Pressemitteilung

Pro Generika zum freiwilligen Register Arzneimittelengpässe / Neues BfArM Register löst nur den Engpass "Information"

2013-04-26 09:23:38

Berlin (ots) - Heute hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ein Register über Lieferengpässe bei Arzneimitteln ins Internet gestellt. Vorgesehen ist, dass Pharmaunternehmen darüber informieren, wenn sie eine über zwei Wochen hinausgehende Lieferunfähigkeit bei lebenswichtigen Arzneimitteln absehen können.

Hierzu erklärt Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika: "Die Mitgliedsunternehmen von Pro Generika tragen das freiwillige Register mit. Das Register kann transparent machen, welches Ausmaß Lieferunfähigkeiten tatsächlich haben. Damit kann eine Datengrundlage geschaffen werden, die über die bislang "anekdotische Evidenz" hinausgeht, die die mediale Debatte der letzten Monate bestimmt hat.

Das Register löst aber allenfalls den Engpass "Information". Es ist kein Ansatz, um den konkreten Ursachen von Engpässen zu begegnen. Zu den Ursachen gehört neben einer steigenden globalen Nachfrage nach Arzneimitteln auch der Umstand, dass jeder zweite Engpass damit zusammenhängt, dass es für das betreffende Arzneimittel nur noch zwei oder gar einen Anbieter gibt. Zu diesem Schluss kommen Untersuchungen aus den USA, die wesentlich stärker von Arzneimittelengpässen betroffen sind.

Diese Marktverengung hat verschiedene Ursachen. Eine wesentliche ist der enorme Preis- und Rabattdruck auf Generika. Deshalb muss die gesundheitspolitische Kostendämpfung da auf den Prüfstand, wo sie maßgeblich Marktverengung befördert. Aber auch im Klinikbereich muss ein Umdenken stattfinden. Es läuft etwas falsch in Deutschland, wenn (Klinik-)Apotheken für lebensrettende Generika zur Krebsbekämpfung real weniger aufwenden, als ein Cappuccino am Hauptbahnhof kostet.

Der immense Kostendruck auf Generika führt dazu, dass Hersteller wichtige Arzneimittel nicht mehr anbieten können, weil ihre Aufwendungen für Produktion, Qualitätsüberwachung, Logistik und regulatorische Anforderungen zu diesem realen Preisniveau nicht nachhaltig finanzierbar sind. Im Ergebnis schreitet die Marktverengung voran.

Die Lehren aus den USA zeigen vor allem eines: Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln braucht Vielfalt der Anbieter."

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