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11.04.2014 – 08:45

Polizeipräsidium Offenburg

POL-OG: Millionenbetrug mit gefälschten Verdienstbescheinigungen zur Immobilienfinanzierung

Offenburg (ots)

Nach mehr als dreieinhalb Jahren intensiver Ermittlungsarbeit legte jetzt die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Offenburg in einem umfangreichen Ermittlungsverfahren gegen sechs Beschuldigte der Staatsanwaltschaft Baden-Baden den 450-seitigen Schlussbericht vor. Den Verdächtigen im Alter zwischen 29 und 53 Jahren wird vorgeworfen, zur Erlangung von Baudarlehen und Finanzierungen bei verschiedenen Direktbanken gefälschte Unterlagen vorgelegt zu haben. Der hierbei entstandene Schaden liegt nach den polizeilichen Ermittlungen bei mehr als 1,2 Millionen Euro.

Die Ermittlungen wurden auf Grund der Anzeige eines Rechtsanwaltes aufgenommen, zunächst gegen einen 46-jährigen Bauträger aus dem mittelbadischen Raum und einen 41-jährigen Finanzberater aus dem Hohenlohekreis wegen des Verdachts des Betruges und der Urkundenfälschung.

Bei Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen wurde umfangreiches Beweismaterial erhoben, das auszuwerten war. Bei der Durchsicht tausender Seiten ergaben sich Anhaltspunkte, dass neben den beiden Hauptbeschuldigten auch Kunden- und Finanzberater an den Straftaten beteiligt gewesen sein dürften, was den Verdacht eines bandenmäßigen Zusammenschlusses der insgesamt sechs aus den ehemaligen Sowjetrepubliken stammenden Beschuldigten begründet.

Bei den bis jetzt knapp 20 ermittelten Straftaten sollen drei Direktbanken bei der Beantragung von Baudarlehen getäuscht worden sein, indem man ihnen zur Vortäuschung der Kreditwürdigkeit der Darlehensnehmer gefälschte Gehaltsunterlagen vorgelegt habe. Um weiterhin auch eine größtmögliche Zahlungsfähigkeit der künftigen Kundschaft vorzutäuschen, seien zusätzlich falsche Angaben zu den Vermögensverhältnissen gemacht und letztlich auch bewusst überhöhte Darlehenssummen beantragt worden.

Auf diese Art und Weise seien bei den betroffenen Kreditinstituten Darlehen von nahezu 5,5 Millionen Euro beantragt worden, von denen letztlich 3,5 Millionen Euro genehmigt und bis zum Beginn der Ermittlungen bereits über drei Millionen an die Darlehensnehmer ausbezahlt wurden.

Nachdem das Geld bei den Kreditnehmern angekommen war, merkten diese nach einigen Monaten, dass sie die hohen Zins- und Tilgungsraten wegen ihres deutlich geringeren Einkommens nicht zurückzahlen konnten. Deshalb wurden die Verträge durch die Banken gekündigt und die betroffenen Darlehensnehmer zur Rückzahlung aufgefordert. Hierzu waren viele jedoch nicht mehr in der Lage. Einer der betroffenen Banken ist nach den polizeilichen Ermittlungen dadurch bislang ein Schaden von knapp über 800.000,00 Euro entstanden.

Aber nicht nur Banken sollen durch die Vorgehensweise des Bauträgers geschädigt worden sein. Auch die Kunden des 46-Jährigen mussten ihr blindes Vertrauen gegenüber einem ihnen vermeintlich gut gesinnten Landsmann teuer bezahlen. Obwohl die Banken die vom Bauträger angeforderten Auszahlungen überwiesen hatten, sollen die in Polen in Auftrag gegebenen Häuser nicht geliefert oder nicht wie vereinbart fertiggestellt worden sein. Die Arbeiten seien Zug um Zug eingestellt worden, die Kunden auf ihren zum Teil halbfertigen Häusern sitzen geblieben. Den Kunden des Bauträgers soll auf diese Weise ein weiterer Schaden von über 400.000 Euro entstanden sein.

Sowohl die Beschuldigten als auch die geschädigten Kunden stammen zum überwiegenden Teil aus ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Kunden hatten daher blindes Vertrauen zum Bauträger und den vermeintlichen Finanzberatern. Dies zeigt sich auch daran, dass viele Geschädigte Bankunterlagen blanko unterschrieben und somit überhaupt nicht gewusst haben sollen, was den Banken vorgelegt und welche Darlehenssumme für sie beantragt wurde.

Die Beschuldigten befinden sich auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft überprüft nun, ob hinreichender Tatverdacht für Vergehen des gewerbsmäßigen Betruges und der Urkundenfälschung besteht. Zwischenzeitlich ermittelt neben der Staatsanwaltschaft Baden-Baden auch eine Staatsanwaltschaft in Thüringen wegen des Verdachts eines Insolvenzdeliktes gegen die Firma des Bauträgers.

/pb

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Offenburg
Telefon: 0781-211211
E-Mail: offenburg.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/

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