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11.10.2019 – 11:59

Polizeipräsidium Tuttlingen

POL-TUT: Achtung: Enkeltrick und falscher Polizeibeamter - Betrüger sind wieder vermehrt aktiv

Ein Dokument

Polizeipräsidium Tuttlingen (ots)

In den letzten Tagen hat es wieder vermehrt Betrugsversuchen mit der Betrugsart (Modus Operandi) "Enkeltrick" und "falscher Polizeibeamter" gegeben.

Zahlreiche ältere Menschen wurden telefonisch kontaktiert, mit dem Ziel, diese um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Täter halten sich an keine bestimmte Region, sondern sind überall aktiv. Mit den Landkreisen Rottweil, Freudenstadt, Tuttlingen, dem Schwarzwald-Baar-Kreis sowie dem Zollernalbkreis waren in den Monaten September und Oktober alle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Tuttlingen liegenden Landkreise betroffen.

Zwei Maschen werden hierbei besonders oft verwendet. Zum einen der sogenannte "Enkeltrick" und zum anderen der "falsche Polizeibeamte". Beim "Enkeltrick" geben sich die Betrüger entweder als ein Enkelkind oder einen nahen Verwandten beziehungsweise Bekannten aus. Sie geben vor in einer finanziellen Notlage zu stecken und dringend Geld zu benötigen. Sei es der Verkehrsunfall, ein Haus- oder Wohnungskauf oder auch zahlreiche andere Gründe. Der geforderte Betrag beläuft sich meist auf mehrere tausend Euro. Oft gibt das vermeintliche Enkelkind an, dass es selbst das Geld nicht abholen könne. Deswegen wird in der Fortfolge ein angeblicher Bekannter vorbeikommen, um dieses abzuholen.

Beim "falschen Polizeibeamten" geben sich die Betrüger als Polizeibeamte aus, sei es vom LKA, BKA oder der örtlichen Polizeidienststelle. Hierbei ist eine verbreitete Masche, dass die Polizisten vorgeben, in der Nachbarschaft aufgrund eines Einbruchs oder eines Raubdeliktes Täter festgenommen zu haben. Bei diesen hätte man einen eine Notiz mit dem Namen der Angerufenen aufgefunden. Daher vermutet man, dass bei ihnen als nächstes eingebrochen werden könnte. Anschließend wird nach Wertsachen beziehungsweise Bargeld gefragt, welches sich im Haus befindet. Dieses soll dann bei einem Treffen an einen angeblichen Polizeibeamten zur Sicherung übergeben werden. Häufig tritt auch auf, dass die Angerufenen eine vier oder fünfstelligen Summe bei der Bank abheben sollen. Der Täter nimmt anschließend wieder Kontakt auf und behauptet, dass es sich dabei um Falschgeld handeln würde und dieses an ihn übergeben werden muss. Auch sind schon Geldüberweisungen oder ein Geldversand gefordert worden.

Die Betrüger variieren ihre Maschen immer wieder, sodass man keine konkrete Vorhersage machen kann, wie solch ein Betrugsversuch ablaufen kann.

Deshalb rät die Polizei in diesem Zusammenhang:

   - Raten Sie nicht, wer anruft. Fordern Sie stattdessen Ihr 
     Gegenüber auf, selbst seinen Namen zu nennen. Stellen sie 
     gezielte Nachfragen, um festzustellen, ob es sich wirklich im 
     Ihren Enkel oder die angegebene Person handelt. Rufen Sie ihn 
     unter der Ihnen schon bekannten Telefonnummer zurück. 
   - Seien Sie immer dann besonders misstrauisch, wenn Sie am Telefon
     zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen befragt 
     werden. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Versuchen Sie für sich 
     die Zeit zu nehmen, um diese angebliche Bitte / Forderung zu 
     überdenken. Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. 
   - Übergeben Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen. Lassen 
     Sie sich nicht unter Druck setzen. 
   - Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen, damit 
     entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf sich aufmerksam zu 
     werden. 
   - Wählen Sie die 110, wenn Sie unsicher sind und Zweifel an der 
     Echtheit des Anrufers haben. Nutzen Sie nicht die 
     Rückruffunktion. Die Polizei selbst ruft nie mit der Nummer 110 
     bei Ihnen an. 
   - Die Täter sprechen oft akzentfreies Deutsch. Zudem rufen nicht 
     nur männliche, sondern auch weibliche Personen an. 

Sind Sie bereits Opfer eines solchen Betruges geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an! Schämen Sie sich nicht, denn jeder kann auf diese besonders gemeine Betrugsmasche hereinfallen. Dieser Warnhinweis geht auch besonders an die Nachbarn, Freunde, Bekannte, Verwandte, Kinder oder Enkelkinder von Senioren. Viele ältere Menschen haben keinen Zugang zum Internet oder lesen eventuell keine Zeitung. Deshalb sprechen Sie mit ihnen, weisen Sie auf die Gefahren hin. Legen Sie sich eine gemeinsame Handlungsstrategie zu, wie im Fall eines Anrufs zu handeln ist.

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehen Ihnen die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen gerne zur Verfügung. Das Internet bietet ebenfalls Ratschläge zu diesen und anderen Betrugsarten ( https://praevention.polizei-bw.de, https://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/228-im-alter-sicher-leben/ ).

Der Pressemitteilung ist auch das Faltblatt "Vorsicht Abzocke" der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beigefügt.

Rückfragen bitte an:

Janina Frickinger / Dieter Popp
Polizeipräsidium Tuttlingen
Pressestelle
Telefon: 07461 941-115
E-Mail: tuttlingen.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

Original-Content von: Polizeipräsidium Tuttlingen, übermittelt durch news aktuell

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