Otto Wolff von Amerongen 85 Jahre

    Berlin (ots) - Eine der markantesten Unternehmerpersönlichkeiten
seit dem zweiten Weltkrieg vollendet am 6. August 2003 seinen 85.
Geburtstag: Otto Wolff von Amerongen. Mit seinen
wirtschaftpolitischen Positionen, seinem außergewöhnlichen
außenwirtschaftlichen und außenpolitischen Engagement hat der
Unternehmer Wolff die Nachkriegszeit in Deutschland entscheidend
mitgeprägt. Er war von 1969 bis 1988 Präsident des Deutschen
Industrie- und Handelstages (DIHT), wie der Deutsche Industrie- und
Handelskammertag damals hieß. Seit 1988 ist er Ehrenpräsident des
DIHK. Seine traditionellen unternehmerischen Verbindungen nach Osten
nutzte er nach Entstehen der Bundesrepublik Deutschland, um über die
politischen Spannungen hinweg Brücken für Wirtschaft und Politik zu
bauen. 1957 schloss er im Auftrag der Bundesregierung den ersten
Handelsvertrag mit der Volksrepublik China ab. Otto Wolff war
Mitbegründer des 1952 von Ludwig Erhard ins Leben gerufenen
Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft. Zunächst Vorsitzender des
Arbeitskreises Sowjetunion wurde er 1956 Vorsitzender des
Ostausschusses, ein Amt, das er im Jahre 2000 an den Daimler-Manager
Dr. Klaus Mangoldt übergab.
    
    Der Freihändler Wolff und "Diplomat der Deutschen Wirtschaft" hat
sich aber nicht nur für die Verbesserung der wirtschaftlichen und
politischen Beziehungen zu Osteuropa und der Volksrepublik China
eingesetzt, sondern auch die Integration Westeuropas mit großer
Tatkraft gefördert. Schon seit den 50er Jahren hält er enge Kontakte
in die Vereinigten Staaten und war mit einer Vielzahl von
hochrangigen Ämtern in die amerikanische Business Community
integriert. Viele Jahre gehörte er dem Board von Exxon an, einer der
größten multinationalen Gesellschaften der Welt.
    
    Mit knapp 20 Jahren übernahm er nach dem Tode seines Vaters das
Familienunternehmen und führte es über mehrere Jahrzehnte. Auch nach
Abschluss dieser Tätigkeit setzte er sein unternehmerisches
Engagement fort. Der Kölner Unternehmer war von 1966 bis 1970 auch
Präsident der Industrie- und Handelskammer Köln und hat sich
ehrenamtlich in die Arbeit vieler regionaler und überregionaler
Gremien eingebracht. Wolff ist ein überzeugter Verfechter der
sozialen Marktwirtschaft und des liberalen Welthandels. Die
Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierungen hat er immer an
marktwirtschaftlichen Grundsätzen und am Ziel der Geldwertstabilität
gemessen. Unermüdlich war sein Kampf für den Abbau von Subventionen
und gegen den Populismus der Sozialpolitik.
    
    Mit der 1992 gegründeten Otto-Wolff-von-Amerongen-Stiftung fördert
Wolff in besonderem Maße Wissenschaft und Forschung sowie Initiativen
im Bereich der Weiterbildung und der beruflichen Bildung. Otto Wolff
ist Träger von vielen nationalen und internationalen Auszeichnungen.
Im Jahre 2000 wurde er vom Bundespräsidenten mit der höchsten
deutschen Ordensstufe für Zivilpersonen, dem Großkreuz des
Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Die Wissenschaft ehrte seine außerordentlichen Leistungen durch die
Verleihung von drei Ehrendoktorwürden und einer Honorarprofessur.
    
    
ots Originaltext: DIHK
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