
"Innerlich duzen wir uns längst"
20.05.2008 | 10:00 UhrStuttgart (ots) - Moderatoren-Duo Günter Netzer und Gerhard Delling spricht bei Reader's Digest über Job und Privates
Günter Netzer und Gerhard Delling wollen mindestens noch bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gemeinsam für die ARD vor der Kamera stehen. "Wir sind erstklassige Freunde. Das ist die Basis dafür, dass wir auch so miteinander flachsen können. Wir sprechen eine gemeinsame Sprache", sagte Netzer dem Magazin Reader's Digest Deutschland (Juni-Ausgabe). Eine Einschätzung, die auch Delling in dem Doppel-Interview betonte: "Ein Duo funktioniert ja normalerweise nicht über einen längeren Zeitraum. Aber wir wollen als Kommentatoren nicht nur gut aussehen, und schon gar nicht auf Kosten des anderen. Es geht stets um das Spiel."
Seit zehn Jahren analysieren der erfahrene Sportmoderator und der frühere Profifußballer für die ARD die Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft - auch bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz im Juni wird das wieder der Fall sein. Dass beide nicht immer einer Meinung sind, wird dabei keineswegs als Nachteil empfunden: "Ganz wichtig ist, dass wir nicht polemisieren", so Netzer: "Aber sprachlich findet das auf einem Niveau statt, dass keiner beleidigt sein kann."
Delling hält es für normal, dass es durchaus heftige Reaktionen auf die Analyse des Duos geben kann - wie es der ehemalige Bundestrainer Rudi Völler nach einem 0:0 der Nationalmannschaft gegen Island mal praktizierte: "Kritik ist immer sinnvoll. Man bekommt ja etwas. Günter Netzer und ich machen ja nicht etwas schlecht, sondern wir bewerten, wie ein Sportler oder eine Mannschaft gespielt hat."
Die jahrelange Zusammenarbeit zwischen Delling - Jahrgang 1959, vierfacher Vater, in Hamburg lebend - und seinem Co-Moderator Netzer - Jahrgang 1944, mit seiner Familie in Zürich zu Hause - hat die beiden auch privat zusammengeschweißt. Delling verpflichtete Netzer als Trauzeuge, Netzer wiederum spricht von einer "eheähnlichen Beziehung" zu Hobbyfußballer Delling: "Ich habe Delling als verbindlichen, aber kritischen Journalisten kennengelernt. Er ist authentisch."
Dass sich beide in ihrer gemeinsamen Moderation nach wie vor siezen, scheint nur eine Formsache zu sein: "Innerlich duzen wir uns längst, das mit dem 'Sie' hat sich so ergeben. Deshalb haben wir keinen größeren Respekt voreinander", sagte Netzer in dem Interview.
Übrigens sieht Günter Netzer die Mannschaft von Weltmeister Italien auch bei der Europameisterschaft als aussichtsreichstes Team. "Ich setze wieder auf Italien", sagte der 63-Jährige (s. Pressemitteilung vom 28. April 2008). Dagegen macht sein Co-Kommentator Delling bei der EURO 2008 gleich mehrere heiße Kandidaten aus. "Ich glaube nicht, dass es bei der EM einen Überfavoriten gibt", sagte der Sportjournalist Reader's Digest, "vielmehr einen Kreis von Favoriten, zu dem auch Deutschland zählt, wenn die Mannschaft sich noch steigert."
Für weitere Informationen zu diesem Reader's Digest-Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Juni-Ausgabe von Reader's Digest Deutschland ist ab 28. Mai an zentralen Kiosken erhältlich.
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