Pressemitteilung

Bayerische Landesärztekammer: Keine Minusrunde für die Niedergelassenen

2012-09-13 13:00:16

München (ots) - "Funktioniert die gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen überhaupt noch bei einem derart vergifteten Klima und einer strategisch initiierten Skandalisierung der ärztlichen Tätigkeit", frägt Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK).

Der Schlichterspruch zum Honorar der Vertragsärzte habe bei vielen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für Unverständnis und Verärgerung gesorgt. Eine Anhebung des Orientierungspunktwerts (OPW), an dem sich die Preise ärztlicher Leistungen bemessen, um nur 0,9 Prozent, bedeute de facto eine Minusrunde für die Niedergelassenen, denn ein Inflationsausgleich habe für die Jahre 2009, 2010, 2011 und 2012 nicht stattgefunden. Der erhöhte Versorgungsbedarf (Morbiditätsrisiko) wurde für die Jahre 2011 und 2012 durch den Gesetzgeber willkürlich auf eine 1,25-prozentige Anhebung festgelegt.

Insgesamt sei jedoch zu berücksichtigen, dass der betriebswirtschaftlich berechnete Punktwert in Höhe von 5,11 Eurocent bei der Einführung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) für vertragsärztliche Leistungen 2004 aufgrund der Finanzknappheit der vergangenen Jahre auf 3,5 Eurocent gesenkt worden war. Diese Unterfinanzierung sei bis heute nie ausgeglichen worden, was - gerade in Zeiten von Milliardenüberschüssen bei den Kassen - nicht nachvollziehbar sei und die Praxen hart treffe. "Insbesondere der ärztliche Nachwuchs, der angesichts der Tatsache, dass fast ein Drittel der Niedergelassenen 60 Jahre und älter ist, händeringend gesucht wird, ist so sicherlich nicht für die Praxistätigkeit zu begeistern", ist Kaplan überzeugt. Im Klartext bedeutet diese effektive Honorarkürzung, dass die Zukunft der ambulanten, wohnortnahen, flächendeckenden Versorgung immer mehr gefährdet wird.

Ein Übriges täten die gebetsmühlenartig vorgebrachten Vorwürfe der Kassen mit ihrer mehr als eigenwilligen Interpretation der ärztlichen Behandlungsfehlerstatistik, ihrer permanenten Hinterfragung der Qualität ärztlicher Leistungen, ihrer immer neuen bürokratischen Auflagen und Vorgaben sowie der Infragestellung des ärztlichen Berufs als freier Beruf.

Die Stimmung unter den BLÄK-Mitgliedern sei ziemlich geladen. Die Hauptforderung der niedergelassenen Ärzte lautet ganz klar: Die Kassen sollen den gegen die Stimmen der Ärzte durchgesetzten Honorarabschluss zurücknehmen, an den Verhandlungstisch zurückkehren und ein für Ärzte betriebswirtschaftlich akzeptables Ergebnis verhandeln. "Nur so ist es möglich, dass unsere Patientinnen und Patienten nicht von den Auswirkungen des Honorarkonflikts getroffen werden. Oberstes Ziel ist und bleibt eine weiterhin qualifizierte, wohnortnahe Versorgung unserer Patientinnen und Patienten", so Bayerns Ärzte-Chef abschließend.

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