Staatsanwaltschaft Hamburg

STA-HH: 020920-1.StAHH Pressemitteilung

    Hamburg (ots) - Die Pressestelle der Staatsanwaltschaften teilt mit:

    Prozess in Armenien gegen Hamburger Rotlicht-Größe     Staatsanwalt reist nach Eriwan

    Nach internationaler Fahndung konnte Anfang Februar 2002 der armenische Staatsangehörige Artour Toumanian (32) in seiner Heimatstadt Vanadzor verhaftet werden. Ihm werden zahlreiche schwerste Straftaten vorgeworfen, darunter mehrfache Geiselnahme, schwere räuberische Erpressung, vielfache Vergewaltigungen sowie Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Beschuldigte beging diese Taten als Kopf einer armenischen Zuhälterbande zwischen Oktober 1999 und Januar 2000 in Hamburg. Opfer waren meist russische Prostituierte, die in sogenannten Modellwohnungen von den Tätern überfallen, teilweise entführt und erst nach Zahlung von Lösegeld wieder entlassen wurden. Anfang Dezember kam es zu einer Schießerei vor einem Bordell in der Straße Tarpen (Langenhorn). Zwischenzeitlich wurden 8 Mittäter in Hamburg angeklagt und zu Haftstrafen zwischen 5 und 9 Jahren verurteilt. Lediglich Toumanian konnte sich der Festnahme Anfang 2000 durch Flucht in seine Heimat Armenien entziehen.     Nachdem die armenischen Behörden Anfang des Jahres den Beschuldigten mit Hilfe von Zielfahndern des LKA und der Staatsanwaltschaft Hamburg lokalisieren und festnehmen konnten (vgl. Pressemitteilung der Polizei vom 5.2.02 Nr. 6), wurde das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Armenien übernommen, Toumanian sitzt seither in Untersuchungshaft in Eriwan. Im Mai 2002 befand sich der armenische Ermittlungsrichter Muradyan in Hamburg und führte weitere Ermittlungen durch. Nunmehr hat er Anklage erhoben. Der Prozess gegen Tou-manian beginnt am 23.9.2002 vor dem Landgericht in Eriwan. Der für den Armenier-Komplex zuständige Dezernent der Staatsanwaltschaft Hamburg (Arnold Keller (38)) wird den Prozess zusammen mit einem Zielfahnder des LKA begleiten und als Zeuge zur Verfügung stehen.     Dieses Verfahren ist ein Beleg dafür, wie effizient die Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität zusammenarbeiten können. Wichtig ist vor allem das Signal, welches von diesem Prozess ausgehen wird: international operierende Straftäter haben keine gesicherten "Rückzugsgebiete" mehr und werden auch in ihrer Heimat für hier begangene Straftaten zur Rechenschaft gezogen. Mit der zu erwartenden Verurteilung zu einer langjährigen Haftstrafe kann der Schlussstrich unter eine beispiellose Serie schwerster Straftaten im Rotlichtmillieu gezogen werden. Zu hoffen bleibt, dass diese Art länderübergreifender Zusammenarbeit Schule machen wird.     Bisherige Presseveröffentlichungen:     - 12.12.01: Fahndung nach Toumanian;     - 06.02.02: Festnahme in Armenien;     - 17./18.5. 02: Besuch des armenischen Ermittlungsrichters in Hamburg;

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