Polizei Münster

POL-MS: Reichlich Ermittlungskommissionen beanspruchten Polizei Münster 2013 - Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle stehen im Focus

48147 Münster (ots) - "Viele Mordkommissionen und eine außergewöhnliche Brandserie haben die Polizei Münster gerade im zweiten Halbjahr 2013 gefordert", sagte der Direktionsleiter Kriminalität Peter Sterner heute (10.3.) im Rückblick. "Die Herausforderung bestand für uns darin, die vielen parallel laufenden Aktivitäten zu koordinieren und trotz des spürbaren Drucks solide zu arbeiten und erfolgreich zu ermitteln." Der Leitende Kriminaldirektor ist froh, dass es in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Münster gelungen ist, die Haupttäter für die KFZ-Brände zu fassen und in Untersuchungshaft zu bringen. "Schnell war den ermittelnden Beamten klar, dass hier Menschen rücksichtslos und mit hoher krimineller Energie agieren. Die Täter riskieren Menschenleben und verursachen hohe Sachschäden." Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage erhoben und legt den beiden Haupttätern 10 und 16 Taten zur Last.

Von den bis zu 11 zeitgleich laufenden Mordkommissionen im Jahr 2013 ermittelten die Beamten in 5 Fällen in Münster und in 6 Fällen im Münsterland. Ungeklärt ist noch der gewaltsame Tod des Säuglings, der am 19. 6. aus dem Dortmund-Ems-Kanal geborgen wurde. Das Verfahren gegen den 33 jährigen Hagener, der im Juli Opfer und Auto im Kanal versenkt hatte, endete aktuell vor dem Landgericht mit einer Freiheitsstrafe. In den übrigen Fällen laufen die Ermittlungen noch.

Mit mehr als zwei Dritteln haben Körperverletzungen den größten Anteil an der Gewaltkriminalität. 2.221 Delikte registrierte die Polizei Münster 2013, 17 weniger als im Vorjahr. Die Straftaten gegen die persönliche Freiheit nahmen um 11 Prozent zu (2013: 805 Delikte; 2012: 729 Delikte). Hierzu zählen Bedrohungen, Nötigungen und Nachstellungen. Die Polizei in Münster hat im vergangenen Jahr 243 Raubstraftaten registriert, 11 mehr als 2012. Die Aufklärungsquote der Roheitsdelikte insgesamt liegt seit Jahren konstant bei rund 80 Prozent, beim Raub konnten in 38 Prozent der Fälle die Täter ermittelt werden. "Räuber nutzen für die Überfälle regelmäßig den Überraschungsmoment. Die Opfer sind deshalb oft nicht in der Lage, die Täter zu beschreiben oder wiederzuerkennen" erläuterte Sterner. "Besonders hilfreich sind deshalb Zeugenaussagen. Auch wenn das unmittelbare Tatgeschehen nicht beobachtet wurde, können Hinweise oder verdächtige Beobachtungen der Polizei gute Ermittlungsansätze liefern."

Bei mehr als der Hälfte aller Straftaten in Münster handelt es sich um Eigentumsdelikte, einfacher und schwerer Diebstahl. Obwohl immer noch jeder dritte Diebstahl in Münster auf das Fahrrad abzielt, sinkt die Zahl der Fahrraddiebstähle in Münster seit fünf Jahren kontinuierlich von 5.398 im Jahr 2009 auf 4.602 im Jahr 2013. Im vergangenen Jahr verbesserte sich die Aufklärungsquote, dennoch wird nur jeder 10. Fahrraddiebstahl aufgeklärt. "Bei über 500.000 Fahrrädern in der Stadt lassen pro Jahr nur rund 10.000 Münsteraner ihr Fahrrad registrieren", erklärte der Leitende Kriminaldirektor. "Die Suche nach schlecht beschriebenen Rädern ohne Rahmennummer gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel. Aktuelle Besitzerdaten in unserer Datenbank sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Ermittlungsarbeit." Fahrräder können dabei einfach im Internet, auf den Polizeiwachen, beim Händler oder den zahlreichen Aktionen auf Wochenmärkten und an Bürgerzentren registriert werden.

