Pressemitteilung

Ostkongo: CARE fordert stärkeren Schutz für Frauen und Mädchen Massiver Anstieg von sexueller Gewalt im Ostkongo / Zugang für humanitäre Helfer muss gewährleistet werden

2012-08-08 09:59:36

Bonn / Goma (ots) - Während der Osten der Demokratischen Republik Kongo bereits seit vier Monaten unter neuer Gewalt und Vertreibungen leidet, fordert die Hilfsorganisation CARE stärkeren Schutz besonders für Frauen und Mädchen. "Die Zahl der Vergewaltigungen und Überfälle nimmt mit jedem Tag hier massiv zu", berichtet Yawo Douvon, Leiter des CARE-Länderbüros. "Inzwischen hat die Gewalt in der Provinz Nord-Kivu ähnliche Ausmaße angenommen wie letztmalig im Herbst 2008."

Es sei schwierig, die genaue Anzahl der betroffenen Menschen zu beziffern, denn die meisten sprächen aus Angst vor Stigmatisierung nicht über ihren Leidensweg und nähmen keine Hilfe in Anspruch. Zudem erschwere die angespannte Sicherheitslage derzeit die Datenerfassung, erklärt Douvon. Zahlreiche Dörfer und Kliniken seien aufgrund der Präsenz bewaffneter Gruppen auf den Straßen für Hilfsorganisationen unerreichbar.

CARE fordert deshalb uneingeschränkten Zugang für humanitäre Organisationen zu allen Gemeinden in der Konfliktregion, die Hilfe benötigen. Unzählige Familien können nicht erfasst werden, weil sie sich auf der Flucht befinden oder in Gastgemeinden Obdach gesucht haben. Das macht die Erhebung der Bedürfnisse, die Versorgung der Menschen und die Identifizierung von Fällen sexueller Gewalt für Hilfsorganisationen schwer. Auch die so genannten Überweisungssysteme müssen ausgebaut werden, berichtet CARE. Dadurch wird sichergestellt, dass Gewaltopfer nach der medizinischen Hilfe auch juristischen und psychosozialen Beistand bekommen.

CARE führt in der kongolesischen Konfliktregion Nord-Kivu Projekte in Gemeinden und in Flüchtlingslagern durch, um Überlebenden sexueller Gewalt zu helfen und Übergriffen vorzubeugen. Einfache Mittel wie etwa die Beleuchtung der sanitären Anlagen in Flüchtlingslagern helfen dabei. Im Flüchtlingslager Kigeme in Ruanda, wo 11.000 Kongolesen Zuflucht gefunden haben, kümmert sich CARE um die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge, das Abfallmanagement sowie um Hilfe und Beratung bei Fällen von sexueller Gewalt. Über 200.000 Menschen sind seit April dieses Jahres vor der Gewalt geflohen, viele von ihnen in die Nachbarländer Ruanda und Uganda.

Pressekontakt:

Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 97563 46
Mobil: 0151 / 147 805 98
E-Mail: wilke@care.de

Permalink:


http://www.presseportal.de/pm/6745/2302827

CARE Deutschland-Luxemburg e.V.



Weiterführende Informationen

http://www.care.de


Das Presseportal ist ein Service von news aktuell und die Datenbank für Presseinformationen im deutschsprachigen Raum.
www.presseportal.de
Infobox anzeigen/verbergen


Alle Pressemitteilungen