
Stichtag 1. Februar 2011: elektronische Signatur auch für Abfallerzeuger verbindlich / Neue IT-Lösungen für schlankes Entsorgungsmanagement
17.01.2011 | 10:00 UhrAachen (ots) - Seit dem 1. April 2010 müssen Erzeuger, Einsammler, Beförderer und Entsorger das elektronische Nachweisverfahren (eANV) für gefährliche Abfälle anwenden. Nachweise, Begleitscheine und Register werden elektronisch geführt und übermittelt. Das Nachweisverfahren ist an eine qualifizierte elektronische Signatur gekoppelt, wobei eine Übergangsfrist für Erzeuger, Sammler und Beförderer eingeräumt wurde. Diese Übergangsfrist endet mit Ablauf des Januar 2011.
Mit der Übergangszeit wollte der Gesetzgeber einem Wunsch der Wirtschaft entsprechen, hinsichtlich einer Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur eine gleitende Einführung der elektronischen Nachweisführung zu ermöglichen, um damit, so das Bundesumweltministerium, "den Anforderungen an Planung, Beschaffung und organisatorische Änderungen in den Betrieben Rechnung zu tragen".
Doch fast ein Jahr nach der verbindlichen Einführung stellt das Thema eANV noch immer viele Unternehmen vor ungelöste Probleme. Reiner Wagner, Geschäftsführer des Aachener Ingenieurbüros Dikon, kennt aus seiner Beratungstätigkeit die Nöte von Abfallerzeugern angesichts der administrativen und technischen Herausforderungen. Denn im Gegensatz zu anderen betrieblichen Geschäftsprozessen, die elektronisch vernetzt aufgebaut sind, beruht das Management der betrieblichen Entsorgung noch immer gewissermaßen auf Handarbeit.
Das Thema Entsorgung konnte bisher nicht effektiv und transparent in die bestehenden Betriebsabläufe integriert werden. Unterschiedlichste Abfallstoffe, darunter häufig gefährliche Abfälle, möglicherweise an verschiedenen Betriebsstandorten, die Auswahl der Entsorger, intransparente Kosten, die gesetzlichen Auflagen, die Organisation der betrieblichen Prozesse und die Bewältigung der Datenflut - das ist für die meisten Unternehmen ein schwieriges, arbeitsaufwändiges und teilweise unbekanntes Terrain.
Solchen Unternehmen rät Wagner zu einem elektronischen Abfallmanagementsystem mit integriertem elektronischen Nachweisverfahren. Bei der Auswahl und der Einrichtung können externe Berater unterstützen. Neuester Stand der Technik ist ein webbasiertes Portal zur Steuerung, Kontrolle und Dokumentation des gesamten abfallwirtschaftlichen Prozesses. Ein derartiges System bietet Unternehmen in Echtzeit volle Transparenz bezüglich der Abfallmengen und -arten, Kosten, Entsorgungs- und Verwertungswege.
In einer solchen Portallösung werden fertige Programmpakete und Spezialsoftware an den Bedarf des jeweiligen Kunden angepasst. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner, der Zugriff erfolgt über das Internet, also keine Aufrüstung der EDV, kein zusätzliches Personal. Die Integration aller Prozesse führt zu einer Verringerung des Verwaltungsaufwands im Betrieb für Organisation, Datenpflege und Controlling. "Das Ergebnis", so Wagner, "ist ein extrem schlankes Entsorgungsmanagement."
Informationen:
www.bmu.de/abfallwirtschaft www.dikon.biz
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