"931 Wohnungseinbrüche markieren in Münster einen neuen Höchststand. In den beiden letzten Jahren zeigt sich, dass Münster auf dem Niveau angekommen ist, das andernorts bereits früher erreicht wurde," sagte Peter Sterner. Die Belastung der Münsteraner durch Wohnungseinbrüche (Anzahl der Wohnungseinbrüche errechnet auf 100.000 Einwohner) entspricht dem Landesdurchschnitt. 2012 waren die Fälle des Wohnungseinbruchs sprunghaft von 483 auf 873 gestiegen, im letzten Jahr kamen 58 Fälle dazu. Die Aufklärungsquote fiel im Vorjahresvergleich von 17,2 Prozent auf 10,2 Prozent. "Maßgeblich für diese Entwicklung sind neben dem besonderen Arbeitsanfall im zweiten Halbjahr 2013 die veränderten Täterstrukturen", erklärte der Kripochef. "Den überörtlich agierenden und gut organisierten Einbrecherbanden begegnen wir mit spezialisierten Dienststellen über die Behördengrenzen hinweg. Mit der Ermittlung und Festnahme von 6 aus Rheine und Münster stammenden Tätern in der letzten Woche sind wir offensichtlich auf dem richtigen Weg. Die Bande ist allein in Münster für mindestens 30 Tageswohnungseinbrüche verantwortlich."

Die Ermittlungskommission "Beis" koordiniert und bearbeitet alle Fälle des Wohnungseinbruchsdiebstahls in Münster. Alle relevanten Informationen zu Tätern, Begehungsformen und Beute laufen hier zusammen. "Mit Hilfe unserer Spezialisten bieten wir den immer dreister auftretenden Einbrechern Paroli", erläuterte Peter Sterner. "Sie haben vor zwei Wochen ein niederländisches Einbrechertrio, das in Münster am helllichten Tag in ein Mehrfamilienhaus einstieg und durch eine rücksichtslose Flucht aufgefallen war, binnen Stunden ermittelt und auch für eine Festnahme in den Niederlanden gesorgt."

2 von 5 Wohnungseinbrüchen scheitern. Die Einbrecher treten ohne Beute den Rückzug an. Sie kapitulieren vor den technischen Sicherungen oder werden durch aufmerksame Menschen gestört. Einbrecherbanden einen Riegel vorschieben, bedeutet Wohnung sichern, aufmerksam sein und bei verdächtigen Beobachtungen den Notruf 110 wählen.

Die Einbruchskriminalität einzudämmen, ist auch 2014 ein Schwerpunkt der Polizei Münster. So nahmen im letzen Jahr die Einbrüche in Lager-, Verkaufs und Geschäftsräume, in Hotels und Gaststätten oder auch in Neubauten deutlich ab. Waren 2012 noch 782 dieser Delikte zu verzeichnen, musste die Polizei 2013 nur noch 486 Straftaten bearbeiten. Zugleich stieg in diesem Bereich die Aufklärungsquote von 14,1 Prozent auf 20,4 Prozent. "Mit der Schwerpunktsetzung in der Einbruchskriminalität und diesen Ergebnissen ist die Polizei Münster auf dem richtigen Weg", bekräftige Peter Sterner diese Entscheidung. Die positive Entwicklung zeigt sich auch beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen, hier sanken die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent. Nach dem Peak 2011 mit 1.918 Straftaten und 1.311 im Jahr 2012 sank die Zahl der Delikte im letzten Jahr auf 1.115.

Neben dem Kampf gegen die Einbrecher stehen für die Polizei in Münster die Taschendiebe im Focus. Die klassische Form des Taschendiebstahls hat im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent zugenommen, 1.380 Delikte standen 1.065 aus dem Jahr 2012 gegenüber. Taschendiebstahl ist ein ganzjähriges Phänomen und nicht mehr auf einzelne Veranstaltungen wie Send oder Weihnachtsmarkt beschränkt. "In unserer Schwerpunktsetzung 2014 berücksichtigen wir diesem Umstand ebenso, wie die aktuellen Erscheinungsformen des 'Antanzens' oder dem Vorhalten falscher Unterschriftslisten", sagte der Leitende Kriminaldirektor. "Wir setzen verstärkt Zivilstreifen ein, um Taschendieben das Handwerk zu legen. Und wir setzen darauf, dass unsere Hinweise Gehör finden, typische Verhaltensweise von Taschendieben die Menschen misstrauisch machen und so den Dieben das Handwerk legen."

Die sehr unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Straftaten führt im Ergebnis zu einem leichten Rückgang der Diebstahlsdelikte insgesamt. Waren 2012 noch 14.803 Straftaten zu bearbeiten, sank die Zahl im letzten Jahr auf 14.687. Die Gesamtkriminalität stagniert bei einer Aufklärungsquote von 41,9 Prozent und liegt bei 28.777 Straftaten. "Angesichts des ernormen Arbeitsanfalls durch zahlreiche Ermittlungskommissionen und die Brandserie im letzten Jahr ist das Ergebnis Resultat des Machbaren."

Weitere Informationen zur Kriminalitätsentwicklung und der Polizeilichen Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Münster gibt es im Internet: www.polizei.nrw.de/muenster

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