Pressemitteilung

Studie belegt: Kinder mit Legasthenie können mithilfe von Funksystemen ihre Lesefähigkeiten verbessern

2012-09-20 11:54:32

Fellbach-Oeffingen (ots) - Eine US-amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder mit Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche) von einem Funksystem profitieren und bessere Leseergebnisse erzielen können. Ein Jahr lang trugen die Schüler im Unterricht einen kleinen Empfänger am Ohr, der die Stimme des mit einem Mikrofon ausgerüsteten Lehrers verstärkte. Die Forscher nehmen zudem an, dass diese Technologie Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in ähnlicher Weise helfen kann.

An der Studie nahmen 38 normalhörende Kinder mit Legasthenie im Alter von 8 bis 14 Jahren teil, die verschiedene US-amerikanische Schulen für Kinder mit Lese- und Lernschwächen besuchen. 19 Kinder trugen während des Testzeitraumes das Funksystem EduLink von Phonak. Das Funksystem - auch FM-System genannt - nimmt die Stimme des Lehrers über ein Sendemikrofon auf und überträgt sie drahtlos zu den Schülern. Diese trugen hierfür einen kleinen Empfänger am Ohr. So konnten die Schüler den Lehrer immer laut und deutlich hören - selbst wenn ablenkende Störgeräusche im Klassenzimmer herrschten. Nach einem Jahr erreichten die 19 Kinder mit FM-Systemen ein verbessertes Bewusstsein für die Verbindung von Klängen und deren Bedeutung sowie bessere Leseergebnisse. Die 19 Kinder der Kontrollgruppe ohne Unterstützung durch FM-Systeme erzielten keine derartigen Verbesserungen. Die Forscher kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass FM-Systeme die neurale Darstellung von Sprache verbessern und leseverwandte Fähigkeiten durch ein Plus an akustischer Klarheit und Konzentration beeinflussen können, indem die Schwankungen in der auditiven Verarbeitung verringert werden.

Die Studie wurde von Jane Hornickel, Steven G. Zecker, Ann R. Bradlow und Nina Kraus von der Northwestern University in Evanston (US-Bundesstaat Illinois) durchgeführt und im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. Nina Kraus, Neurowissenschaftlerin und Co-Autorin der Studie, erläutert den Zusammenhang zwischen der Anwendung von FM-Technologie und den Lesefähigkeiten der Kinder: "Das Kind kann sich besser auf die Stimme der Lehrkraft konzentrieren und wird weniger abgelenkt, da die Stimme des Lehrers direkt in das Ohr des Schülers geleitet wird. Die Verbesserung der auditiven Verarbeitung ermöglicht Kindern, Zusammenhänge zwischen dem, was sie hören und was die Klänge bedeuten, herzustellen. Sie können diese Information mit dem, was sie auf dem Papier sehen, verbinden."

Neben Lesetests wurden auch Messungen der Gehirnreaktionen auf Klänge durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Verarbeitung von Sprache und den Fähigkeiten der Kinder, diese mit der entsprechenden Bedeutung zu verbinden, zu untersuchen. Nina Kraus erläutert hierzu: "Bei den Messungen hat sich herausgestellt, dass die Kinder mit einem FM-System konsistenter auf die sehr leisen und schnell wechselnden Elemente des Klangs reagierten. Diese tragen dazu bei, einen Konsonanten vom anderen (Katze, Tatze, Glatze usw.) zu unterscheiden. Die verbesserte Stabilität wurde mit verbesserten Lesefähigkeiten verknüpft."

Wenn ein Kind beispielsweise das Wort "Katze" manchmal korrekt, aber manchmal auch als "Tatze" oder "Glatze" versteht, fällt es ihm schwerer, eine konsistente Verbindung zwischen dem Klang und dessen Bedeutung herzustellen. Mithilfe von FM-Systemen, die die Sprache der Lehrkraft direkt in das Ohr des Kindes übertragen, werden die Klänge klarer dargestellt. So fallen den Kindern die Orientierung und die Unterscheidung bestimmter Laute sowie die Verknüpfung mit deren Bedeutungen leichter. Dies führt schließlich zu einer Verbesserung der Lesefähigkeiten der Kinder.

Die Forscher der Northwestern University in Evanston vermuten, dass FM-Systeme auch für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ähnlich hilfreich sein könnten, da die FM-Technologie die Klarheit und Konzentration auf die vom Lehrer gesprochenen Inhalte erhöht.

Die an der Studie teilnehmenden Schüler trugen die Am-Ohr-Empfänger EduLink des Schweizer Herstellers Phonak. Mittlerweile ist das Nachfolgermodell Phonak iSense erhältlich. Das Modell iSense Micro sieht wie ein kleines Bluetooth-Headset aus und wird auch am Ohr getragen. Alternativ kann laut den Forschern auch eine Beschallungsanlage wie Dynamic SoundField eingesetzt werden. Auch hier trägt der Lehrer ein Mikrofon, dessen Stimme wird dann über eine Lautsprechereinheit an alle Schüler im Klassenraum ausgegeben. Das System passt sich automatisch dem Geräuschpegel im Klassenzimmer an, verstärkt die Lehrerstimme und blendet Störgeräusche aus. So erreicht der Lehrer mit normaler Gesprächslautstärke jeden Schüler im Raum gleich gut.

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