Pressemitteilung

Deutschland muss Nationalen Impfplan weiter vorantreiben

2012-07-09 10:07:48

Leimen/Berlin (ots) - Der erste Schritt zur Umsetzung des Nationalen Impfplans ist getan: Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) empfiehlt dem Bund, eine Geschäftsstelle beim Robert Koch-Institut (RKI) zur Umsetzung des Plans einzurichten. Die Sanofi Pasteur MSD GmbH begrüßt diesen Beschluss, fordert jedoch weitere konkrete Maßnahmen, um die Impfraten in Deutschland zu steigern und Impflücken zu schließen. Kein gangbarer Weg seien aktuelle Einsparbemühungen, die die wichtige Aufklärungsarbeit gefährden. Für hohe Impfraten und den langfristigen Schutz vor impfpräventablen Krankheiten bedarf es hingegen einer Strategie, die Verantwortlichkeiten definiert und alle Beteiligten miteinschließt.

Deutschland ist impfmüde - und geht damit ein hohes Risiko ein. Die aktuellen Daten zu Masern-Fällen in Deutschland belegen, wie weit Anspruch und Wirklichkeit beim Thema Impfen immer noch voneinander entfernt sind: Im Jahr 2011 wurden dem Robert Koch-Institut im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren mehr als doppelt so viele Fälle gemeldet (1.607 gegenüber 780 in 2010 und 571 in 2009).[1] Damit gehört Deutschland neben Frankreich, Italien, Rumänien und Spanien zu den fünf Ländern der WHO-Euro-Region mit den meisten Masernfällen.

Impfschutz in Deutschland: Internationale Ziele klar verfehlt

Nach Schätzungen der WHO befinden sich 90 Prozent der an Masern Erkrankten im Jugend- oder Erwachsenenalter - und gehören damit zu einer Patientengruppe, bei der das Risiko schwerwiegender Komplikationen erhöht ist. Die Daten sind vor allem vor dem Hintergrund brisant, dass die Bundesrepublik sich bereits den Impfzielen der WHO und EU verpflichtet hat. Zu ihnen gehören beispielsweise die Masernelimination bis zum Jahr 2015 sowie die Erhöhung der Influenza-Impfrate. Nach heutigem Stand wird Deutschland das Ziel, Masern bis 2015 auszurotten, nicht erreichen.[1]

Geschäftsstelle beim RKI ist ein erster Schritt in die richtige Richtung

Um die Situation grundlegend zu ändern, bedarf es weiterer konkreter Schritte. Länderübergreifend müssen im Impfplan bundesweite Impfziele definiert und die Umsetzung weiter vorangetrieben werden. "Die Einrichtung einer Geschäftsstelle, die die Umsetzung des Nationalen Impfplans verantwortet, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere Maßnahmen müssen jedoch folgen. Eine bundesweite Strategie, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend Impfziele definiert, gibt es allerdings nach wie vor nicht", sagt Andreas Sander, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sanofi Pasteur MSD.

Impfstoffhersteller als verlässliche Partner bei der Aufklärungsarbeit

Die politischen Rahmenbedingungen sind nur eine Säule, auf denen der nationale Impfschutz steht. Denn das Bewusstsein, dass nur durch hohe Durchimpfungsraten ein hoher Grad an Immunität der Bevölkerung erreicht werden kann, setzt die ständige flächendeckende Aufklärung der Öffentlichkeit voraus. Dabei waren die Impfstoffhersteller bislang verlässliche Partner. Gemeinsam mit Ärzten, Krankenkassen und Institutionen sorgten sie durch umfangreiches Informationsmaterial dafür, dass das Thema Impfen in Arztpraxen und in der Öffentlichkeit präsent blieb. Zudem unterstützen die Hersteller zahlreiche Veranstaltungen und Fortbildungen zum Thema. So wurden beziehungsweise werden von Sanofi Pasteur MSD allein in Baden-Württemberg im Zeitraum zwischen März und September dieses Jahres rund 20 Veranstaltungen gefördert. Alle Veranstaltungen verfolgen dabei das primäre Ziel, durch Aufklärung die Impfraten zu verbessern.

Kurzfristiges Kostenkalkül gefährdet die Aufklärung

Aktuelle Maßnahmen der Kostenträger gefährden diese Aufklärungsarbeit. Durch neue Ausschreibungen der Krankenkassen für Impfstoffe, wie beispielsweise jüngst in Baden-Württemberg, werden regionale Monopol-Situationen geschaffen, die den Herstellern die Basis für flächendeckende Informationen entziehen. Zudem tragen Ausschreibungen nicht zu einer Verbesserung der Durchimpfungsrate bei, wie das Beispiel Sachsen-Anhalt zeigt. Dort ist bereits im ersten Jahr seit der neuen Ausschreibungspraxis ("Apothekenausschreibung") die Zahl der verabreichten Grippe-Impfdosen um 26 Prozent gesunken. Im gesamten Bundesgebiet ging die Zahl der verabreichten Dosen um 14 Prozent zurück.[2] Darüber hinaus klagen Ärzte wie Apotheker über Lieferengpässe und Versorgungsprobleme und sind zusätzlich zu den AMNOG-Regelungen verunsichert, was sie verordnen können beziehungsweise abgeben dürfen.[3]

Impfschutz braucht Dialog, Koordination und eine verlässliche Partnerschaft

Sanofi Pasteur MSD fordert von Politik und Kostenträgern: "Lassen Sie uns gemeinsam in den Dialog zum Thema Impfen einsteigen. Lassen Sie uns gemeinsam konkrete Maßnahmen entwickeln, wie wir auch in Deutschland die Ziele der WHO erreichen können, statt auf kurzfristige Aktionen zu setzen", so Andreas Sander.

Über Sanofi Pasteur MSD (SPMSD)

SPMSD ist ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen von Sanofi Pasteur und Merck & Co. Inc.: Wir haben uns als Einzige ausschließlich auf Herstellung und Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert. Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen - mit unseren Produkten schützen wir Menschen aller Altersklassen vor 20 Infektionskrankheiten. Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer und der Verbesserung bewährter Impfstoffe. Dabei ist es Ziel, deren Wirksamkeit, Verträglichkeit und Akzeptanz ständig zu verbessern. Auf der Dialogplattform www.impfenimdialog.de beantworten Experten von SPMSD persönlich individuelle Fragen rund um das Thema Impfen.

   Referenzen:
   1. RKI: Epidemologisches Bulletin Nr. 19/2012, vom 14. Mai 2012. 
   2. "Grippe-Markt aktuell. Saison 2010/2011". 
      Pharmascope VO Vaccine, Stand Feb 2011. 
   3. Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 10/2010, online unter: 
   http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32987 

Pressekontakt:

Sanofi Pasteur MSD GmbH				Michaela Dworatzek					
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