Pressemitteilung

Palliativmedizin und Sterbebegleitung werden immer wichtiger

2012-08-20 11:30:00

Berlin (ots) - Fragt man die Menschen in Deutschland, wo sie am liebsten sterben möchten, dann antworten die meisten "zuhause". Laut einer aktuellen SPIEGEL-Umfrage wünschen sich das 66 Prozent, immerhin rund 15 Prozent bevorzugen ein Hospiz oder eine Palliativstation. Der Wunsch, die letzte Lebenszeit im vertrauten Umfeld zu verbringen, ist verständlich. Die Realität sieht allerdings meistens anders aus. Hierzulande stirbt immer noch fast die Hälfte der Menschen im Krankenhausbett. Zugleich nimmt aber die Bedeutung der stationären und ambulanten Palliativbetreuung kontinuierlich zu. So hat sich die Zahl der palliativen Angebote innerhalb von rund zehn Jahren verdreifacht. Aktuell gibt es in Deutschland etwa 190 stationäre Hospize, 230 Palliativstationen an Krankenhäusern und 1500 ambulante Palliativdienste. Glaubt man Dr. Birgit Weihrauch, der Vorsitzenden des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV), dann werden Palliativmedizin und Sterbebegleitung in Zukunft noch wichtiger werden:

O-Ton Dr. Weihrauch: "Ich denke, dass wir in unserer Gesellschaft mit der demografischen Entwicklung und mit der Veränderung unserer Altersstrukturen vor einer immensen Herausforderung stehen. Vielleicht vor der größten Herausforderung vor die unsere Gesellschaft überhaupt gestellt ist. Es geht darum Hospizkultur und Palliativkompetenz auch dorthin zu tragen, wo alte Menschen sterben. Das sind vielfach Pflegeeinrichtungen. Wir müssen in den Pflegeeinrichtungen auch Haltungen und Einstellungen ändern."

Die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die vor allem von Ärzten, Pflegern, Ehrenamtlichen und Seelsorgern getragen wird. Im Zentrum stehen die Wünsche und individuellen Bedürfnisse der Patienten und nicht eine bestimmte Behandlungsleitlinie. Oft sind Zuwendung und Kommunikation die beste Medizin, aber auch die Schmerzlinderung spielt eine wichtige Rolle - gerade bei Krebspatienten. Schmerzmedikamente können todkranke Menschen zwar nicht mehr heilen aber entscheidend dazu beitragen, dass sie sich körperlich besser fühlen und leichter zuhause betreut werden können. Der Zugang zu Betäubungsmitteln ist medizinisch streng reglementiert, erst seit kurzem dürfen Hospize und ambulante Palliativteams einen Notvorrat an Schmerzmedikamenten anlegen. Für Dr. Birgit Weihrauch vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) geht diese Regelung aber noch nicht weit genug, sie fordert weitere Änderungen im Betäubungsmittelgesetz:

O-Ton Dr. Weihrauch: "Im Moment sind wir dabei, in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren uns dafür einzusetzen, dass Ärzte in einer Krisensituation in der ambulanten Versorgung auch Arzneimittel da lassen dürfen, wenn keine andere Möglichkeit für Schmerzpatienten besteht, sie kurzfristig zu bekommen. Denn sonst wäre die Alternative sie ins Krankenhaus einzuweisen und das ist weiß Gott nicht unbedingt die bessere Lösung als eine Versorgung zu Hause. Insofern spielen Schmerzmedikamente und überhaupt Medikamente natürlich auch eine wichtige Rolle."

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