
Unabhängige Versorger: Kritik an Atomkompromiss / Aktuelle Energiepolitik festigt Dominanz der Stromriesen
08.09.2010 | 15:11 UhrBerlin (ots) - In der Energiebranche herrscht nicht nur Begeisterung über die neue Strompolitik der Bundesregierung. "Die großen Konzerne werden über Jahrzehnte hinaus weiterhin den deutschen Markt beherrschen", sagt Robert Mundt, der Vorstandsvorsitzende des alternativen Energieversorgers FlexStrom, im Interview.
Gerade die unabhängigen Versorger kritisieren immer wieder die Strukturen auf dem deutschen Strommarkt. Mehr als 80 Prozent der Stromerzeugung wird von den Energieriesen RWE, E.ON, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall dominiert. Eine Änderung ist nicht in Sicht: "Die Bundesregierung hat die Chance zur Veränderung definitiv vertan", so FlexStrom-Vorstandschef Mundt.
Stattdessen erhalten die Branchenriesen die Möglichkeit, Ihre dominierende Stellung weiter auszubauen. Auf eine dreistellige Milliardensumme beziffern etwa die Experten des Öko-Instituts die Mehreinnahmen der vier großen Stromkonzerne. "Der so genannte Atom-Kompromiss ist keine gute Entscheidung für die Stromkunden in Deutschland", befürchtet Robert Mundt von FlexStrom.
Mehrfach haben Studien zum Strommarkt belegt, dass es insbesondere die alternativen und unabhängigen Versorger sind, die mit guten Tarifangeboten für Bewegung sorgen. "Die Verbraucher profitieren durch günstige Strompreise definitiv vom Wettbewerb auf dem Strommarkt", so Mundt vom unabhängigen Stromanbieter FlexStrom. Die Politik müsse aber ihren Anteil beisteuern, damit die großen Konzerne nicht länger mit ihrer Marktmacht den Wettbewerb erschweren könnten.
Aktuell ermittelt bereits das Bundeskartellamt, weil es Absprachen bei den Strompreisen vermutet. Marktexperte Mundt von FlexStrom: "Entscheidend ist, dass die Stromkunden ihre Vorbehalte gegen die Energieriesen deutlich machen - und ihnen den Rücken kehren."
Verbraucherzentralen empfehlen bei Unzufriedenheit mit den Strompreisen bereits seit Jahren die Suche nach günstigen oder alternativen Angeboten. Der Großteil der Haushalte in Deutschland wird aber nach wie vor vom Grundversorger beliefert.
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