Pressemitteilung

CARE: Auch 2013 kein Frieden ohne Frauen UN-Resolution 1325 zum Schutz und zur Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen "nicht nach Belieben konsultieren oder ignorieren"

2012-12-28 13:32:38

Bonn (ots) - Die Hilfsorganisation CARE blickt auf ein Jahr 2012 zurück, das in vielen Weltregionen von Kriegen und Konflikten geprägt war. "Frauen und Mädchen tragen die größte Last von Kriegen, denn sie sind auf der Flucht und bei Kampfhandlungen meist schutzlos der Gewalt und Willkür ausgesetzt", erinnert Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg. "Gleichzeitig zeigt unsere Erfahrung, dass Frauengruppen gerade auf lokaler Ebene eine prägende Rolle bei Friedensprozessen übernehmen, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt und tradierte Geschlechterrollen überwindet. Ohne ihre Beteiligung kann Frieden nicht gelingen."

CARE erinnert daran, dass es mit der UN-Resolution 1325 seit mehr als zwölf Jahren ein Instrument gibt, das den besonderen Schutz von Frauen in Konfliktsituationen und ihre Einbindung in Friedensprozesse fordere. "Die Resolution ist kein Stück Papier, das man nach Belieben konsultieren oder ignorieren kann. Sie ist völkerrechtlich bindend", mahnt CARE-Generalsekretär Zentel. Die Resolution 1325 wurde am 31. Oktober 2000 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedet und macht auf die Auswirkungen von Konflikten für Frauen aufmerksam. Außerdem wird die wesentliche und aktive Rolle von Frauen in allen Phasen von Friedensbemühungen, von Friedensverhandlungen bis zum Wiederaufbau betont.

CARE leistet momentan unter anderem in Jordanien und dem Ost-Kongo Nothilfe für Menschen, die vor kriegerischen Auseinandersetzungen geflohen sind. Die Mehrheit von ihnen sind Frauen und Kinder.

Syrische Flüchtlinge: Nach jüngsten Zahlen der Vereinten Nationen vom 26. Dezember sind knapp 560.000 Menschen aus Syrien geflohen, und es wird befürchtet, dass sich diese Zahl im nächsten Jahr verdoppelt. CARE konzentriert sich mit seiner Hilfe auf städtische Gebiete und Gastfamilien in Jordanien. Dabei werden besonders Frauen und ihre Kinder unterstützt, die alleine fliehen mussten. Oft trauen sie sich nicht, Hilfe anzufordern oder befürchten, dass sich nur ein männliches Familienoberhaupt als Flüchtling melden darf. CARE verteilt für die Wintermonate Öfen, versorgt Flüchtlinge mit Startgeld für die nötigsten Bedarfsgegenstände und leistet Sozialarbeit und Betreuung von traumatisierten Menschen, besonders Frauen und Mädchen. "Die syrischen Flüchtlinge benötigen auch 2013 unsere Unterstützung, denn an eine schnelle Rückkehr in ihre Heimat ist momentan nicht zu denken", berichtet CARE-Präsident Heribert Scharrenbroich, der im November in Jordanien war.

Ost-Kongo: Seit dem offiziellen Ende des Bürgerkrieges im Kongo 2003 kommt der Osten des Landes nicht zur Ruhe. Die Vereinten Nationen schätzen, dass seit dem erneuten Aufflammen der Gewalt 2012 über 150.000 Menschen fliehen mussten. Sexuelle Gewalt ist im Ost-Kongo endemisch: Sie wird als Kriegswaffe benutzt, um ganze Gemeinden zu zerstören. Gleichzeitig befördern traditionelle Geschlechterrollen die Benachteiligung von Frauen und die Verletzung ihrer Rechte: Vergewaltigung wird selten strafverfolgt, die Überlebenden eher stigmatisiert als unterstützt. CARE unterstützt Überlebende sexueller Gewalt mit Betreuungsangeboten und Starthilfen für wirtschaftliche Selbstständigkeit. "Überlebende sexueller Gewalt wollen so schnell wie möglich wieder auf eigenen Beinen stehen", berichtet CARE-Pressesprecherin Sabine Wilke, die im Dezember im Ost-Kongo war. "Nur so gewinnen sie in ihren Gemeinden wieder Ansehen und damit eine Zukunft." Mit einem länderübergreifenden Programm für Anwaltschaft bringt CARE außerdem Frauengruppen aus der Region der Großen Seen zusammen und stärkt ihren gemeinsamen Kampf zur Beendigung sexueller und geschlechterbasierter Gewalt.

CARE bittet um Spenden für die Nothilfe in Krisen- und Konfliktgebieten und für unsere Arbeit zur Stärkung von Frauen und ihren Gemeinden: Spendenkonto: 4 40 40 Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98 Onlinespenden unter www.care.de/spenden.html

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 97563 46
Mobil: 0151 / 147 805 98
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