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05.02.2014 – 10:39

Polizeipräsidium Ulm

POL-UL: UL/HDH/AA)Staatsanwaltschaft Ellwangen/J. und Polizei geben bekannt: Entführungs- und Tötungsdelikt Maria Bögerl: DNA-Reihenuntersuchung/Ermittler setzen auf freiwillige Teilnahme am Massengentest

Ein Dokument

Ulm (ots)

Zur Durchführung einer vom Amtsgericht Ellwangen mit Beschluss vom 25.10.2013 angeordneten DNA-Reihenuntersuchung bitten die Staatsanwaltschaft Ellwangen und das Polizeipräsidium Ulm die nachfolgend näher beschriebene männliche Bevölkerung aus der Gesamtgemeinde Neresheim freiwillig Speichelproben abzugeben. Konkret richtet sich die Bitte der Ermittlungsbehörden an folgende Personen: Alle Männer im Alter von 21 bis 68 Jahren, die zwischen dem 01.01.1945 und 31.12.1992 geboren sind und die im Zeitraum vom 01.01.2010 bis 25.10.2013 in der Stadt Neresheim oder den Stadtteilen Elchingen, Ohmenheim, Stetten, Kösingen, Dorfmerkingen und Schweindorf einschließlich der Teilgemeinden Hohlenstein, Dehlingen, Weilermerkingen, Dossingen, Hohenlohe und Mörtingen gewohnt und bislang keine Speichelprobe abgegeben haben. Die Polizei erhebt die Proben der Freiwilligen am Freitag, 14. Februar 2014 zwischen 14:00 und 20:00 Uhr, am Samstag 15. Februar 2014 und am Sonntag, 16. Februar 2014, jeweils zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr in der Härtsfeldschule in Neresheim, Dossinger Weg 18. Die Polizei bittet, zum Termin einen Personalausweis oder Reisepass mitzubringen. Staatsanwaltschaft und Polizei erhoffen sich durch die DNA-Reihenuntersuchung neue Erkenntnisse in dem Ermittlungsverfahren der entführten und getöteten Maria Bögerl. Die Frau des damaligen Vorsitzenden des Vorstands der Kreissparkasse Heidenheim wurde am 12. Mai 2010 aus dem Haus der Familie in Heidenheim-Schnaitheim entführt. Vom Ehemann der Entführten forderte ein bislang unbekannter Täter mit ortsüblichem Dialekt im Laufe des Vormittags Lösegeld. Das Lösegeld wurde nicht abgeholt. Am 14. Mai 2010 wurde das zur Entführung benutzte Auto von Frau Bögerl im Hof des Klosters Neresheim aufgefunden. Eine groß angelegte Suche und die Öffentlichkeitsfahndung nach Frau Bögerl verliefen erfolglos. Am 3. Juni 2010 entdeckte ein Spaziergänger die Leiche der getöteten Frau Bögerl in einem Waldstück bei Nietheim. Kriminaltechniker sicherten molekulargenetische Spuren, die von einer männlichen Person stammen. Obwohl bislang schon über 3.000 DNA-Proben von Personen erhoben und mit den gesicherten Spuren verglichen wurden, konnte der Spurenverursacher bislang nicht ausfindig gemacht werden. Die Ermittlungen bieten ausreichenden Anlass zu der Annahme, dass der oder die Täter in der Gesamtgemeinde Neresheim mit oben genannten Orten zu suchen sind.

Die Teilnahme an der Reihenuntersuchung erfolgt - wie gesagt - freiwillig. Jeder Mann aus dem angesprochenen Personenkreis, der hieran mitwirkt, leistet einen wesentlichen, aktiven Beitrag zur möglichen Aufklärung des Verbrechens. Denn je mehr Männer an der Reihenuntersuchung teilnehmen, desto kleiner wird die verbleibende Zahl. Hierdurch kann sich das Entdeckungsrisiko erhöhen. Außerdem ergeben sich möglicherweise neue Ermittlungsansätze.

Im Übrigen wird nochmals bekannt gegeben, dass für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters oder der Täter führen, von privater Seite eine Belohnung in Höhe von 14.000 Euro und von Seiten der Staatsanwaltschaft in Höhe von 16.000 Euro ausgesetzt ist. Die von der Staatsanwaltschaft ausgesetzte Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Über die Zuerkennung beziehungsweise Verteilung der Belohnungen bei mehreren Hinweisgebern wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach rechtskräftiger Erledigung der Strafsache entschieden. Hinweise erbittet die Soko Flagge unter der Telefon-Nr. 07161 63 2222 oder per E-Mail an ulm.kd.soko-flagge@polizei.bwl.de. Anonyme Hinweise sind über das zertifizierte Hinweisgebersystem BKMS auf der Inernetseite https://www.bkms-system.net/bw-soko-flagge möglich. Weitere Informationen zum Ermittlungsverfahren sind unter www.polizei-bw.de / Fahndung / Polizeipräsidium Ulm / PP Ulm-Soko Flagge abrufbar.

