Pressemitteilung

Versorgung mit Grippeimpfstoff: Wirksamkeit vor Kostendämpfung!

2013-03-13 09:30:04

Wedel (ots) - Die stärkste Grippewelle seit der Saison 2004/2005 hat in dieser Woche ihren Höhepunkt erreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) sind seit Anfang Oktober 2012 über 38.000 bestätigte Influenzafälle gemeldet worden. Fast 6.000 Menschen mussten aufgrund einer Grippe in einem Krankenhaus behandelt werden. Da sich viele gesetzliche Krankenkassen erstmals auf nur einen einzigen Impfstofflieferanten festgelegt hatten, war es in dieser Grippesaison zu Lieferengpässen gekommen. Dadurch konnten viele Patienten nicht rechtzeitig oder gar nicht geimpft werden. Experten hatten daraufhin die Praxis der Exklusivausschreibungen durch die Krankenkassen kritisiert. Das forschende Pharma-Unternehmen AstraZeneca fordert daher, die Wirksamkeit des Impfstoffs zum maßgeblichen Ausschreibungskriterium zu machen.

Seit der Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) können gesetzliche Krankenkassen Influenzaimpfstoffe per Ausschreibung auswählen. Versicherte erhalten dann, bis auf begründete Einzelfälle, ausschließlich den Impfstoff des günstigsten Anbieters. Legen sich Kassen in einem Versorgungsgebiet auf nur wenige oder gar einen einzigen Anbieter fest, erhöht dies das Risiko von Lieferengpässen wie in der jüngsten Grippesaison geschehen. Neben dem Risiko von Versorgungsengpässen bleiben Qualitäts- und Wirksamkeitsunterschiede bei den derzeit laufenden Ausschreibungsverfahren weiterhin völlig unberücksichtigt - und dies obwohl es bei Patientengruppen wie etwa Senioren oder Kindern deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener Impfstoffe gibt.

"Diese Entwicklung ist sehr problematisch", erklärt Professor Markus A. Rose, Pneumologe am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. "Pauschale Entscheidungen für bestimmte Impfstoffe aus rein monetären Gründen können wir aus ärztlicher Sicht nicht gutheißen. Nicht jeder Impfstoff ist für alle Risiko- und Altersgruppen, wie z.B. Kinder, gleichermaßen wirksam und einsetzbar." Hier müsse die aktuelle Ausschreibungspraxis der Krankenkassen überdacht werden, um über den Preis hinaus auch andere Auswahlkriterien wie Wirksamkeit oder Anwendungsform zu berücksichtigen.

Dr. Claus Runge, Geschäftsleitungsmitglied von AstraZeneca Deutschland fordert daher ein Umdenken in der Impfstoffversorgung: "Um flächendeckend den bestmöglichen Grippeimpfschutz zu ermöglichen, müssen Kassen und Gesetzgeber der Wirksamkeit den Vorrang gegenüber der reinen Kostenreduktion einräumen. Ärzte sollten die Möglichkeit haben, das aus ihrer Sicht wirksamste Mittel ohne Einschränkung einsetzen zu können. Nur so kann eine flächendeckende Versorgung der Patienten mit dem für sie am besten geeigneten Impfstoff gewährleistet werden. Letztlich steigt damit auch die Impfbereitschaft und damit das allgemeine Schutzimpfungsniveau."

TNS-Umfrage: Niedrigster Preis als Ausschreibungskriterium senkt Impfbereitschaft

Eine bundesweit durchgeführte Studie von TNS Emnid im Auftrag von AstraZeneca zeigt zudem deutliche Auswirkungen der Ausschreibungskriterien auf die Impfbereitschaft: Während sich in den restlichen Bundesländern 55 Prozent aller Befragten grundsätzlich gegen Grippe impfen lassen würden, ist die Impfbereitschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg mit 47 Prozent und Bayern mit 44 Prozent deutlich geringer. Diese Bundesländer waren in dieser Impfsaison von den Versorgungsproblemen besonders betroffen. Laut der repräsentativen Studie, an der 2.000 Personen ab 18 Jahren teilgenommen haben, würde sich gut jeder zweite Bundesbürger grundsätzlich gegen eine Influenza impfen lassen. Sobald die Befragten aber wissen, dass der niedrigste Preis das Ausschreibungskriterium für Influenzaimpfstoffe ist, sinkt ihre Impfbereitschaft deutlich: Über ein Drittel der Befragten zeigt dann eine verminderte Grippeimpfbereitschaft (37 Prozent), in Bezug auf die Impfung eigener Kinder ist dieser Trend noch ausgeprägter (40 Prozent). Die Impfbereitschaft steigt jedoch, wenn Qualität und Wirksamkeit als Kriterien für die Zuschlagserteilung im Auswahlverfahren berücksichtigt würden: Demnach sagen 36 Prozent der Befragten, dass ihre Impfbereitschaft dann höher als zuvor wäre. In Bezug auf die Impfung eigener Kinder ist die Entwicklung mit 41 Prozent noch deutlicher.

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Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, London. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von USD 33,6 Milliarden (2011) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Diabetes, der Onkologie, der gastrointestinalen- und Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Schmerz- und Infektionskrankheiten.

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Florian Dieckmann, Pressesprecher, AstraZeneca GmbH
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