ots.Audio: So geben Sie Trickdieben keine Chance

16.10.2008 | 04:15 Uhr

    Baierbrunn (ots) -

    "Rate mal, wer hier spricht?", ist oft die erste Frage und die arglose Oma, meint dann tatsächlich mit ihrem Enkel zu sprechen. Natürlich ist das alles nur Betrug. Hier kommt nämlich der "Enkel-" oder "Neffen-Trick" ins Spiel, der inzwischen häufig von osteuropäischen Banden mit großem Aufwand durchgeführt wird. Denn dieser Trick ist äußerst lukrativ, berichtet das Apothekenmagazin Senioren Ratgeber und der stellvertretende Chefredakteur Kai Martin Klindt erklärt, warum die "Enkel-Täter" nach wie vor so erfolgreich sind:

    0-Ton: 21 Sekunden Das  ist eigentlich erstaunlich, weil ja auch oft davor gewarnt wurde. Man kann sagen, dass die Täter mit Erfolg auf die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit alter Menschen setzen und dass sie auch die Einsamkeit der Opfer ausnutzen. Gerade Menschen ab 70, die alleine leben, sind am meisten gefährdet. Die sind einfach dankbar für ein nettes Gespräch und freuen sich natürlich auch, über den Anruf eines vermeintlichen Enkels oder Neffen.

    Man kann aber selber Vorsorge tragen, damit man gar nicht erst Opfer wird:

    0-Ton: 26 Sekunden Beim "Enkel-Trick" gibt es eine ganz einfache Regel. Man soll sich am Telefon auf gar keine Absprache einlassen. Man soll auflegen und zunächst Verwandte anrufen, um zu klären, ob es wirklich ein echter Enkel war, der da angerufen hat und um Hilfe gebeten hat. Zweite Regel ist: man sollte lieber einmal zu viel als zu wenig den Notruf 110 wählen, also bei der Polizei anrufen. Und die dritte Regel: niemals einen Fremden in die Wohnung lassen, denn ist der Fremde erstmal in der Tür, dann haben die Senioren meistens schon verloren.

    Denn eine vermeintliche Schwangere, die um ein Glas Wasser bittet oder ein unangemeldeter Handwerker, der vor der Tür steht, kann sich schnell als Trickdieb entpuppen. Aber kommen wir zurück auf den "Enkel-Trick". Wenn der Betroffene darauf reingefallen ist, braucht er natürlich Hilfe:

    0-Ton: 23 Sekunden Hilfe ist ganz wichtig, weil die Opfer nicht nur finanziell leiden, sondern auch mit den psychischen Folgen zu kämpfen haben. Sie schämen sich oft einfach, dass gerade ihnen so etwas passiert ist. Sie neigen dazu sich abzukapseln, sich zurückzuziehen und deswegen ist es für die Umstehenden, z.B. Verwandte, Nachbarn, Freunde, ganz wichtig, auf die Betroffenen zuzugehen, ihnen zuzuhören und sie langsam wieder psychisch aufzubauen.

    Und wenn all die liebevollen Bemühungen scheitern, bietet auch die Hilfsorganisation Weißer Ring Beistand, schreibt der Senioren Ratgeber.

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