Nachstehend geben Staatsanwaltschaft Ellwangen/Jagst und Polizeipräsidium Ulm Antworten auf mögliche Fragen im Zusammenhang mit einer DNA-Reihenuntersuchung. Darüber hinaus sind Auskünfte unter der o.a. Telefon-Nr. 07161 63 2222 erhältlich.

Antworten auf Ihre Fragen zur DNA-Reihenuntersuchung

Warum führt die Polizei die DNA-Reihenuntersuchung durch? Am 12. Mai 2010 wurde Maria Bögerl, die Frau des damaligen Vorstandsvorsitzen-den der Kreissparkasse Heidenheim, aus dem Haus der Familie in Heidenheim-Schnaitheim entführt. Vom Ehemann der Entführten forderte ein bislang unbekannter Täter mit ortsüblichem Dialekt im Laufe des Vormittags Lösegeld. Das Lösegeld wurde nicht abgeholt. Am 14. Mai 2010 wurde das zur Entführung benutzte Auto von Frau Bögerl im Hof des Klosters Neresheim aufgefunden. Eine groß angelegte Suche und die Öffentlichkeitsfahndung nach Frau Bögerl verliefen erfolglos. Am 3. Juni 2010 entdeckte ein Spaziergänger die Leiche der getöteten Maria Bögerl in einem Waldstück bei Nietheim. Kriminaltechniker sicherten molekulargenetische Spuren, die von einer männlichen Person stammen. Obwohl bislang schon über 3.000 DNA-Proben von Personen erhoben und mit den gesicherten Spuren verglichen wurden, konnte der Spurenverursacher bislang nicht ausfindig gemacht werden.

Wann und wo findet die DNA-Reihenuntersuchung statt? Die DNA-Reihenuntersuchung findet statt am Freitag, 14. Februar 2014, 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr, Samstag, 15.Februar 2014, 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr und Sonntag, 16. Februar 2014, 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr, jeweils in der Härtsfeldschule in Neresheim, Dossinger Weg 18.

Wer wird um eine freiwillige Speichelprobe gebeten? Alle Männer im Alter von 21 bis 68 Jahren, die zwischen dem 01.01.1945 und 31.12.1992 geboren sind und die im Zeitraum vom 01.01.2010 bis 25.10.2013 der Stadt Neresheim oder den Stadtteilen Elchingen, Ohmenheim, Stetten, Kösingen, Dorfmerkingen und Schweindorf einschließlich der Teilgemeinden Hohlenstein, Dehlingen, Weilermerkingen, Dossingen, Hohenlohe und Mörtingen gewohnt und bislang keine Speichelprobe abgegeben haben, werden um ihre Teilnahme gebeten.

Was muss ich zur DNA-Reihenuntersuchung mitbringen? Bitte bringen Sie zum Termin Ihren Personalausweis oder Reisepass mit, damit Ihre persönlichen Daten zweifelsfrei festgestellt werden können.

Werde ich verdächtigt? Nein! Sie werden nicht verdächtigt. Durch Ihre Mithilfe leisten Sie allerdings einen wesentlichen, aktiven Beitrag zur möglichen Aufklärung des Verbrechens. Denn je mehr Männer an der Reihenuntersuchung teilnehmen, desto kleiner wird die verbleibende Zahl. Hierdurch kann sich das Entdeckungsrisiko erhöhen. Außerdem ergeben sich möglicherweise neue Ermittlungsansätze.

Welche gesetzliche Grundlage liegt für eine DNA-Reihenuntersuchung vor? Gesetzliche Grundlage für eine DNA-Reihenuntersuchung ist § 81h Strafprozess-ordnung (StPO). Bei einem Verbrechen gegen das Leben dürfen mit einer - hier vorliegenden - gerichtlichen Genehmigung Personen, die bestimmte, auf den Täter vermutlich zutreffende Prüfungsmerkmale erfüllen (z.B. Alter, Geschlecht ), mit ihrer schriftlichen Einwilligung Speichelproben entnommen, diese zur Feststellung des DNA-Identifizierungsmusters molekulargenetisch untersucht und die festgestellten DNA-Identifizierungsmuster mit den DNA-Identifizierungsmustern von Spurenmaterial abgeglichen werden (in diesem Fall mit tatrelevanten DNA-Spuren beim Verbrechen an Maria Bögerl).

