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POL-HRO: Polizei verbietet rechtsextremistische Veranstaltung im "Thinghaus"

Grevesmühlen (ots) - Am Sonntagnachmittag führte die Polizeiinspektion Wismar einen Einsatz gegen die rechtsextremistische Szene in Grevesmühlen durch. Zuvor wurde kurzfristig bekannt, dass im Laufe des Sonntagnachmittags eine Musikveranstaltung im Grevesmühlener "Thinghaus" stattfinden soll.

An insgesamt drei eingerichteten Kontrollstellen überprüften die Beamten bis in den späten Abend hinein insgesamt 168 Personen von denen 62 polizeilich bereits in Erscheinung getreten sind, ein Großteil von ihnen mit der Begehung politisch motivierter Straftaten. Zu dieser Veranstaltung erfolgte eine bundesweite Anreise. So konnten Teilnehmer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg an den Kontrollstellen festgestellt werden.

Anreisenden Veranstaltungsteilnehmern wurde durch die Polizei ein Platzverweis ausgesprochen. Bei einem Anreisenden fanden die Beamten u.a. eine Schreckschusswaffe und einen Totschläger. Die Gegenstände wurden sichergestellt und eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz gefertigt.

Da von Teilnehmenden und Verantwortlichen zur Art der Veranstaltung widersprüchliche und wahrheitswidrige Angaben gemacht wurden, sowie die Gefahr der Begehung von Straftaten von erheblicher Bedeutung auszugehen war, untersagte die Polizei die Durchführung der Veranstaltung.

Im Rahmen des Polizeieinsatzes griffen acht gewaltbereite Rechtsextremisten Polizeibeamte tätlich an.

Zur Durchsetzung des Veranstaltungsverbotes verwiesen die Polizeikräfte alle bereits vor Ort befindlichen Teilnehmer aus dem "Thinghaus". Bei der Überprüfung dieser Personen wurde eine Führungspersönlichkeit in der rechtsextremistischen Musikszene identifiziert und ebenfalls mit einem Platzverweis belegt. Die Maßnahmen der Polizei vor Ort wurden durch einen, an der rechtsextremistischen Musikveranstaltung teilnehmenden, Vertreter der NPD durch zum Teil aggressives Auftreten behindert.

Parallel zur Durchsetzung des Veranstaltungsverbotes wurde über das Amtsgericht Schwerin ein Beschluss zur Durchsuchung des Thinghauses erwirkt und vollstreckt. Ziel war die Identifizierung der Beschuldigten, welche zuvor Polizeibeamte tätlich angegriffen hatten und sich nachfolgend unter die Teilnehmer auf dem Thinghausgelände begeben hatten. Hierbei konnten zwei Beschuldigte identifiziert werden.

Durch das entschlossene Auftreten setzte die Polizeiinspektion Wismar wiederum ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen den Rechtsextremismus.

André Falke
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