verhängte ein Auslaufverbot des Schiffes bis zur vollständigen Besetzung des Schiffes entsprechend des Mindestbesatzungszeugnisses des Flaggenstaates Liberia. Weiterhin stellte die Wasserschutzpolizei Brake fest, dass dem 69jährigen griechischen Kapitän gar nicht bewusst war, dass bei den als Massengut transportierten Futtermitteln bei bestimmtem Feuchtigkeits- und Ölgehalt die Gefahr der Selbsterhitzung besteht. Diesbezügliche Ermittlungen dauern noch an. Außerdem fanden die Beamten heraus, dass während der Reise aus den USA nach Brake unzulässigerweise Müll von Bord in die Nordsee eingebracht wurde. Des weiteren wurden im Maschinenraum ca. drei Kubikmeter unsortierter Müll aufbewahrt, der nicht zur Abgabe im Braker Hafen angemeldet wurde. Da der nächste Zielhafen des Schiffes zum Zeitpunkt der Feststellungen noch nicht feststand, ordnete die Hafenbehörde die Zwangsentsorgung sämtlichen Schiffsmülls an.

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