Hansel-Mieth-Preis 2009 teilen sich Reporter-Teams von NEON und Focus - Zehntes Gabriel-Grüner-Stipendium verliehen

08.03.2009 | 11:00 Uhr

    Hamburg (ots) - Der mit 6 000 Euro dotierte Hansel-Mieth-Preis 2009 für engagierte Reportagen in Wort und Bild wird zwischen zwei deutschen Reporter-Teams aufgeteilt: Unter den 145 Einsendungen entschied sich die Jury für eine Reportage des Autors Roland Schulz und des Fotografen Luca Zanetti, publiziert im Magazin NEON. "Die lange weiße Linie" beschreibt den weiten Weg des Kokains von einer kleinen Familienplantage in Kolumbien bis nach Deutschland. Prämiert wurde außerdem die in dem Magazin Focus erschienene Reportage "Amerika gnadenlos" des Autors Stefan Scheytt und der Fotografin Cira Moro über zu lebenslanger Haft verurteilte Kinder und Jugendliche in US-Gefängnissen.

    Ausgezeichnet wurden außerdem folgende Beiträge:

    "Die Geschichte von Franz" (Focus) von Carin Pawlak und Heinz Heiss "Abgesoffen" (stern) von Frauke Hunfeld und Thorsten Futh (Fotos) "Der letzte Winter" (Greenpeace Magazin / Amnesty Journal) von Wolfgang Bauer und Matthias Ziegler (Fotos) "Kinderschokolade" (Greenpeace Magazin) von Michael Obert und Daniel Rosenthal (Fotos) "Ich bin nicht hier, um anderen zu gefallen" (ZEIT magazin Leben) von Jana Simon und Sigrid Reinichs (Fotos) "Die deutsche Maschine" (Spiegel) von Alexander Osang und Carsten Koall (Fotos) "Neapel - die Stadt der Camorra" (GEO) von Petra Reski und Mauro D'Agati (Fotos) "Sein ist die Rache" (ZEIT) von Erwin Koch und Justin Jin (Fotos)

    Mit dem Preis erinnert die Weinstädter Reportage-Agentur Zeitenspiegel an ihr Ehrenmitglied Hansel Mieth, Fotografin des amerikanischen Magazins LIFE, die in Kalifornien lebte und sich überwiegend sozialen Themen widmete. Hansel Mieth wurde 1909 geboren und starb im Jahr 1998.

    Die Jury vergab außerdem das ebenfalls mit 6 000 Euro dotierte Gabriel-Grüner-Stipendium, das einem Team aus Fotograf und Reporter ermöglichen soll, eine Reportage-Idee zu verwirklichen. Die Journalistin  Amrai Coen und der Fotograf Fabian Brennecke gewannen das Votum der Jury mit dem Vorhaben, einen illegal in die USA eingewanderten Mexikaner zu begleiten, der jahrelang in der ständigen Furcht lebte, aufgegriffen zu werden, schließlich doch gefasst und abgeschoben wird.

    Die Hansel-Mieth-Preisträger werden am 7. Mai 2009 in Fellbach geehrt. Das 10. Gabriel-Grüner-Stipendium wird am 28. Mai bei einer Feierstunde in der stern-Redaktion in Hamburg überreicht.

    Die Namensgeber:

    Johanna ("Hansel") Mieth wurde 1909 in Berglen-Oppelsbohm geboren und wuchs in Fellbach in ärmlichen Verhältnissen auf. Hansel Mieth, die davon träumte, Ärztin zu werden, riss mit fünfzehn Jahren von zu Hause aus, reiste mit ihrem Jugendfreund Otto Hagel durch Europa und emigrierte schließlich nach Amerika. Dort schlug sich das Paar zunächst als Tagelöhner und Erntehelfer durch. Aus dieser Zeit stammen erste Aufnahmen von Hansel Mieth und Otto Hagel, die sie mit einfachen Kameras machten. 1937 wurde das Magazin LIFE in New York auf die eigenwillige junge Fotografin aufmerksam und engagierte sie. Für LIFE kehrte Hansel Mieth 1948 erstmals zurück in ihre Heimatstadt und fotografierte unter dem Titel »We return to Fellbach« die Folgen des Kriegs.

    Das Gabriel-Grüner-Stipendium erinnert an die stern-Reporter Gabriel Grüner und Volker Krämer und den Übersetzer Senol Alit, die am 13. Juni 1999 im Kosovo ermordet wurden. Autor Gabriel Grüner und Fotograf Volker Krämer hatten aus Afghanistan, Algerien, Sudan und immer wieder vom Balkan berichtet. Gabriel Grüner gab regelmäßig Seminare an der Universität Innsbruck und nutzte seine vielfältigen Verbindungen zu Fotografen und Autoren, um jungen Kollegen zu Ausstellungen oder Buchveröffentlichungen zu verhelfen.

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Pressekontakt:
Für Rückfragen: Ingrid Eißele, Redaktion Zeitenspiegel, 07151-96460  

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