Polizeidirektion Osnabrück

POL-OS: Veranstaltungshinweis: "Häusliche Gewalt - Zusammenhänge mit religiösen Ideologien und Extremismen"

Osnabrück (ots) - In Deutschland wird laut Terre des Femmes alle 2,5 Tage eine Frau von ihrem Partner, Ex-Partner oder Lebensgefährten getötet. Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren erleben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft (Studie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die Eskalation von Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten in der überwiegenden Zahl nicht völlig unerwartet entstehen. Im Vorfeld kommt es häufig zu Fällen von häuslicher Gewalt. Unter extremistischen Gruppierungen haben Frauen eine klar definierte Rolle, die ihnen in konkreten Familienkonstellationen nicht selten zugewiesen wird. Dabei können sich Männer zur Aufsichtsinstanz erheben und Gewalt gegenüber Frauen und Kindern als legitimes Mittel der Erziehung und Familienführung erachten. Begründet wird dies sowohl religiös als auch kulturell.

Wie lässt sich der Schutz von Frauen und Kindern in extremistischen Gruppierungen verbessern? Welche präventiven Maßnahmen können hier helfen? Das Institut für Islamische Theologie und die Polizeidirektion Osnabrück laden zu diesen Fragen Interessierte zur öffentlichen Veranstaltung

"Häusliche Gewalt und Zusammenhänge mit religiösen Ideologien und Extremismen" am 10. Juli 2018, 18:00 bis 20:00 Uhr, Raum 11/212 im Schloss/Universität Osnabrück ein.

In der Veranstaltung stellt Kriminalhauptkommissarin Monika Holtkamp von der Polizeiinspektion Osnabrück das Modell "Fallmanagement Hochrisikofälle häuslicher Gewalt" vor, eine interdisziplinäre Kooperation mit dem Ziel der Verhinderung von Gewaltexzessen. Samy Charchira, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück, wird das Thema der Prävention von häuslicher Gewalt aus religionssensibler Perspektive und aus Sicht der Sozialen Arbeit zu betrachten. Weiterer Referent ist Jasser Abou Archid, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter des IIT, der anhand eines Fallbeispiels dazu einlädt, ins Gespräch und den fachlichen Austausch zu kommen und Recherchen, Forschungsergebnisse und Erfahrungen zu vergleichen. "Die Aufgabe, häusliche Gewalt zu bekämpfen und wirksame Maßnahmen zu entwickeln, erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht staatlichen Institutionen", erläutert Polizeipräsident Bernhard Witthaut. Interessierte der verschiedenen Fachbereiche aus der Sozialen Arbeit, Frauenberatungsstelle, Gleichstellung, Justiz und Sicherheitsbehörden sowie der Wissenschaft wollen in der Veranstaltung gemeinsam Lösungsansätze diskutieren und die Vernetzung untereinander fördern. Ähnlich dem alljährlichen Symposium werden wissen-schaftliche Ansätze mit praktischen Elementen verbunden, um nachhaltig Bedarfe zu erkennen sowie Impulse und Denkanstöße zu setzen. Im Rahmen des Symposiums "Polizei und Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft" im Februar dieses Jahres, konnte aufgrund der Erkrankung eines Referenten nur ein unvollständiger Themen-baustein unter der Überschrift "Häusliche Gewalt und Zusammenhänge mit religiösen Ideologien und Extremismen - Lösungsbeiträge durch spezialisierte Soziale Arbeit" durchgeführt werden. Die Veranstaltung am 10. Juli knüpft daran an und versucht gezielt ein Thema aufzugreifen, welches bislang wenig Beachtung gefunden hat.

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