Pressemitteilung

Somalia: Hunger gelindert, medizinische Versorgung fehlt / Ein Jahr nach der Hungerkatastrophe ist die Kindersterblichkeit noch immer extrem hoch

2012-07-17 09:25:46

Mogadischu/München (ots) - Genau ein Jahr nach Ausrufung der Hungersnot in Ostafrika durch die UN (20.7.2011) hat sich die Lage in der Region gebessert. Der Hunger in Somalia, Nordkenia und Südäthiopien konnte gelindert werden. Allerdings ist die medizinische Situation noch immer erschreckend.

Die UN hatten am 20. Juli 2011 wegen der dramatischen Situation das Horn von Afrika offiziell zum Hungersnotgebiet erklärt. Infolge langanhaltender Dürre und des Bürgerkriegs in Somalia litten rund 13 Millionen Menschen Hunger, allein 500.000 Kinder waren in lebensbedrohlichem Zustand. Wie viele Menschen dabei starben ist unklar. Schätzungen gehen in die Hunderttausende.

"Die Regenfälle in dieser Saison waren sehr ergiebig", sagte Ahmed Ibrahim, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Somalia. "Insofern konnten viele Menschen in ihre Heimat zurückkehren und mit dem Ackerbau beginnen." Allerdings lebten in der Region noch immer viele Flüchtlinge in Lagern, da sie wegen des anhaltenden Bürgerkriegs eine Rückkehr in ihre Heimat scheuen. Die SOS-Kinderdörfer sind eine der wenigen westlichen Hilfswerke, die in Somalia weitgehend ungehindert arbeiten können.

"Das größte Problem ist derzeit die medizinische Versorgung", erklärte Ibrahim weiter. In Afrika sterben jedes Jahr über vier Millionen Kinder. Somalia hat die höchste Kindersterblichkeitsrate der Welt - fast 20 Prozent der Babys sterben bei der Geburt. "Viele Kinder könnten gerettet werden, denn die häufigsten Todesursachen - Mangelernährung, Malaria, Lungen- und Darmerkrankungen - sind behandelbar", sagte Ibrahim. "Wir brauchen hier in Somalia und auch anderen afrikanischen Staaten jetzt dringend medizinische Hilfe."

Ein weiteres Problem in Somalia sei der anhaltende Bürgerkrieg. "Viele Hungerflüchtlinge fürchten sich vor den Auseinandersetzungen zwischen Truppen der Übergangsregierung und den Shabaab-Milzen", erklärte Ibrahim. So sei zu befürchten, dass erneut eine Hungersnot in Somalia ausbricht, da viele Felder nicht bewirtschaftet werden.

Die Rückkehrwilligen Hungerflüchtlinge werden von den SOS-Kinderdörfern mit Saatgut, einfachen landwirtschaftlichen Geräten und Ziegen ausgestattet, um einen Neuanfang zu unterstützen. "Wir wollen nicht, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern bleiben. Sie sollten, sofern möglich, in ihre Heimatgebiete zurückkehren und sich eine Zukunft aufbauen", betonte der SOS-Leiter.

Hörfunk: Ein sendefertiges Interview mit SOS-Afrika-Referentin Jeanne Mukaruhogo zum selben Thema können Radiosender auf der Website von Medienkontor gratis herunterladen: medienkontor-audio.de/beitraege/sos-kinderdoerfer

Bei Rückfragen:

Louay Yassin
Pressereferent
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Permalink:


http://www.presseportal.de/pm/1658/2290256

SOS-Kinderdörfer weltweit



Weiterführende Informationen

http://www.sos-kinderdoerfer.de


Das Presseportal ist ein Service von news aktuell und die Datenbank für Presseinformationen im deutschsprachigen Raum.
www.presseportal.de
Infobox anzeigen/verbergen


Alle Pressemitteilungen