Pressemitteilung

Welt-Aids-Tag 2012: Deutschland ignoriert Chance weltweite HIV/Aids-Epidemie endlich zu überwinden

2012-11-30 07:30:07

Tübingen/Berlin (ots) - Ende 2011 hatten über 8 Mio. Menschen Zugang zu einer Behandlung mit lebensnotwendigen HIV-Medikamenten. Das entspricht über der Hälfte der Menschen, die eine HIV-Behandlung benötigen. Binnen Jahresfrist sind rund 1,4 Millionen Menschen dazugekommen. Dadurch sind die Aids-bedingten Todesfälle seit 2005 um ein Viertel gefallen. Zugleich ist es in vielen Ländern gelungen, die Zahl der Neuinfektionen erheblich zu senken - insbesondere in Subsahara-Afrika, das am stärksten von der Epidemie betroffen ist. Neue wissenschaftliche Ergebnisse haben zusätzliche Chancen der HIV-Prävention eröffnet: So verringert eine wirksame HIV-Behandlung zugleich das Risiko von Neuinfektionen um mehr als 95%.

"Die beachtlichen Entwicklungen weisen deutlich in eine Richtung: Das Ende von AIDS. Gleichzeitig warten aber noch immer fast 7 Mio. Menschen auf die dringend benötigte HIV-Behandlung. Auch fehlt es an flächendeckenden Präventions- und Behandlungsprogrammen, die besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie SexarbeiterInnen, Männer, die Sex mit Männern haben sowie Drogennutzende erreichen. Um die notwendigen Maßnahmen in den Entwicklungsländern zu finanzieren, müssen pro Jahr Finanzmittel in Höhe von 22 bis 24 Mrd. US$ aufgebracht werden", erklärt Sylvia Urban, Sprecherin des Aktionsbündnis gegen AIDS. Derzeit stehen aber weniger als 17 Mrd. US$ zur Verfügung. "Deshalb ist es völlig unverständlich, jetzt an der Entwicklungszusammenarbeit zu sparen. Ganz im Gegenteil muss es nun darum gehen, bisherige Anstrengungen zu verstärken", so Urban weiter.

Kürzlich haben die Regierungsfraktionen im Bundestag eine Kürzung der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit um 86,5 Mio. Euro für den Bundeshaushalt 2013 durchgesetzt. Allerdings hatte sich die Bundesregierung 2011 im Rahmen der Vereinten Nationen erneut dazu verpflichtet, dazu beizutragen, dass alle Menschen in benachteiligten Ländern bis 2015 Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung bekommen. Auch sollten die Gesamtleistungen für Entwicklungszusammenarbeit bis 2015 auf insgesamt 0,7% des Bruttonationaleinkommens angehoben werden, was letztlich auch der Bewältigung von HIV/Aids zugutekommen würde. Im Verhältnis zur Wirtschaftskapazität liegen die derzeitigen Finanzierungsanstrengungen Deutschlands weit unter dem Durchschnitt der europäischen Geberländer.

"Mit den Kürzungen am Entwicklungsetat verabschieden sich die Regierungsfraktionen von der Erfüllung lebenswichtiger internationaler Verpflichtungen. Sie lehnen es damit ab, einen angemessenen und notwendigen Beitrag dafür zu leisten, den ärmsten Menschen der Welt die Verwirklichung des Menschenrechts auf Gesundheit zu ermöglichen. Deutschland verspielt so seine Glaubwürdigkeit in der Weltgemeinschaft", sagt Joachim Rüppel, Sprecher des Aktionsbündnis gegen AIDS

Das Aktionsbündnis gegen AIDS fordert unter anderem gemeinsam mit der
Kindernothilfe in der Kampagne "Versprechen halten - Aids besiegen" 
(www.kindernothilfe.de/globalfund), dass Deutschland einen fairen 
Beitrag für die internationale Überwindung von HIV/Aids leistet.
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Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS ist ein Zusammenschluss von über 100 
Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr 
als 260 lokalen Gruppen. Eines seiner zentralen Anliegen ist eine 
Verbesserung des Zugangs zu Aids-Medikamenten. 

Pressekontakt:

Marco Alves, alves@aids-kampagne.de, 0176- 327 111 60, od.: 030 - 275
824 03

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Aktionsbündnis gegen AIDS



Weiterführende Informationen

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