Pressemitteilung

BPI Pharma-Daten 2012 zeigen: Politische Überregulierung gefährdet Wettbewerb und Versorgungssicherheit

2012-12-27 11:05:04

Berlin (ots) - Die pharmazeutische Industrie in Deutschland ist immer massiver von der staatlichen Regulierungs- und Sparpolitik betroffen. Das zeigen die neu erschienenen BPI-Pharma-Daten 2012 deutlich. Demnach machen den Herstellern besonders die Zwangsabschläge zu schaffen, die von rund 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 emporgeschnellt sind. Aber auch das über drei Jahre andauernde Preismoratorium, die Zunahme von Rabattverträgen und die AMNOG-Umsetzung belasten die Arzneimittelhersteller. Für Henning Fahrenkamp, den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist mittlerweile das Ende der Fahnenstange erreicht:

O-Ton1: Insgesamt habe ich das Gefühl - und ich werde es auch nicht los - dass die christliberale Gesundheitspolitik vor lauter Sparwut jeden Sinn für Wettbewerb und Versorgungssicherheit verloren hat. Und das ist für den Pharmastandort Deutschland unzumutbar und muss endlich abgestellt werden. Mit der einseitigen Kostendämpfung und Regulierungswut schadet die Politik übrigens besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese können nämlich weniger investieren, wenn die Kosten so immens steigen bzw. die Erträge zusammenbrechen. Mit dem Resultat natürlich, dass das Wachstum stockt."

Dass die einseitigen finanziellen Belastungen der pharmazeutischen Unternehmen eher zu- als abnehmen ist für die Branche schwer nachvollziehbar. Immerhin boomt die deutsche Wirtschaft trotz europäischer Krise auch weiterhin, die Arbeitslosigkeit sinkt und die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat Überschüsse von über 22 Milliarden Euro angehäuft. Gelder, die vor allem von Versicherten und aus den Einsparungen bei Arzneimitteln stammen. Glaubt man Henning Fahrenkamp, dann stehen die Zeichen der Zeit aber auch weiterhin auf Kostendämpfung:

O-Ton2: Grundsätzlich muss man feststellen, dass sich der Trend der Gesetzlichen Krankenversicherung, bei den Arzneimittelausgaben radikal zu sparen, fortsetzt. Und hier machen mir insbesondere die Rabattverträge im generischen Bereich große Sorgen. Denn derartige Verträge drücken die Arzneimittelpreise der Hersteller auf Schnäppchenniveau. Letztendlich riskiert man auch, dass man in Versorgungsprobleme gerät, das heißt, dass wir uns auch von ausländischen Herstellern abhängig machen. Ich glaube ein sehr schönes Beispiel dafür sind die aktuellen Lieferprobleme bei den Impfstoffen. Dieses sollte uns eine deutliche Warnung sein: Man sollte die Finger weglassen von Rabattverträgen bei wichtigen Indikationen!"

Trotz aller Widrigkeiten zeigen die Pharma-Daten 2012 auch Positives. So ist zum Beispiel die Gesamtproduktion der Branche dank Exporten gegenüber dem Jahr 2010 um 0,2 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro angestiegen. Vor allem die Biotechnologiebranche entwickelt sich und konnte ihren Umsatz von 2010 auf 2011 um 10 Prozent auf über eine Milliarde Euro steigern. Auch bei den Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) gibt es einen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Wurden im Jahr 2010 noch rund 3,7 Milliarden Euro von den Firmen intern aufgewendet, so wurden im Jahr 2011 wieder 3,9 Milliarden geplant. Dennoch zeigen die Pharma-Daten 2012 insgesamt eine Schlüsselindustrie, die durch staatliche Regulierung immer stärker eingeengt wird. Laut Henning Fahrenkamp kann eine Fortsetzung dieser Politik mittel- und langfristig dramatische Folgen für die Pharmabranche haben:

O-Ton 3: "Die Zukunft sieht aus heutiger Sicht für den Standort Deutschland alles andere als rosig aus und es besteht nach meinen Einschätzungen wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Situation. Zwar sind wir nach wie vor eine sehr leistungsstarke und auch innovative Branche, aber die gravierenden staatlichen Markteingriffe haben unseren Unternehmen so stark zugesetzt, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen pharmazeutischen Industrie gefährdet ist."

Pressekontakt:

Joachim Odenbach, BPI-Pressesprecher, Tel.: 030 279 09 131, 
jodenbach@bpi.de

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BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie





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