Polizeiinspektion Osnabrück

POL-OS: Osnabrück Stadt/ Landkreis Unfallstatistik der Stadt und des Landkreises Osnabrück für 2013 Weniger schwere Unfälle trotz leicht steigender Unfallzahlen

Osnabrück/ Stadt/ Landkreis (ots) - Unfallstatistik der Stadt und des Landkreises Osnabrück für 2013

Weniger schwere Unfälle trotz leicht steigender Unfallzahlen

Unfälle gesamt

Die Stadt, der Landkreis und die Polizei haben die Unfallstatistik für das Jahr 2013 vorgestellt. Sie arbeiten gemeinsam an der Entschärfung von Unfallhäufungspunkten. Entsprechend erfreulich ist der Rückgang bei den Unfällen mit Personenschäden um 8,7 %. Es gab weniger Leicht- (2190) und weniger Schwerverletzte (397). Allerdings kamen auf den Straßen in der Stadt und im Landkreis bei 24 tödlichen Unfällen 29 Menschen ums Leben. Dazu zählen zwei besonders tragische Unfälle, die sich beide im September ereigneten. Am 01.09. verunglückten drei Pkw-Insassen tödlich, als sie in Rieste von einem Zug erfasst wurden und am 18 September starben vier junge Menschen auf der Osnabrücker Straße in Dissen. Bei diesen Unfällen wird das Augenmerk immer besonders auf zwei Altersgruppen gelegt. Die Gruppe der jungen Fahrer, die 18 - 24 Jahre alt sind und die der älteren Verkehrsteilnehmer, die mindestens 65 Jahre alt sind. An 20,8 % oder 545 der Unfälle mit Personenschaden waren junge Fahrer beteiligt. Die Senioren waren zu 11,3 % (295) beteiligt. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Gebiet der Polizeiinspektion im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Mit 12758 angezeigten hat es im vergangenen Jahr 138 Unfälle mehr als im Jahr 2012 gegeben. In der Stadt ist die Zahl auf 5.331 (+ 166) leicht angestiegen und im Landkreis auf 6.420 (- 128) leicht gesunken. Die Zahlen umfassen alle Unfälle, auch die auf den Autobahnen.

Unfallursachen

Die Polizei betreibt eine intensive Untersuchung der Unfallursachen. Nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit (1413), kein ausreichender Sicherheitsabstand (1465) und die Missachtung von Vorfahrtsregeln (957) sind nach wie vor die häufigsten Hauptunfallursachen. Oftmals treten aber mehrere Unfallursachen gleichzeitig auf und gerade die falsche Geschwindigkeit ist neben den anderen Ursachen bei vielen Karambolagen zusätzlich gegeben. Erfreulicherweise ist die Zahl der durch Alkohol oder Drogen beeinflussten Unfälle zurückgegangen. In 279 Fällen sind die Unfallverursacher durch entsprechende Stoffe beeinflusst gewesen. Das waren 18 weniger als 2012. Auch die Zahl der von der Polizei gestoppten Fahrzeugführer, die betrunken oder "benebelt" waren, war im letzten Jahr rückläufig. Trotzdem wurde in 1257 Fällen durch einen Arzt zur Beweissicherung eine Blutprobe genommen bzw. ein beweissicherer Alcotest durchgeführt. Abgesehen von den genannten Hauptunfallursachen gibt es viele weitere Faktoren, die die Verkehrsteilnahme beeinflussen und zu einem Unfall führen können. Diese Ursachen, die im Nachhinein oftmals nicht ermittelt werden können, fasst die Polizei unter dem Begriff "Sonstige Fehler der Fahrzeugführer" (mehr als 31 %) zusammen. Neben dem häufig vorhandenen Zeitdruck, der zu erheblichem Stress und zu Unfällen führen kann, spielen Handybenutzung und mangelnde Konzentration sicherlich auch eine Rolle. Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass es sich bei 1331 Unfällen um Wildunfälle und hier in der Mehrzahl um Rehunfälle handelte.

Baumunfälle

Mit schweren Unfallfolgen ist oftmals zu rechnen, wenn Kraftfahrzeugführer auf ein stehendes Hindernis, wie einem Baum prallen. Baumunfälle werden entsprechend besonders erfasst. Mit 170 derartigen Kollisionen ist diese Zahl um 20 und somit um mehr als zehn Prozent zurückgegangen. Zwei Personen starben und 44 wurden schwer verletzt. Diese Unfälle ereigneten sich ausschließlich im Landkreis. Der Landkreis und die Polizei werden sich weiterhin einige Strecken besonders genau anschauen und Maßnahmen zur Entschärfung, die auch Geschwindigkeitsbeschränkungen beinhalten, treffen. Michael Maßmann, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, sagt dazu: "Alle Maßnahmen, die schwere Unfälle verhindern können, werden von der Polizei ausdrücklich begrüßt."

