Pressemitteilung

Diabetes hält die Forschung weiter in Atem

2012-11-12 14:34:16

Berlin (ots) - Diabetes mellitus - dabei denken viele von uns vermutlich als erstes an übergewichtige Rentner. Tatsächlich ist der weit verbreitete Typ2-Diabetes mellitus vor allem eine Krankheit der älteren Bevölkerung. Trotzdem kann man schon längst nicht mehr nur vom "Alterszucker" sprechen, wie internationale Daten zeigen. Demnach explodiert die Zahl der Typ2-Neuerkrankungen weltweit und immer häufiger sind auch jüngere Menschen, sogar Kinder und Jugendliche, betroffen. Die Internationale Diabetes Federation IDF geht davon aus, dass die Anzahl der Diabetiker in Europa bis zum Jahr 2030 von aktuell rund 53 Millionen auf dann rund 64 Millionen Menschen steigen wird. Warum der Typ2-Diabetes nur so schwer zu stoppen ist, erklärt Professor Dr. Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Institut für Ernährungswissenschaften in Potsdam:

O-Ton1 Prof. Joost: "Der Hauptgrund für die Zunahme des Diabetes mellitus Typ 2 ist das zunehmende Übergewicht. Wir essen viel zu viel, zu hochkalorisch, zu fett, auch mit zu viel Zucker und zu viel Salz. Wir ernähren uns also ungesund und nehmen dadurch an Gewicht zu. Und dadurch steigt auch das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken erheblich. Warum diese Zunahme schwer zu stoppen ist, würde ich persönlich damit beantworten, dass diese unsere ungesunde Lebensweise gewissermaßen in unserem biologischen Bauplan angelegt ist. Wir haben eben eine Präferenz, uns so hochkalorisch zu ernähren. Und eine Prävention muss dieser Tatsache Rechnung tragen und gegen diese innere Präferenz massiv angehen."

In einem sind sich alle Experten einig: Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung sind die beste Medizin, um Typ2-Diabetes zu vermeiden oder den erhöhten Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Wenn das nicht hilft, gibt es zusätzlich auch Medikamente, die den Zucker senken und damit zugleich das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen mindern können. Gelingt die Senkung nicht, dann müssen Typ2-Diabetiker das tun, was für erblich bedingte Typ1-Diabetiker ohnehin täglich gilt: Insulin spritzen. Beide Diabetesarten sind längst gut behandelbar, heilbar sind sie bislang aber noch nicht. Dabei macht die Forschung durchaus Fortschritte, zum Beispiel bei der Entwicklung einer Impfung gegen den Typ1-Diabetes. Professor Joost lobt die Arbeit in den Diabetesforschungslaboren, betont aber auch, dass es noch eine Menge zu tun gibt:

O-Ton2 Prof. Joost: Diese möglichen Fortschritte befinden sich zurzeit alle noch im Bereich der klinischen Studien, das heißt wir können nicht sicher sein, ob eine Therapie, die zur Zeit geprüft wird, wirksam ist und kann sie noch nicht allgemein empfehlen. Das Konzept, den Diabetes mellitus durch eine Impfung zu verhindern, ist ja schon älter. Wir wissen ja, dass er durch eine Reaktion des eigenen Immunsystems gegenüber den insulinproduzierenden Zellen zustande kommt. Insofern ist es ja theoretisch nachvollziehbar, dass eine Impfung, also ein Eingriff in das Immunsystem, an dieser Stelle wirksam sein könnte oder sogar müsste. Entsprechende Studien laufen, ich kann aber noch nicht sagen, ob sie positiv sein werden und der Therapieansatz damit auch erfolgreich ist.

Den Pressedienst Arzneimittel zum Weltdiabetestag am 14. November 2012 finden Sie unter: http://www.bpi.de/presse/pressedienst-arzneimittel/

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Joachim Odenbach, BPI-Pressesprecher, Tel. 030 279 09 131,
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