Pressemitteilung

Unwissenheit begünstigt Ausbreitung von Masern bei Erwachsenen - Wie fehlender Impfschutz die Krankheitsfälle in die Höhe treibt (BILD)

2012-10-24 09:00:16

München (ots) - Immer mehr Erwachsene erkranken an Masern. Der Grund dafür ist ein Rückgang des Impfschutzes in den letzten Jahren. Schutz vor Krankheitsausbrüchen ist durch konsequente Impfung mit einem unkomplizierten Dreifach-Kombinationsimpfstoff möglich. Durch die gute medizinische Versorgung in Deutschland geht in der Bevölkerung zunehmend die Sensibilität für die Notwendigkeit von Impfungen verloren. Dies spiegelt sich beispielsweise besonders in den Impfraten der zweiten Masern-Mumps-Röteln-Impfung von Kindern sowie im allgemeinen Impfverhalten von Erwachsenen wider. 2010 lag die Impfquote für die zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung von Kindern bei nur 91,5 Prozent. Für eine Ausrottung dieser Erkrankungen ist jedoch eine Impfquote von 95 Prozent notwendig. Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Masern-Erkrankungsraten in Europa. Immer wieder gibt es epidemieartige Masernwellen. Besonders auffällig ist dabei eine Häufung in Westdeutschland. In Ostdeutschland besteht eine höhere Durchimpfungsrate, dort sind die Menschen vor einer Ausbreitung besser geschützt.

Deutschland verfehlt erneut Masern-Ziel

Deutschland hatte bereits das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 auszurotten, nicht erreicht. Auch der neu gesetzte Termin, dies bis 2015 zu schaffen, kann nicht eingehalten werden, wie die Ärzte Zeitung im Juni 2012 berichtete. Denn die Masern gelten erst dann offiziell als ausgerottet, wenn drei Jahre hintereinander weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner auftreten. In Deutschland dürften also im Jahr 2012 nicht mehr als 82 Menschen an Masern erkranken. Bis zum 17. Oktober wurden aber bereits 170 Erkrankungen an das Robert Koch-Institut gemeldet.

Gründe für Impfmüdigkeit

Die Notwendigkeit für regelmäßige Impfungen bei Kindern und entsprechende Auffrischungen wird immer wieder betont, hingegen wird der Impfschutz bei Erwachsenen oft vernachlässigt. Viele Erwachsene achten vermehrt auf einen ausreichenden Impfschutz für ihre Kinder als für sich selbst. Ein Grund dafür: Die Bedrohung durch Infektionskrankheiten ist nicht mehr so präsent wie früher - eben aufgrund des Erfolgs von Impfungen. Dadurch rückt aber die Angst vor Impfnebenwirkungen in den Vordergrund der Überlegungen. "Viele impfpräventable Erkrankungen sind heutzutage nur noch wenig bekannt. Immer wieder wird öffentlich über Impfnebenwirkungen spekuliert, schwerwiegende Symptome einer Erkrankung selbst werden allerdings außer Acht gelassen", so der Impfexperte Dr. med. Albrecht von Schrader-Beielstein aus Erfahrung. Viele Erwachsene sind zusätzlich nicht ausreichend über die für sie notwendigen Impfungen informiert. Häufig ist eine Fernreise der einzige Anlass, sich mit dem Thema Impfung auseinander zu setzen. Bei vielen ist der Impfausweis verloren gegangen oder nicht gut gepflegt. Daher fehlt auch den Hausärzten der Überblick für erfolgte und noch erforderliche Impfungen ihrer Patienten.

Folgen fehlender Masern-Mumps-Röteln-Impfung

Eine langfristige Immunität ist nur nach einer zweimaligen Impfung oder einer überstandenen Erkrankung gewährleistet. Seit 2006 nimmt für Erwachsene das Erkrankungsrisiko durch Masern wieder zu: Im Jahr 2010 wurden insgesamt 780 Masern-Fälle in Deutschland gezählt, 2011 hatte sich die Zahl schon auf 1.607 Fälle mehr als verdoppelt. Die Erkrankten werden im Durchschnitt dabei immer älter. Der entscheidende Grund für diese Entwicklung ist: Erst seit 1991 gibt es eine klare Empfehlung an die Ärzte, zweimal zu impfen, um ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Mit dem Start der Masernimpfung in den 1970er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre wurde aber nur eine einmalige Impfung gegeben, die keinen langfristigen Schutz bietet. Dies hat zur Folge, dass die heutige Elterngeneration - in der Regel zwischen 1970 und 1990 geboren - nur unzureichend gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt ist. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher seit 2010 alle nach 1970 Geborenen mit unklarem oder nicht ausreichendem Impfstatus mit dem Dreifach-Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln zu impfen. Die Krankenversicherungen übernehmen komplett die Kosten für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung für alle nach 1970 geborenen sowie für Kinder ab dem elften Lebensmonat.

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