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28.07.2017 – 11:45

Landeskriminalamt Baden-Württemberg

LKA-BW: Virtuelles 3D-Modell übergeben: LKA Baden-Württemberg unterstützt das Holocaust Memorial Museum in Washington bei der wissenschaftlich-historischen Aufarbeitung

LKA-BW: Virtuelles 3D-Modell übergeben: LKA Baden-Württemberg unterstützt das Holocaust Memorial Museum in Washington bei der wissenschaftlich-historischen Aufarbeitung
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Stuttgart (ots)

Es war ein ganz besonderer Moment, als der Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg Ralf Michelfelder am 17. Juni 2017 dem Direktor beim United States Holocaust Memorial Museum, Michael Haley Goldman, 3D-Daten des Vernichtungslagers Auschwitz übergab. Diese dreidimensionale Rekonstruktion des Konzentrationslagers Auschwitz erlaubt die exakte Feststellung, was eine Person an einem bestimmten Standort im Lager alles sehen konnte. Mit den zur Verfügung gestellten Auszügen aus der 3D-Projektion ist es beispielweise möglich, virtuell den Schauplatz zu betreten, auf Wachtürme zu steigen und einzelne Gebäude zu betreten. Selbst über 70 Jahre später garantiert dies ein originalgetreues Bild der damaligen Gegebenheiten vor Ort. Damit leistet das Landeskriminalamt einen wichtigen Beitrag zur historischen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus ermittelt das Landeskriminalamt gegen Täter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Jahr 2013 stellte ein Strafverfahren das Landeskriminalamt vor besondere Herausforderungen. Ein Angeklagter, seinerzeit Angehöriger der SS-Totenkopf-Verbände und Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz, behauptete vor Gericht, von den Gräueltaten im Lager nichts mitbekommen zu haben. Zur Überprüfung dieser Angaben reisten Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts des Landeskriminalamts im Auftrag der Staatsanwaltschaft vor Ort, um in Kooperation mit dem Bayerischen Landeskriminalamt das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers mit hochmodernen 3D-Laserscannern zu vermessen und daraus erstmals ein virtuelles Modell zu erstellen.

Das Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. erfuhr von der Existenz dieses virtuellen Modells und erkannte dessen Wert für eine fundierte wissenschaftlich-historische Aufarbeitung des Holocausts. Es wandte sich daraufhin an das Landeskriminalamt und bat darum, dem Museum diese 3D-Laserscan-Vermessung für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Zusatz für die Redaktionen: Beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg wird der Laserscanner seit dem Jahr 2006 eingesetzt. Die Experten des Kriminaltechnischen Institutes können so Tatorte oder Unfallorte dreidimensional erfassen, auswerten und Tatabläufe rekonstruieren. Der Laserstrahl tastet die Oberfläche eines Tatortes millimetergenau ab und erzeugt so eine dreidimensionale Abbildung. Mit dieser Technik ist es beispielsweise auch möglich, nachträglich die Körpergröße von Tätern zu bestimmen. Die Darstellung ist sehr exakt, kleinste Spuren sind somit sichtbar. So können Sachverständige vor Gericht von maßstabsgetreuen Plänen bis hin zu virtuellen Tatortbegehungen vielseitige und aussagekräftige Ergebnisse präsentieren und Fragestellungen beantworten: Wo stand der Schütze bei der Schussabgabe? Sind die Täter- oder Zeugenaussagen anhand der Spurenlage am Tatort als glaubhaft zu bewerten?

Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Herr Haug
Telefon: 0711 5401-2012
E-Mail: pressestelle-lka@polizei.bwl.de
http://www.lka-bw.de

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