Pressemitteilung

Das Erste / "Menschen bei Maischberger" am Dienstag, 5. Februar 2013, um 22.45 Uhr

2013-02-01 16:04:16

München (ots) - Das Thema: Entmündigt - Wenn Betreuung zum Albtraum wird

Gäste:
Monika Peil (Ehefrau eines Betreuungsopfers)
Evelyn Angerer (Tochter eines vermissten Millionärs)
Hiltrud Boldt-Schiffer (HSM-Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter)
Prof. Dr. Volker Thieler (Rechtsanwalt für Betreuungsrecht)
Klaus Förter-Vondey (Vors. Bundesverband der Berufsbetreuer/innen 
e.V) 

Monika Peil / Die Mutter dreier Kinder betreute ihren pflegebedürftigen Mann, nachdem er 2007 einen Schlaganfall erlitten hatte. Doch plötzlich wurde - gegen ihren erbitterten Widerstand - vom Gericht eine Berufsbetreuerin eingesetzt. Diese bekam Zugriff auf das gemeinsame Konto der Eheleute und steckte Wilfried Peil in ein teures Heim. Monika Peil kämpfte zwei Jahre, bis sie einen Betreuungswechsel durchsetzte.

Evelyn Angerer / Ihr 86-jähriger Vater ist offenbar das Opfer von Deutschlands spektakulärstem Betreuungsmissbrauchsfall. Der bayerische Millionär Georg Luxi wurde von seiner Lebensgefährtin und ihrem Sohn heimlich unter Betreuung gestellt. Sie ließen sich seinen gesamten Besitz übertragen. Als Evelyn Angerer und ihre Schwester davon erfuhren, gingen sie juristisch gegen die Entmündigung ihres Vaters vor. Kurze Zeit später verschwanden der demenzkranke Vater und seine Lebensgefährtin spurlos von der Bildfläche. Die Polizei fahndet nach den Vermissten, auch mit Hilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst".

Hiltrud Boldt-Schiffer / Ihre Mutter geriet in die Betreuungsfalle. "Es war wie ein böser Traum: Grundstücke wurden verkauft und meine Mutter wurde gegen den Willen der Familie ins Heim eingewiesen", kritisiert die 67-jährige Bonnerin die Betreuungspraxis für viele der 1,3 Millionen Betroffenen in Deutschland. "Jeder kann Betreuer werden. Es wird überhaupt nicht kontrolliert, wer das Schicksal eines Menschen übernimmt - und das in unserem Rechtsstaat."

Prof. Dr. Volker Thieler / Der Münchner Rechtsanwalt fordert eine grundlegende Reform des Betreuungsrechts. "Das geltende Gesetz vernichtet die Menschenrechte, statt sie zu schützen", klagt Deutschlands führender Rechtsexperte auf diesem Gebiet. "Es ist eine Entmündigung, auch wenn es offiziell nicht mehr so heißt. Letztlich verliert der Betreute alle Menschenrechte an Personen, die ihre Position häufig zum eigenen finanziellen Vorteil ausnutzen", ist Thieler überzeugt.

Klaus Förter-Vondey / Der Hamburger Betreuer nennt das 1992 eingeführte Betreuungsgesetz eine Jahrhundertreform. Mehr "Selbstbestimmung statt Vormundschaft und Entmündigung" sei damit erreicht worden, sagt Klaus Förter-Vondey, in dessen Verband ca. 6.000 Berufsbetreuer organisiert sind. Er selbst betreut etwa 50 Menschen.

"Menschen bei Maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH.

Redaktion: Klaus Michael Heinz

Pressekontakt:

Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste, 
Tel: 089/5900 3876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
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