Pressemitteilung

Bedarf an ambulanter und stationärer Pflege steigt in Thüringen / bpa fordert mit dem Westen vergleichbare Pflegesätze für Thüringen

2012-11-23 16:00:50

Erfurt (ots) - Innerhalb von zwölf Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Thüringen drastisch erhöht. Wurden 1999 noch rund 60.000 Menschen gepflegt, waren es Ende 2011 bereits über 80.000 und deren Zahl steigt weiter. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik hervor.

Und noch ein Trend wird sichtbar: Immer weniger Thüringerinnen und Thüringer werden von ihren Angehörigen gepflegt. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in Thüringen mahnt deshalb die politisch Verantwortlichen und die Pflegekassen zu einem Kurswechsel.

Jeder Mensch möchte sein Leben so lange in den eigenen vier Wänden verbringen wie möglich. Noch immer werde fast die Hälfte aller Pflegebedürftigen von Angehörigen betreut. Doch diese Form der Betreuung wird von Jahr zu Jahr weniger.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe, weiß Rosemarie Wolf, Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Thüringen: "In hochaltrigen Partnerschaften kann die Frau den Mann oder umgekehrt nicht mehr pflegen. Bei Kindern ist der Arbeitsdruck heute so hoch und sie müssen so weit pendeln, dass keine Zeit mehr für Pflege da ist. Auch gibt es immer weniger die Form der Großfamilie, wo mehrere Generationen unter einem Dach leben."

Umso wichtiger sei es, dass mehr Fachkräfte für den Bereich der Pflege gewonnen werden. "Schon heute kommen nur noch 85 Bewerber auf 300 offene Stellen", so Wolf, selbst Pflegeheimbetreiberin.

Da die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren steigt, bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, fordert der Landesbeauftragte des bpa Thüringen, Thomas Engemann, mit dem Westen vergleichbare Pflegesätze: "Die Sätze in Thüringen sind so niedrig, dass der an sich attraktive Beruf der Pflege für viele junge Menschen uninteressant ist. Gleichzeitig verlieren wir gut ausgebildete Pflegefachkräfte an die westlichen Bundesländer. Hier muss dringend nachgebessert werden."

Parallel dazu müsse stärker für den Pflegeberuf geworben werden. Der bpa ist bereits seit langem mit entsprechenden Kampagnen unterwegs.

Pressekontakt:

Thomas Engemann, bpa Landesbeauftragter, Tel.: 0361 6 53 86 88 

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bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.



Weiterführende Informationen

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