Pressemitteilung

Reha-Kolloquium in Mainz / 1.500 Experten diskutieren Zukunft der Rehabilitation

2013-03-04 14:21:16

Berlin (ots) - Von 2005 bis 2012 sei die Zahl der medizinischen Rehabilitationsleistungen um rund 25 Prozent auf 1,1 Millionen gestiegen, so Dr. Axel Reimann, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Bund, anlässlich der Eröffnung des 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums in Mainz.

Diese Entwicklung beruhe auf verschiedenen Faktoren: Die Alterung der Gesellschaft, das sich verändernde Krankheitsspektrum und die sich wandelnde Arbeitswelt. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er und 1970er Jahre erreichten vermehrt ein Alter, in dem der Reha-Bedarf steige. Zugleich beginne die sozialpolitisch angestrebte Verlängerung der Lebensarbeitzeit zu wirken. Deshalb, so Reimann, habe der Reha-Bedarf in den letzten Jahren stetig zugenommen und werde auch weiter wachsen. Der stärkste Zuwachs finde sich bei den psychischen Erkrankungen. Hier sei die Zahl der medizinischen Leistungen allein in den letzten fünf Jahren um rund 35 Prozent gestiegen, so Reimann. Gerade für psychische Erkrankungen biete die Rehabilitation der Rentenversicherung wirksame Konzepte, die nachweislich Arbeitsunfähigkeitszeiten und Zahlungen von Renten reduzierten. Beruflich orientierte Ansätze in der Rehabilitation seien besonders geeignet, die Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.

"Die moderne Reha orientiert sich konsequent an der Arbeits- und Lebenswelt unserer Versicherten", betonte Ralf Weisenburger, Reha-Dezernent der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz in Speyer. "Deshalb setzen wir noch stärker auf die vernetzte Zusammenarbeit aller Akteure - vom Reha-Berater bis zum Betrieb". Das gelinge am besten wohnortnah. Er sprach sich auch dafür aus, die Zugangswege zur Reha weiter zu öffnen und nannte als Beispiel Menschen mit Migrationshintergrund. Große Chancen sieht Weisenburger in der Zusammenarbeit mit Betrieben bei der Prävention. "Auch kleine und mittlere Betriebe wissen, dass gesunde Mitarbeiter ein Schlüssel für ihre Wettbewerbsfähigkeit sind". Dafür habe die Rentenversicherung maßgeschneiderte Programme entwickelt, die auch in Rheinland-Pfalz zunehmend nachgefragt würden.

Prof. Dr. Manfred E. Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wies auf Abhängigkeitsrisiken hin, denen vor allem junge Menschen unterliegen: Den pathologischen PC- und Internetgebrauch. Nach Studienergebnissen beschäftigten sich etwa zwölf Prozent der Jugendlichen exzessiv mit dem Internet. Drei Prozent zeigten deutliche Suchtmerkmale und seien bis zu zwölf Stunden täglich online. Diese Betroffenen litten unter Beeinträchtigungen der Konzentration und Arbeitsfähigkeit. Inzwischen sei daher auch die Behandlung von Internet- und Computerspielsucht eine Aufgabe, der sich die Rentenversicherung mit ihren Rehabilitationsleistungen mehr und mehr stellen müsse, so Beutel abschließend.

Über das Reha-Kolloquium in Mainz

Noch bis zum 6. März erörtern in Mainz rund 1.500 Experten aus Forschung, Medizin, Psychologie und Therapie sowie Gesundheitsmanagement, Verwaltung und Politik, wie innovative Konzepte die Beteiligung von Rehabilitanden und anderen Akteuren im Reha-System weiter stärken können. Das 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium steht dabei unter dem Titel "Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?". Deutsche Rentenversicherung Bund, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz und Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften veranstalten das Kolloquium gemeinsam. Veranstaltungsort ist das Congress Centrum Mainz, Rheinstraße 66, 55116 Mainz. Weitere Informationen gibt es unter www.deutsche-rentenversicherung.de/reha-kolloquium im Internet.

Pressekontakt:

Dr. Dirk von der Heide
Pressesprecher
Tel. 030 865-89178
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