Polizeipräsidium Tuttlingen

POL-TUT: Betrügereien im Zusammenhang mit der Sepa-Umstellung - Zwei Fälle mit größerem Schadensumfang im Landkreis Tuttlingen - Warnmeldung des Polizeipräsidiums Tuttlingen

Tuttlingen (ots) - Wieder einmal haben gewiefte Straftäter zugeschlagen und das Vertrauen von gutgläubigen Opfern missbraucht. Dass dabei einige zehntausend Euro in dunkle Kanäle auf Auslandskonten flossen ist bedauerlich.

Die Sepa-Kontonummern sollen den Zahlungsverkehr in Europa vereinfachen, doch die Umstellung bietet auch Betrügern eine neue Möglichkeit an die Daten von Bankkunden zu kommen.

So geschehen auch Ende Januar in einem Stadtteil von Tuttlingen. Hier erhielt eine Geschäftsfrau einen vermeintlichen Anruf ihrer Hausbank. Diese erklärte, dass sie im Rahmen der Sepa-Umstellung noch einige Änderungen im Online-Banking vornehmen müsse, damit dieses künftig auch zuverlässig funktioniere.

Recht zielstrebig, redegewandt und mit viel vorgegaukeltem Fachwissen wurde zum Opfer eine Vertrauensbasis aufgebaut und die Straftat lief anschließend perfekt für die Betrügerin ab. Unter dem Vorwand, dass dies alles wegen der kommenden Sepa-Umstellung erfolge, tätigte die Geschädigte ohne Bedenken im Online-Verfahren mehrere Probeüberweisungen und hielt sich an die abschließende Absprache, das Onlinekonto erst wieder zu nutzen, wenn die Änderungen wirksam wären. Damit gewannen die Betrüger Zeit, dass die Transaktionen, die keine Probeüberweisungen waren, nicht rechtzeitig für eine Rückbuchung erkannt werden konnten. Erst einige Tage nach dem Gespräch wurde die Straftat mit einem Schaden von mehreren zehntausend Euro festgestellt.

Ein ähnlich gelagerter Fall wurde beim Kriminalkommissariat Tuttlingen in der vergangenen Woche angezeigt.

Hier erhielt ebenfalls eine Geschäftsfrau den Anruf einer vermeintlichen Mitarbeiterin einer Bankzentrale, die sich als zuständig für die Umstellung der TAN-Generatoren auf den Sepa-Zahlungsverkehr ausgab. Sehr plausibel erklärte sie die Verfahrensweise und hatte in der Frau ein gutgläubiges Opfer gefunden. Bei der angeblichen Neueinstellung des TAN-Generators musste sie auf telefonische Weisung mehrere Zahlenfolgen eingeben und gab auf diese Weise mehrere generierte Transaktionsnummern (TAN) an die freundliche Bankangestellte weiter. Anschließend wurde die Geschädigte aufgefordert, den TAN-Generator vorläufig nicht mehr zu benutzen, um Zeit für die Überweisungen, die wiederum allesamt ins Ausland gingen, zu gewinnen. Auch in diesem Fall wurde insgesamt ein Betrag von mehreren zehntausend Euro ins Ausland überwiesen.

In diesem Zusammenhang wäre noch zu erwähnen, dass potenziellen Opfern unter anderem auch vermeintliche Mails der Hausbank zugehen, um damit Daten auszuspähen, die eine Bank niemals und schon gar nicht auf diesem Weg abfragen würde.

Grundsätzlich wird keine Bank oder sonstiges Geldinstitut, auch nicht im Zusammenhang mit der Sepa-Umstellung, auf seine Kunden zukommen und die fernmündliche Durchgabe oder schriftliche Abfrage durch täuschend echt aufgemachte E-Mail-Anhänge die PIN (Persönliche Identifikationsnummer) oder TAN (Transaktionsnummer) oder sonstige persönliche Daten der Kunden abfragen. Bei diesen Vorgehensweisen sind Betrüger in Aktion und wollen an das Geld gutgläubiger Personen kommen.

Personen, die in der letzten Zeit in ähnlicher Art und Weise von diesen "freundlichen" Kundenberatern kontaktiert worden sind oder die selbst Opfer dieser Betrüger geworden sind werden gebeten, sich mit dem Kriminalkommissariat Tuttlingen, Telefon 07461/941-0 in Verbindung zu setzen.

Rückfragen bitte an:

Peter Mehler
Polizeipräsidium Tuttlingen
Pressestelle
Telefon: 07461 941-110
E-Mail: tuttlingen.pp.oe@polizei.bwl.de
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