Pressemitteilung

Impfungen: Herdenimmunität kann Mitmenschen schützen (BILD)

2012-06-06 09:00:00

München (ots) - Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene erkranken an Masern. Sind ausreichend viele Menschen geimpft, kann das auch nicht immune Personen schützen. Besondere Bedeutung hat dies gerade bei Masern, Mumps und Röteln für Mitmenschen, die nicht geimpft werden können.

Im Zug, im Bus, beim Arzt oder beim Einkaufen: so leicht kann man sich mit einer Infektionserkrankung anstecken. Das Masernvirus etwa überträgt sich durch Tröpfcheninfektion, ein Husten oder ein Gespräch reichen aus. An der "Kinderkrankheit" Masern erkranken immer mehr junge Erwachsene, die weder geimpft sind noch nach Durchleiden der Erkrankung immun sind. Eine hohe Durchimpfungsrate bietet aber nicht nur dem Geimpften Schutz, sondern geht in ihrer Wirkung noch weit darüber hinaus.

Impfungen schützen auch Mitmenschen

Wenn ausreichend viele Menschen geimpft sind, kann sich der Erreger nicht ausbreiten und zu Personen vordringen, die nicht immun sind. Dies funktioniert wie eine Brandschneise bei Feuer - das Feuer kann sich nicht ausbreiten. Genauso verhindert eine ausreichend große Gruppe von Geimpften die Ausbreitung eines Krankheitserregers. Diese so genannte Herdenimmunität kann anfällige und nicht geimpfte Mitmenschen, wie zum Beispiel Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, sowie nicht-immune Schwangere und deren ungeborenes Kind schützen. Eine weitere gefährdete Personengruppe sind Menschen mit Immundefekt, AIDS, Transplantations- oder Krebs-Patienten.

Herdenimmunität in Gefahr

Wegen der zunehmenden Impfmüdigkeit in Deutschland ist allerdings die Herdenimmunität in Gefahr. Bei sinkenden Durchimpfungsraten sind zwar die Geimpften geschützt, doch der wertvolle Schutz der Gesellschaft entfällt - die Brandschneise ist zu klein. Mögliche Konsequenzen einer sinkenden Durchimpfung konnte man schon in Griechenland in den 1990er Jahren beobachten: Rötelninfektionen in der Schwangerschaft führten zu vermehrten embryonalen Missbildungen. Der Grund: die Impfrate lag in den 1980er Jahren unter 50 Prozent. Noch immer werden auch in Deutschland Säuglinge mit Röteln-Embryopathie geboren.(1) Masern kommen inzwischen öfter bei Jugendlichen und Erwachsenen vor.(2) Mit dem höheren Alter steigt auch die Zahl der Komplikationen, wie Lungen- und Augenentzündungen. Daher sollten alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihren Impfstatus überprüfen und sich impfen lassen.(3)

Individuelle Entscheidung zur Impfung

Breite Impfprogramme sichern die Herdenimmunität - wie beispielsweise in den USA nach der Vorgabe "No vaccination - no school". In Deutschland ruft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) alle Bürger ohne ausreichenden Masern-Impfschutz auf, sich impfen zu lassen, um die sich ausbreitende Impfmüdigkeit zu stoppen. Denn die Folgen können gravierend sein:

Ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Kinder und Jugendliche können zur Gefahr für Säuglinge werden. Eine schwerwiegende Komplikation der Masern stellt die so genannte SSPE (Subakute Sklerosierende Panenzephalitis) dar, eine Form der Gehirnentzündung. Sie kann Kinder treffen, die als sehr kleine Säuglinge infiziert wurden, als sie noch zu jung für eine Impfung waren - angesteckt von Ungeimpften mit Masern. Bei der SSPE liegen zwischen der Infektion mit dem Masernvirus und den ersten Symptomen bis zu zehn Jahre. Die Viren dringen in das Gehirn ein und zerstören langsam, aber unaufhaltsam fortschreitend, die Nervenzellen. Eine Therapie dagegen gibt es bisher leider nicht.

Gegen eine Infektion mit Masern, Mumps und Röteln bietet eine einfache Dreifach-Kombinationsimpfung Schutz. Jeder, der sich für eine Impfung entscheidet, trägt zur Herdenimmunität bei und zeigt damit neben dem Willen zu persönlichem Schutz auch seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

Quelle

(1)British medical Journal 1999;319:1462-7 
(2)Infektionsepidemiologisches Jahrbuch 2006 (3)Berufsverband der 
Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de) 

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