Pressemitteilung

Funktioniert AMNOG? Evidenz steht aus!

2012-06-01 11:29:22

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), funktionieren kann - wenn beide Seiten Augenmaß walten lassen. Dass es aber andererseits zum Scheitern verurteilt ist, wenn der Spitzenverband der Krankenkassen seine omnipotente Stellung auszunutzen versucht. Nach dem AMNOG wird für neue Arzneistoffe ein Erstattungsbetrag zwischen dem Spitzenverband der Krankenkassen und dem pharmazeutischen Unternehmen verhandelt. "Wir haben uns für faire Verhandlungslösungen ausgesprochen - aber für keine, bei der der Kapitän der gegnerischen Mannschaft gleichzeitig Schiedsrichter ist und in der Regelkommission sitzt", so Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie. Der GKV-Spitzenverband ist in einer vergleichbaren Position: Er verhandelt über Preise, hat die meisten Stimmen im Gemeinsamen Bundesausschuss, der über die Nutzenbewertungen beschließt, bestimmt die Prüfaufträge des Prüfinstituts mit und sitzt in dessen Stiftungsrat - ganz abgesehen von seinem politischen Einfluss als Spitzenlobby der Krankenkassen. "Im ersten gestern abgeschlossenen Verhandlungsverfahren haben sich die Vertragsparteien offenbar mit dem nötigen Augenmaß geeinigt. Das ist bisher ein Einzelfall - ob er zum Regelfall wird, bleibt abzuwarten - angesichts der Übermacht des GKV-Spitzenverbandes sind leider Zweifel angebracht", so Fahrenkamp.

Denn der andere gestern beendete Fall macht deutlich, dass eine Ausnutzung der besonders mächtigen Stellung des GKV-Spitzenverbands die Verhandlungen zum Scheitern bringt. Ein Unternehmen sah sich gezwungen, aus den Verhandlungen auszusteigen, da die frühe Nutzenbewertung aufgrund der Wahl der Vergleichstherapie zu negativen Ergebnissen gekommen war, im Gegensatz zu allen anderen europäischen Ländern. Das Unternehmen konnte nach eigenen Aussagen nicht mehr mit einem fairen Preis rechnen. Wohl deshalb, weil der Spitzenverband auf einem extrem niedrigen und unangemessen Vergleichspreis aufsetzte. Wohin diese Übermacht führen kann zeigen die Ergebnisse der bisher vorliegenden Nutzenbewertungen. Von 27 begonnenen und 16 beendeten Verfahren sind bisher nur zwei mit einem beträchtlichen Zusatznutzen in Teilindikationen bewertet worden. Ein erheblicher Zusatznutzen wurde bislang keinem Präparat zugestanden. In bisher drei bekannt gewordenen Verfahren sah sich der Hersteller - zum Teil wegen Verfahrensfehlern, die zu schlechten Bewertungen führten - genötigt, sein Produkt erst gar nicht in den deutschen Markt einzuführen. Das vom Spitzenverband angebotene minimale Preisniveau bietet in diesen Fällen keine wirtschaftliche Grundlage für die Refinanzierung von Innovationen, mit dramatischen Folgen für deutsche Patienten, denen innovative Arzneimittel vorenthalten werden.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund 73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.

Ihr Ansprechpartner:

Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de 

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