Wie läuft eine DNA-Reihenuntersuchung ab? Mit einem sterilen Wattetupfer wird aus Ihrem Mund eine Speichelprobe erhoben.

Was geschieht mit der von mir entnommenen Speichelprobe? Die Speichelprobe wird als Untersuchungsmaterial zur Feststellung des DNA-Identifizierungsmusters in anonymisierter Form an ausgewählte und auf ihre Zuverlässigkeit besonders geprüfte Untersuchungsstellen übergeben. Zur zweifelsfreien Zuordnung wird das Untersuchungsmaterial vor dem Versand an die Untersuchungsstelle mit einer Anonymisierungsformel, gebildet aus den Initialen, dem Geburtsjahr und einem zugeordneten Aktenzeichen der ermittlungsführenden Dienststelle, gekennzeichnet. Beispiel: Max Mustermann, geb.01.01.1975, Az. 12/34 - Anonymisiert: M.M.1975_Az. 12/34 Untersuchungen werden nur am sogenannten nichtcodierenden Bereich (ohne Erbinformationen) des Untersuchungsmaterials und nur zur Feststellung des DNA-Identifizierungsmusters und des Geschlechts durchgeführt. Weitergehende Untersuchungen oder Feststellungen werden nicht vorgenommen. Das Untersuchungsmaterial (DNA-Identifizierungsmuster und Speichelprobe) wird unverzüglich vernichtet, sobald es zu Vergleichszwecken im Zusammenhang mit diesem Ermittlungsverfahren nicht mehr benötigt wird.

Wird mein DNA-Identifizierungsmuster (DNA-Profil) gespeichert? Ihr DNA-Profil wird nur so lange in einer Datei (nicht in einer Datenbank) gespeichert, bis der Abgleich mit den noch nicht zugeordneten DNA-Identifizierungsmustern aus dem Fall Bögerl erfolgt und negativ ausgefallen ist. Danach wird Ihr DNA-Profil gelöscht. Diese kurzzeitige Speicherung des DNA-Profils ist jedoch notwendig, um es überhaupt abgleichen zu können.

Ich bin schon einmal straffällig geworden. Wird mein DNA-Profil jetzt bei der Polizei rückwirkend gespeichert? Nein! Auch wenn Sie bereits einmal straffällig geworden sind, wird Ihr DNA-Profil mit dieser Maßnahme nicht rückwirkend gespeichert oder erfasst und es findet auch kein sonstiger Abgleich statt.

Werden meine persönlichen Daten, die durch die Polizei erhoben wurden, gespeichert? Die Maßnahme wird unter Angabe der Personalien (Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geburtsort) aufgrund von §§ 161, 163 StPO in den Ermittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaft dokumentiert, die Daten werden aufgrund von §§ 37, 38 des Polizeigesetzes Baden-Württemberg (PolG) in polizeilichen Dateien gespeichert. Bitte bringen Sie zur DNA-Reihenuntersuchung Ihren Personalausweis oder Reisepass mit, damit Ihre Personalien durch die Polizei zweifelsfrei festgestellt werden können

Was kann ich tun, wenn ich zum Termin der DNA-Reihenuntersuchung verhindert bin und trotzdem teilnehmen möchte? In diesem Falle bitten wir Sie, sich mit der Sonderkommission Flagge unter Tel. 07161 63 2222 werktags in der Zeit von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr in Verbindung zu setzen. Die Beamtinnen und Beamten sind gerne bereit, mit Ihnen einen anderen Termin abzustimmen, sei es auf einer Polizeidienststelle oder auch bei Ihnen zu Hause.

Warum führt die Polizei derartige Termine einer DNA-Reihenuntersuchung durch? In kurzer Zeit werden viele Menschen erreicht und in einem engen Zeitfenster kann eine Vielzahl von Speichelproben erhoben werden, die nach dem Ausschlussverfahren helfen, den Kreis möglicher Verdächtiger des Verbrechens an Maria Bögerl rascher enger zu ziehen.

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Armin Burger, Staatsanwaltschaft Ellwangen/J. , Telefon 07961 81-313

Horst Baur, Polizeipräsidium Ulm, Telefon: 0731 188- 1111

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Ulm
Telefon: 0731 188-0
E-Mail: ulm.pp@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

Original-Content von: Polizeipräsidium Ulm, übermittelt durch news aktuell

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