Fahrradunfälle

Mit 711 ist die Anzahl der Fahrradunfälle, die sich 2013 ereignet haben, nahezu identisch mit dem Vorjahr. Allen Vorurteilen zum trotz setzten die Radler in nur 22,8 Prozent die Ursache für ihre Beteiligung. Als häufigste Ursache sind die fehlerhafte Straßenbenutzung sowie Fehler beim Abbiegen und das Nichtbeachten der Vorfahrt zu nennen. Fahrradfahrer zählen zu den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Entsprechend sind sie bei Kollisionen besonders gefährdet. Fünf Radler kamen bei Unfällen ums Leben. Drei Senioren zählten dazu. Auffälligerweise waren diese drei Senioren mit einem Elektrofahrrad unterwegs.

Unfallfluchten

Die Osnabrücker Polizeibeamten mussten im letzten Jahr 2770 Unfallfluchten aufnehmen. Spiegelt man diese Zahl auf die Gesamtzahl der Unfälle ergibt sich ein Prozentwert von 22,4 %. Bei mehr als jedem fünften angezeigten Unfall handelt es sich somit um eine Unfallflucht. Diese hohe Zahl ist umso mehr erschreckend, wenn berücksichtigt wird, dass es hierzu klare gesetzliche Regelungen gibt. Danach muss nach einem Unfall jeder Beteiligte zugunsten der anderen Beteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglichen. So steht es im Gesetz und es bedeutet, wer nach einer Kollision einfach davon fährt, begeht eine Unfallflucht. Etwa 40 % dieser Straftaten wurden aufgeklärt. Bei Unfällen mit Verletzten liegt die Aufklärungsquote bei knapp 55 %. Die Verursacher verteilen sich zu 14 % auf die jungen Verkehrsteilnehmer und zu 25 % auf die Gruppe der Senioren.

Unfallprävention

Gefährliche Unfallstellen ergeben sich aufgrund der Erfassung und Analyse durch die Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei. In Zusammenarbeit mit den kommunalen Verkehrsbehörden, dem Landkreis und der Stadt Osnabrück werden die Örtlichkeiten, auch Unfallhäufungspunkte genannt, untersucht. Das geschieht im Rahmen von Unfallkommissionen, Verkehrsbesprechungen und Verkehrsschauen. Hier werden bauliche und sonstige Lösungen entwickelt und geplant. Als Beispiel kann hier die Lichtzeichenanlage in Badbergen, B 68/Badberger Straße, genannt werden. Sie ist Ausfluss von Beratungen in den Expertenkommissionen.

Allerdings werden in über 90 % aller Fälle die Unfallursachen durch die Verkehrsteilnehmer gesetzt. Schwere Verkehrsunfälle betreffen nicht selten schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer oder Fußgänger. Vermieden werden können einige dieser Unfälle auch durch eine bessere Erkennbarkeit der Verkehrsteilnehmer. Kleidungsstücke mit Signalwirkung und reflektierenden Einarbeitungen an beweglichen Körperteilen machen Fußgänger und Radfahrer so auffällig, dass sie erheblich besser wahrgenommen werden.

Drei Unfalltote Senioren mit Elektrofahrrädern fielen im Jahr 2013 besonders auf. Die Benutzung dieser Zweiräder setzt eine intensive Einweisung durch sachkundiges Personal voraus. Pedelec- oder E-Bike-Fahrer sollten sich erst an das neue Zweirad gewöhnen und deshalb anfangs besonders vorsichtig fahren. Die Polizei hält auch Vorträge in Seniorenheimen bei denen auf die sichere Verkehrsteilnahme eingegangen wird.

Ebenso wie Senioren müssen sich jüngere Verkehrsteilnehmer an neue Fortbewegungsmittel gewöhnen und die sichere Verkehrsteilnahme üben. Dafür werden Kinder in "Schulanfangsaktionen", mit Fahrradprüfungen und mit dem Präventionsmobil von Polizeibeamten vorbereitet. So wie die Arbeit mit dem Präventionsmobil intensiv vom Landkreis unterstützt wird, werden viele Präventionsmaßnahmen gemeinsam von den kommunalen Straßenbehörden und der Polizei durchgeführt.

Im Rahmen von gezielten Kontrollen, wurde das Augenmerk der Ordnungshüter 2013 speziell auf Geschwindigkeit, Rotlicht, Abstand, Rückhalteeinrichtungen und Schwerlast gelegt. Das wird auch im Jahr 2014 der Fall sein.

Die aktuelle Verkehrssicherheitsinitiative 2020 beinhaltet eine verstärkte Geschwindigkeitsüberwachung, insbesondere auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. "Gerade auf diesen Straßen ereignen sich die schwersten Unfälle und die wollen wir durch unsere Kontrollen soweit wie möglich verhindern. Unfälle lassen sich am ehesten durch vorausschauendes Fahren, Beachten der Verkehrsregeln und gegenseitige Rücksicht im Straßenverkehr verhindern", so der Chef der Polizisten in der Stadt und im Landkreis, Michael Maßmann.

Anfragen zur Unfallstatistik bitte an die Pressestelle der Polizeiinspektion Osnabrück unter der Tel.-Nr.: 0541/3272007

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